Engagement für den Ortsteil: Ulrich Meier zu Evenhausen (l.) und Cordt Nebel wollen sich für ihr Dorf einsetzen und haben dafür den Evenhauser Dorfverein gegründet. - © Thomas Dohna
Engagement für den Ortsteil: Ulrich Meier zu Evenhausen (l.) und Cordt Nebel wollen sich für ihr Dorf einsetzen und haben dafür den Evenhauser Dorfverein gegründet. | © Thomas Dohna

Leopoldshöhe Ein Verein will das Dorf beleben

Evenhausen: Der kleine Ortsteil zwischen Leopoldshöhe und Greste soll fit für die Zukunft werden. Die Initiatoren wollen dem langsamen Verschwinden der dörflichen Infrastruktur entgegenwirken.

Thomas Dohna

Leopoldshöhe. Sie sind zu siebt, haben einen Vorstand eine Satzung und sind als gemeinnütziger Verein eingetragen: Der „Evenhauser Dorfverein (EDV)“ will für die Siedlung am Kreisel zwischen den Ortsteilen Leopoldshöhe und Greste belebend wirken und das Dorf für die Zukunft fit machen. Vorstandsvorsitzender ist Cordt Nebel. Seine Familie besitzt schon seit Jahrhunderten einen der Höfe im erstmals 1421 urkundlich erwähnten Evenhausen. Einst war Cordt Nebel als Hofnachfolger vorgesehen, entschied sich jedoch, die Landwirtschaft aufzugeben und die Felder zu verpachten. Anders lief es bei Ulrich Meier zu Evenhausen. Sein Hof ist als einziger aktiver landwirtschaftlicher Betrieb in Evenhausen übrig geblieben. „Was sich hier in den vergangenen 50 Jahren verändert hast, ist unglaublich“, stellt Cordt Nebel fest. Eine Tischlerei habe es gegeben, einen Lebensmittelladen, mehrere Höfe. Zuletzt habe auch der viele hundert Jahre alte „Evenhauser Krug“ zugemacht. "Sonst wäre hier gar nichts los" „Es wird immer weniger hier in Evenhausen“, klagt Cordt Nebel. Um wenigsten etwas zu bewahren, hat Meier zu Evenshausen die Tradition des Festes zum 1. Mai vom „Evenhauser Krug“ übernommen, um sie weiterzutragen. „Sonst wäre hier gar nichts mehr los“, sagt er. Die beiden Vorständler machen sich Sorgen um ihr Dorf. Es sei abzusehen, dass wegen des Alters ihrer Besitzer einige ehemaligen Hofstellen in den kommenden Jahren ganz leer fallen. Kinder oder andere Verwandte, die diese Hofstellen modernisieren oder weiterführen wollen, seien oft nicht in Sicht. „Wir wollen uns kümmern“, kündigt Cordt Nebel. Dazu möchten sie auch den Dorfcoach des Kreises Lippe einladen. „Man braucht Raum und Ziele“, sagt Nebel und will sie mit Hilfe des Dorfcoaches entwickeln. Natürlich seien Themen wie Heimatpflege und Heimatkunde auch auf der Agenda. Darüber wollen die beiden Mitglieder gewinnen, die in Evenhausen leben, einst hier gelebt oder sonst Wurzeln im Dorf haben. „Wir erheben keine Mitgliedsbeiträge“, betont Vorsitzender Nebel. Die Verwaltung des Vereins solle möglichst klein gehalten werden. Spenden nehme der Verein allerdings gern entgegen. „Wir wollen ergebnisorientiert arbeiten“, bekräftigt Nebel.

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