Leopoldshöhe Eine „Grüne Lunge“ für die Kirche

Ehrenamt: Vier Männer und eine Frau bilden eine Hobby-Gärtnergruppe. Sie halten in den Grünflächen der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Leopoldshöhe Ordnung

Thomas Dohna

Leopoldshöhe. „Vier Mann, vier Ecken“ lautet ein Sprichwort aus dem Heimwerkermilieu. Es könnte auch auf die vier Männer der Gruppe „Grüne Lunge“ der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Leopoldshöhe zutreffen. Allerdings gehört auch eine Frau dazu. Sie kommen in den Sommermonaten jede Woche zusammen, um die vielen Ecken der Flächen rund um Kirche und Gemeindehaus in Schuss zu halten. Günter Lesrich, Harald Gieselmann, Jochen Ernst, Johann Löwen und Margarete Luckey sind der harte Kern der „Grünen Lunge“. „Frau Luckey ist unsere Traktoristin“, sagt Jochen Ernst. Er ist der einzige Fachmann unter den Fünf. Er hat Gärtner gelernt und ist Meister für Saatbau. Das heißt nicht, dass die anderen keine Ahnung von Gartenarbeiten haben. Sie haben privat Gärten und haben sich in den vergangenen Jahrzehnten Handgriffe und Fähigkeiten angeeignet, die nötig sind, um Rasenflächen, Blumenbeete und Heckenzeilen zu pflegen. Seit 2006 gibt es die Gruppe. „Wir mussten damals die Küsterarbeit neu aufteilen“, berichtet Annette Kerker vom Kirchenvorstand der Gemeinde. Schon davor habe es jährlich Gartenaktionen des Kirchenvorstandes gegeben. Jetzt aber hatte der Küster ein Amt in der arbeitsrechtlichen Kommission der Kirche übernommen. „Wir haben damals eine Aushilfe angestellt“, sagt Kerker, aber das habe nicht gereicht. Also sprach sie Menschen an, von denen sie glaubte, dass sie diese Arbeit als Ehrenamtliche gern machen würden. Darunter waren einige der schon genannten und vor allem Max Steiner. "Die waren so in Schwung" Sie machten sich an die Arbeit. „Wir mussten erst einmal technische Dienste machen“, erinnert sich Harald Gieselmann. Er ist der Techniker unter den Gärtner. Er war in der Konstruktionsabteilung eines Unternehmens tätig und gerade in den Ruhestand getreten. Die Männer richteten Geräte und Maschinen. Nach etwa einem halben Jahr stießen Johann Löwen und Margarete Luckey dazu. Luckey eroberte für sich den Traktor. „Sie macht das richtig gut“, lobt Gärtner Ernst. Kaum war die Gruppe gegründet und waren die ersten Arbeiten getan, widmete sich die Gruppe dem Keller des Gemeindehauses. „Die waren so im Schwung“, erinnert sich Annette Kerker. Der Tatendrang reichte noch weiter. Ein Schuppen musste her. Konstrukteur Gieselmann setzte sich an den Computer und entwarf mit modernen Programmen die Pläne. „Das hat einen Riesenspaß gemacht“, das stellt er noch Jahre danach fest. Inzwischen sind die Fünf von der „Grünen Lunge“ aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken. Um sie herum findet sich zu besonderen Anlässen und Aktionen eine größere Gruppe, deren Mitglieder auf Zuruf anpacken, zum Beispiel bei der Aufstellung des Weihnachtsbaumes in der Kirche kurz vor Heiligabend. Auch nach mehr als zehn Jahren haben die Mitglieder der „Grünen Lunge“ Freude an ihrer Arbeit. „Aber eigentlich kommen wir nur wegen des guten Frühstücks von Annette Kerker“, sagt Lasrich mit einem Augenzwinkern. Mitmachen? Die Gruppe „Grüne Lunge“ kommt immer mittwochs um 8 Uhr am Gemeindehaus zusammen, um die Außenanlagen rund um Kirche und Gemeindehaus in Leopoldshöhe zu pflegen. Wer mag, darf dazustoßen. Die Pflege der hohen Hecken und der Bäume übernehmen nach Angaben Annette Kerkers professionelle Gärtner. Weitere Informationen zu der Gruppe gibt es bei Günter Lasrich, Tel. (0 52 08) 77 55, oder bei Annette Kerker, Tel. (0 52 08) 14 93.

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