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Studentin Lisa Kemper (l.) zeigt Ana und Clara Caparros einen Reaktor, der eine Flüssigkeit enthält, in der Säugetierzellen wachsen. - © Björn Kenter
Studentin Lisa Kemper (l.) zeigt Ana und Clara Caparros einen Reaktor, der eine Flüssigkeit enthält, in der Säugetierzellen wachsen. | © Björn Kenter

Studieren in OWL Neue Gebäude und neuer Studiengang an der Technischen Hochschule OWL

Am Tag der offenen Tür stellte die Hochschule ihre künftige Ausrichtung vor, die sich auch in baulichen Veränderungen an zwei Standorten ausdrückt.

Björn Kenter
12.06.2022 | Stand 12.06.2022, 19:39 Uhr

Lemgo. Ein saniertes Hauptgebäude, dazu mit dem Innovation-Spin und der Smart-Food-Factory zwei Neubauten, die bald bezugsfertig sein werden - beim Tag der offenen Tür der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) gab es für die Besucher viel Neues zu sehen. An den Standorten Lemgo und Detmold stellten die Dozenten und Studierenden der jeweiligen Fachbereiche unter dem Motto "Der Zukunft das Wasser reichen" ihre Studiengänge vor. Auch die Fachbereiche vom Standort Höxter waren in Lemgo vertreten.

Den baulichen Veränderungen liegen strategische Weichenstellungen für die künftige Forschung und Lehre zugrunde. Ein Aspekt soll dabei eine entscheidende Rolle spielen: "Alle Fachbereiche, Dezernate und Institute der TH OWL haben sich dazu bekannt, Nachhaltigkeit substanziell zu leben", betont Hochschulpräsident Jürgen Krahl.

Der Klimawandel und der demografische Wandel seien in Bezug auf Ernährung, Gesundheit, Medizin und Wohnen große Herausforderungen, die bewältigt werden müssen. Beispiele seien die Digitalisierung der Landwirtschaft, die eine nachhaltigere Bewirtschaftung ermögliche, aber auch nachhaltiges Bauen oder die ressourcenschonende Produktion von Lebensmitteln. "Wir wollen den Studierenden keine Weltsicht, sondern einen Weltzugang vermitteln", so Krahl. Stefan Witte, als Vizepräsident für Forschung und Transfer zuständig, ergänzt: "Technologie ist für uns kein Selbstzweck. Nur mit Technologie sind Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit überhaupt möglich." Hier ein Überblick über die Neuerungen:

Innovation-Spin
Blick auf den Innovation-Spin mit seiner auffälligen Architektur. - © Björn Kenter
Blick auf den Innovation-Spin mit seiner auffälligen Architektur. | © Björn Kenter

Die Geometrie dieses Gebäudes mit zahlreichen Begegnungsflächen ist so angelegt, dass sich die Partner aus dem Handwerk, den berufsbildenden Schulen und der Hochschule auf Augenhöhe unter einem Dach begegnen, erklärt Jürgen Krahl den interdisziplinären Ansatz. Der Innovation-Spin ist ein Gemeinschaftsprojekt der TH OWL, dem Kreis Lippe und der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, um den Austausch zwischen Lehre, Forschung, Wirtschaft und Handwerk zu fördern. Die Fertigstellung ist für Ende dieses Jahres geplant.

Smart-Food-Factory

In diesem Infrastrukturprojekt zum Bau einer "intelligenten Lebensmittelfabrik" sollen kleine und mittelständische Unternehmen sowie Gründerinnen und Gründer die notwendige Infrastruktur finden, um neue Lösungsansätze für die digitale Transformation in der Lebensmittelbranche zu erforschen und umzusetzen. Die Smart-Food-Factory ist angelehnt an die bereits existierende Smart-Factory, in der Expertenteams künftige Fertigungstechniken erforschen, simulieren und demonstrieren.

Medienproduktion in Detmold

Vor wenigen Wochen eingeweiht wurde das neue Gebäude für den Fachbereich Medienproduktion am Kreativ Campus in Detmold, das den bisherigen Standort in Lemgo ersetzt. Den rund 450 Studierenden stehen unter anderem moderne Video- und Audiostudios, ein professionelles Radiostudio, digitale Schnittplätze und Medienlabore zur Verfügung. Nebenan entsteht das bundesweit einmalige Kreativ-Institut OWL. Hier soll laut Jürgen Krahl gemeinsam mit der Hochschule für Musik Detmold und der Universität Paderborn an Zukunftstechnologien für Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft gearbeitet werden.

Neuer Studiengang Umweltwissenschaften
Stefan Wolf (Standort Höxter, hinten v. l.), Markus Baier (Bürgermeister), Jürgen Krahl, Stefan Witte, Kathrin Lemme (Kommunikation und Profil), Yvonne-Christin Knepper-Bartel (Bildung und Internationalisierung) sowie Jörg Rodehutskors (Geschäftsführer Innovation Campus, vorne v. l.), Anja Moldehn (Geschäftsleitung CIIT) und Nicole Soltwedel (Kanzlerin) beim Tag der offenen Tür der TH OWl. - © Björn Kenter
Stefan Wolf (Standort Höxter, hinten v. l.), Markus Baier (Bürgermeister), Jürgen Krahl, Stefan Witte, Kathrin Lemme (Kommunikation und Profil), Yvonne-Christin Knepper-Bartel (Bildung und Internationalisierung) sowie Jörg Rodehutskors (Geschäftsführer Innovation Campus, vorne v. l.), Anja Moldehn (Geschäftsleitung CIIT) und Nicole Soltwedel (Kanzlerin) beim Tag der offenen Tür der TH OWl. | © Björn Kenter

Ab dem Wintersemester 2023/24 bietet die TH OWL am Standort Höxter den neuen Studiengang Umweltwissenschaften an. Dieser konzentriert sich auf die Themenbereiche Wasser und Energie. "Das sind aus umweltpolitischer Sicht die wesentlichen Aktionsfelder zur Eindämmung des Klimawandels und zum dauerhaften Erhalt der Lebensqualität", erklärt Dekan Ralf Hesse vom Fachbereich Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik.

Der Studiengang umfasst neben gesellschaftlich politischen Aspekten vor allem die umwelttechnischen Rahmenbedingungen des Kampfes gegen den Klimawandel. Er richtet sich vor allem an Studieninteressierte, die sich mit dem Spannungsfeld von Umwelt und Gesellschaft beschäftigen möchten und soll das Umweltmanagement professionalisieren.

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