Noch einmal Kinderbibelwoche: Diakon Christian Weber steht vor der evangelischen Kirche in Leopoldshöhe. Foto: Thomas Dohna - © Thomas Dohna
Noch einmal Kinderbibelwoche: Diakon Christian Weber steht vor der evangelischen Kirche in Leopoldshöhe. Foto: Thomas Dohna | © Thomas Dohna

Leopoldshöhe Der Diakon verlässt Leopoldshöhe

Neue Aufgabe: Christian Weber wechselt zur Evangelischen Kirche von Westfalen

Thomas Dohna

Leopoldshöhe. Ein wenig traurig ist Christian Weber schon. Der Jugendreferent und Diakon der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Leopoldshöhe verlässt nach vier Jahren die Gemeinde. Er wird Referent für die Arbeit mit Kindern im Amt für Jugendarbeit der evangelischen Kirche von Westfalen in Villigst. In der zu Ende gehenden Woche hat Weber noch einmal die Kinderbibelwoche der Gemeinde geleitet. Rund 150 Kinder besuchen sie Jahr für Jahr. Der 40-Jährige kennt geringere Zahlen. Fast zehn Jahre hat er in Wedel bei Hamburg verbracht. „Da ist Kirche nicht so bedeutend wie hier“, sagt er rückblickend. Dennoch wollte er damals dorthin. Wenn nicht jetzt, dann nie Weber kommt aus einem Pastorenhaushalt. Der Vater war Pfarrer in Bielefeld. Dort wuchs Weber nach seiner Konfirmation in die Jugendarbeit hinein und wurde ehrenamtlicher Mitarbeiter. Ein Studium der Sozialpädagogik und Sozialarbeit schloss er an. Gleichzeitig ließ er sich von der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth in Bielefeld-Bethel zum Diakon ausbilden. 2004 ging er auf Stellensuche. Er und seine damalige Freundin, die heute seine Frau ist, beschlossen: „Wenn wir jetzt nicht aus Bielefeld rauskommen, dann nie.“ Norddeutschland im Allgemeinen, Hamburg im Besonderen zogen ihn an. Er fand die Ausschreibung für die Stelle in Wedel, bekam sie. Weber fand sich in einer Welt wieder, in der Kirche eher misstrauisch betrachtet wurde. Erst als er alle gesellschaftlichen Gruppen aufforderte, Angebote zu machen, gelang es. „Ich habe dann ein ganz klar kirchliches Angebot für Kinder gemacht“, erinnert sich Weber. Es sei gut angenommen worden. Dennoch haben kaum einmal 30 Kinder den Weg zur Kinderbibelwoche gefunden. Als die Einschulung für die inzwischen geborene älteste Tochter anstand, entschloss sich die Familie Weber zu wechseln. Ziel war die alte Heimat. Leopoldshöhe suchte einen Jugendreferenten, Weber bewarb sich und wurde genommen. Kaum war er da, bekam die Kirchengemeinde die Aufforderung, einen beratenden Vertreter in den Ausschuss für Bildung und Kultur zu entsenden. „Wenn man als Kirchengemeinde eine solche Chance bekommt, in der Lokalpolitik unmittelbar mitzuwirken, muss eine Gemeinde sie wahrnehmen“, betont Weber, der bis dahin keinerlei politische Erfahrungen hatte. „Wahrscheinlich habe ich deswegen naive Fragen gestellt“, vermutet Weber. Zum Beispiel die, warum die Schulleiter der Leopoldshöher Schule sich nicht zusammensetzen, um Probleme zu besprechen. Eine Anregung, die Bürgermeister Gerhard Schemmel und die Schulleiter aufnahmen. Was er bald vermissen wird Mehrere Dinge wird Weber an seiner neuen Stelle vermissen: die unmittelbare Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen in der Gemeinde zum Beispiel. „Ich werde vor allem konzeptionell und in der Weiterbildung hauptamtlicher Mitarbeiter arbeiten“, sagt Weber. Auch die politische Arbeit im Ausschuss sei eine bereichernde Erfahrung gewesen. Die vorbehaltlose Akzeptanz der Kirche hier in den Schulen und bei anderen gesellschaftlichen Gruppen sei etwas Besonderes. Die von ihm gehaltenen Gottesdienste in der Leopoldshöher Kirche wird er vermissen. Leopoldshöhe selbst nicht: „Wir bleiben hier wohnen.“

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