Ausmaße: Das gelbe Rohr in der etwa sechs Meter tiefen Grube ist eine Gashochdruckleitung der Stadtwerke Bielefeld. Sie wird über Druck und Bohrung unter der Fahrbahn der B 66 hindurch getrieben. Die Arbeiten gehören zur Vorbereitung des Neubaus der B 66 in Asemissen. - © Thomas Dohna
Ausmaße: Das gelbe Rohr in der etwa sechs Meter tiefen Grube ist eine Gashochdruckleitung der Stadtwerke Bielefeld. Sie wird über Druck und Bohrung unter der Fahrbahn der B 66 hindurch getrieben. Die Arbeiten gehören zur Vorbereitung des Neubaus der B 66 in Asemissen. | © Thomas Dohna

Leopoldshöhe Bohren unter Druck

Scherenkrug-Kreuzung: Die Stadtwerke Bielefeld und das Wasserwerk Leopoldshöhe verlegen an der B 66 in Asemissen mächtige Wasserleitungen. Grund ist der bevorstehende Neubau der Bundesstraße.

Thomas Dohna

Leopoldshöhe. Von der Straße aus sind nur Container und Bagger zu sehen. Die eigentlichen Arbeiten an der B 66 finden in sechs Metern Tiefe statt. Hauptleitungen für Gas und Wasser werden hier unter der noch bestehenden Bundesstraße hindurchgepresst. Das dickste Ding liegt schon: eine 700 Millimeter starke Stahlleitung. Durch sie wird vor allem die Bielefelder Innenstadt mit Wasser aus der Senne versorgt. Das wird von dort in einen Hochbehälter am Nordhang des Teutoburger Waldes gepumpt, der es in die Hauptversorgungsleitung abgibt. Im November soll sie in Betrieb gehen. „Wir warten eine Jahreszeit ab, in der gewöhnlich weniger Wasser als im Sommer gebraucht wird“, sagt Birgit Jahnke, Pressesprecherin der Stadtwerke Bielefeld. Etwa 24 Stunden brauchen die Fachleute, um die alte Leitung abzuklemmen und die neue anzuschließen. Die Versorgung der Bielefelder mit Wasser wird dabei über die beiden anderen Hauptleitungen sichergestellt. „Wir haben eine Abteilung, die sich nur mit der Belastung der Wasserleitungen beschäftigt und ausrechnet, wie die Versorgung geschehen muss“, sagt Jahnke. An mehreren Stellen muss die Fahrbahn in erheblicher Tiefe gekreuzt werden. Denn die neue Fahrbahn werde mehrere Meter unter dem Niveau der bestehen Trasse liegen. Das Wasserwerk Leopoldshöhe muss die Versorgung der Gemeinde neu regeln. Es hat teilweise in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Bielefeld seine Leitungen vom und zum oberhalb der B 66 gelegenen Hochbehälter neu verlegt. An ihnen hängt die gesamte Wasserversorgung der Gemeinde. Bei diesen Arbeiten geht es nach Angaben der Stadtwerke Bielefeld nicht nur um Gas und Wasser. Auch Schutzrohre für Lichtwellenleiter werden verlegt und solche für Telekommunikationsleitungen. 2,2 Millionen Euro werden verbaut. Eine ähnlich hohe Summe muss das Leopoldshöher Wasserwerk aufbringen. „Einen Teil davon ersetzt das Land“, sagt Birgit Jahnke. Wie viel, werde in einem Verfahren ermittelt, im dem auch berücksichtigt wird, welche Leitungen die Stadtwerke und das Wasserwerk ohnehin in den nächsten Jahren hätten erneuern müssen. So ist die Hauptversorgungsleitung der Stadtwerke vor rund 50 Jahren gebaut worden – und damit nach ihren Angaben die jüngste der drei Versorgungsleitungen. Das nicht mehr gebrauchte Rohr wird ausgebaut und geht in den Stahlschrott. Zurzeit arbeiten die Stadtwerke an der zweiten von zwei Gashochdruckleitungen mit 300 Millimetern Durchmesser. Sie werden in der Baugrube geschweißt, mit Korrosionsschutz und einer mit Glasfaser verstärkten Kunststoffummantelung versehen. Die Schweißnähte werden in der Baugrube mit Hilfe von Röntgenaufnahmen geprüft. Erst dann darf das Rohr weitergeschoben werden. Ende der nächsten Woche sollen diese Arbeiten unterhalb der B 66 beendet sein. Die meisten Gruben werden dann zugeschüttet, die übrigen, sobald die Leitungen angeschlossen und in Betrieb gegangen sind. Ende dieses Jahres sollen die Vorarbeiten beendet sein. „Am Ende sieht man nichts mehr, außer ein paar Schieberdeckeln“, sagt Vorarbeiter Ulrich Gneiser. 2019 will Straßen NRW mit dem Bau der Fahrbahn beginnen, wann genau, sei noch nicht klar, sagte Pressesprecher Sven Johanning auf Nachfrage. Das hänge auch von den Ausschreibungsergebnissen ab.

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