Chlorung: In den Desinfektionsmitteln für Swimmingpools sind Chlorverbindungen enthalten, die ebenso wie bei der Chlorung des Trinkwassers im Netz der Gemeinde Leopoldshöhe dafür sorgen, dass Keime abgetötet werden. Eine der vorbeugenden Maßnahmen, die jeder Hausbesitzer ergreifen kann, ist, Zapfstellen wie die für das Gartenwasser regelmäßig laufen zu lassen. - © Thomas Dohna
Chlorung: In den Desinfektionsmitteln für Swimmingpools sind Chlorverbindungen enthalten, die ebenso wie bei der Chlorung des Trinkwassers im Netz der Gemeinde Leopoldshöhe dafür sorgen, dass Keime abgetötet werden. Eine der vorbeugenden Maßnahmen, die jeder Hausbesitzer ergreifen kann, ist, Zapfstellen wie die für das Gartenwasser regelmäßig laufen zu lassen. | © Thomas Dohna

Leopoldshöhe Gemeinde chlort weiterhin Trinkwasser

Umwelt: Die Gemeindewerke suchen weiter nach der Ursache für die Verkeimung des Trinkwassers in Leopoldshöhe. Das Kreisgesundheitsamt sagt, was Verbraucher gegen den Chlorgeruch tun können

Leopoldshöhe. Noch immer findet das Gesundheitsamt des Kreises Bakterien im Leopoldshöher Trinkwasser. Deswegen wird weiter gechlort, bestätigte Norbert Wehmeier vom Wasserwerk der Gemeinde. Etliche Bürger empfinden die Chlorung inzwischen als Belastung. Das Gesundheitsamt gibt Tipps für die richtige Wartung der eigenen Trinkwasseranlage. Eigentlich ist es ganz einfach. Man dreht den Wasserhahn auf, und es kommt Trinkwasser. Seit einigen Wochen ist es allerdings nicht mehr ganz so einfach. In routinemäßig gezogenen Proben fand das Gesundheitsamt des Kreises Umweltkeime. Umgehend erließ es die Anordnung, das Trinkwasser zu chloren. Seitdem sind Wasserwerk und Gesundheitsamt auf der Suche nach den Ursachen. „Bakterien wandern gern entgegen der Fließrichtung“, weiß Michael Eich vom Gesundheitsamt. Da die Bereiche Asemissen, Bechterdissen und Greste keimfrei sind, vermuten er und Wehmeier, dass die Belastung aus einem der angeschlossenen Haushalte kommen muss. „Es gibt Menschen, die schließen ihre Regenwasserzisterne verbotenerweise an die Trinkwasserleitungen an, um damit die Toilette zu spülen“, sagt Eich. Das Regenwasser sei aber keineswegs keimfrei. So könne es zum Beispiel Kot von Vögeln enthalten. Als Ursache ausschließen kann Wasserbau-Ingenieur Wehmeier die Bauarbeiten für die B 66 neu und den Neubau der Wasserleitung in der Grester Straße im vergangenen Herbst. Die Wasserleitungen auf der Baustelle der B 66 neu seien noch nicht fertiggestellt. Die Wasserleitung in der Grester Straße sei vor der Inbetriebnahme beprobt worden und keimfrei. Maximal 0,1 Milligramm pro Liter Wasser zugesetzt Nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und den Vorgaben der deutschen Trinkwasserverordnung ist eine Chlorung des Trinkwassers die beste Möglichkeit, ein Trinkwassernetz keimfrei zu halten oder keimfrei zu bekommen. Nach den Regeln der WHO können bis zu fünf Milligramm Natriumhypochlorid pro Liter Wasser zugesetzt werden, nach der in Deutschland geltenden Trinkwasserverordnung sind es bis zu 0,3 Milligramm pro Liter. „In Leopoldshöhe werden maximal 0,1 Milligramm pro Liter Wasser zugesetzt“, betont Michael Eich vom Gesundheitsamt. Natriumhypochlorid besteht aus Natrium, Sauerstoff und Chlor. Der Stoff findet sich auch in sogenannten Haushaltsaktivreinigern, in WC-Reinigern, in den Chlortabletten zur Desinfektion von Swimmingpools und wird von Zahnärzten bei der Wurzelkanalbehandlung zur Desinfektion eingesetzt. Zum Vergleich: Kochsalz ist chemisch Natriumchlorid und ist damit eine Verbindung aus Natrium und Chlor. Es gebe kein anderes, zugelassenes Verfahren, Trinkwasser zu desinfizieren, stellt Eich fest. Das legten die Trinkwasserverordnung und Vorgaben des Bundesumweltamtes fest. Mit der zugegebenen Menge an Natriumhypochlorid sei absolut keine Gefahr für die Gesundheit verbunden. Chlorungen seien nicht ungewöhnlich. Im Bereich Detmold-Berlebeck beispielsweise werde das Trinkwasser ständig mit Chlor versetzt, weil das Wasser dort oberflächennah gewonnen werde. Das Wasserwerk der Gemeinde unterstütze die Desinfektion mit regelmäßigen Spülungen des Trinkwassernetzes. „Das Wasser soll in Bewegung bleiben“, sagt Eich. Bauteile im Netz wie Schieber und Hydranten würden untersucht. Außerdem würden die Haushalte besucht, bei denen eine Regenwasserzisterne oder ein Brauchwasserbrunnen bekannt sei. Zudem habe im Laufe der Wochen der Bereich eingegrenzt werden können, aus dem die Verunreinigung stammt. „Wir tasten uns heran“, sagt Eich. Aus taktischen Gründen möchte er dazu nicht mehr sagen.

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