Es stinkt: Rudolf Friedrich (hinten v. l.), Ursula Schwanold, Else Friedrich, Rita Lencek und Berend Schwanold sowie (vorne v. l.) Marian Lencek, Madeline Friedrich und Susanne Friedrich klagen seit Wochen über üble Gerüche aus dem Eselsbach. Dort ist Schmutzwasser hineingelangt. - © Thomas Dohna
Es stinkt: Rudolf Friedrich (hinten v. l.), Ursula Schwanold, Else Friedrich, Rita Lencek und Berend Schwanold sowie (vorne v. l.) Marian Lencek, Madeline Friedrich und Susanne Friedrich klagen seit Wochen über üble Gerüche aus dem Eselsbach. Dort ist Schmutzwasser hineingelangt. | © Thomas Dohna

Leopoldshöhe Stunk am Eselsbach

Ärger: Anwohner beklagen sich seit Wochen über üble Gerüche im Wasserlauf nördlich der Lageschen Straße in Leopoldshöhe. Ursache sind Fäkalien aus einem Kanal in der Straße Am Rosenhagen.

Thomas Dohna

Leopoldshöhe. Es stinkt am Eselsbach nördlich der Lageschen Straße. Das riechen die Anwohner jeden Tag. „Das geht hinunter bis zum Heimathof“, sagt Rudolf Friedrich, möglicherweise sogar bis Krentrup. Die Ursache sind Fäkalien, die in dem im Sommer normalerweise trockenen Bachlauf vor sich hin modern. Die Gemeindeverwaltung kennt das Problem und glaubt zu wissen, was der Auslöser ist. Seit etwa zwei bis drei Wochen gehe das schon, sagen die Anwohner. Sie wohnen in einer Häusergruppe nördlich der Lageschen Straße an einem Stichweg. Rudolf Friedrich lebt dort „schon immer“, also seit mehr als 80 Jahren. „Im Sommer ist der Eselsbach bei uns immer für etwa sechs Monate trocken“, hat er über die Jahrzehnte beobachtet, auch in Sommern, die mehr Regen haben als der in diesem Jahr. Vor zwei bis drei Wochen floss plötzlich Wasser durch den Bachlauf, berichten er und andere Anwohner. Am Tag danach habe es begonnen, fürchterlich zu stinken, sagt Berend Schwanold. Die Nachbarn schauten nach und fanden Fäkalien, Toilettenpapier und stehendes, stinkendes Wasser. Anrufe bei der Gemeindeverwaltung folgten. Einer der Nachbarn fuhr zum Abwasserwerk. Die Verwaltung reagierte und spülte den Kanal, der in den Bachlauf führt, mit 8.000 Litern Wasser. „Das hat natürlich nicht gereicht“, sagen Rudolf Friedrich und Robert Blank, Technischer Leiter des Abwasserwerkes Leopoldshöhe, übereinstimmend. Jetzt schüttete das Abwasserwerk weitere 8.000 Liter in den Kanal. Auch da sind sich Blank und Friedrich einig: „Es reicht immer noch nicht.“ In der Großgemeinde gibt es zwei Eselsbäche. Der eine dient in den Ortsteilen Asemissen, Greste und Leopoldshöhe als Regenwasservorfluter, wie Fachleute Bachläufe nennen, in die sie Regenwasser entsorgen. Das Wasser wird in den Straßen in Regenwasserkanälen gesammelt und dann ohne weitere Klärung in die Bachläufe abgegeben. Ein solcher Kanal mündet nördlich der Lageschen Straße auch in den anderen Eselsbach. Durch ihn fließt das Wasser aus der Siedlung südlich der Lageschen Straße. Dort gibt es in der Straße Am Rosenhagen eine Kanalbaustelle. Der Regenwasser- und der Schmutzwasserkanal waren dort zum Teil zusammengebrochen. „Dann steigt das Wasser im Eselsbach“ Gleich nach Beginn der Bauarbeiten hätten Arbeiter der beauftragten Baufirma eine Hauptwasserleitung getroffen, berichtet Abwasserchef Blank. Die sei geplatzt. Das Wasser habe Rückstände aus dem Schmutzwasserkanal in den Regenwasserkanal und dann in den Eselsbach gespült. Die Anwohner berichten, dass sie feststellen könnten, wann die Menschen in der Siedlung Feierabend haben. „Dann steigt das Wasser im Eselsbach“, sagt Berend Schwanold. Kurz danach stinke es dann besonders stark. Robert Blank kann sich das nicht erklären. Es komme immer wieder einmal vor, dass ein Haus an einem falschen Kanal angeschlossen ist. „Aber im Normalfall merkt man das nicht“, sagt er. Das Abwasserwerk werde das beobachten. „Wir können wegen des Gestanks nicht mehr bei offenem Fenster schlafen“, klagt Else Friedrich. Aktivitäten im Garten oder einfach nur dort zu sitzen, seien nicht mehr möglich. Abwasserchef Blank hofft auf Regen. „Dann löst sich das Problem hoffentlich“, sagt er.

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