Einsatz unter erschwerten Bedingungen: An der Kläranlage ist ein Bauarbeiter in eine enge Baugrube gestürzt. - © Feuerwehr Lemgo
Einsatz unter erschwerten Bedingungen: An der Kläranlage ist ein Bauarbeiter in eine enge Baugrube gestürzt. | © Feuerwehr Lemgo

Lemgo Arbeiter stürzt in Lemgo drei Meter in eine Baugrube

Till Brand

Lemgo. Zufälle gibt’s, die gibt’s gar nicht. Zumal solch glückliche im Unglück. Letzteres: An der Baustelle am Klärwerk ist ein Arbeiter mehr als drei Meter tief gestürzt – und zwar in eine enge Baugrube. Dass am Ende alles vergleichsweise glimpflich ausging, ist auch besagtem Zufall geschuldet: In der Baugrube hatte die Feuerwehr wenige Woche zuvor genau diesen Unglücksfall bereits geprobt. Daher gelang die Rettungsaktion mit der Drehleiter besonders reibungslos, bekräftigt Feuerwehrmann Frank Hoppe. Der Bauarbeiter hatte an einem Schaltkasten in der Nähe der Abbruchkante zur Baugrube zu tun. Bei seinem metertiefen Fall zwischen die Spundwand, die das Erdreich abstützt, und die Betonwand des neuen Belebungsbeckens zog sich der Mann an einem Stahlteil eine stark blutende Fleischwunde am Bein zu. Mit einer Korbtrage wurde der Mann herausgezogen Noch in der Baugrube versorgten Notärzte und Sanitäter das Opfer. Doch nun wurde es kompliziert: Auf dem Tragebrett des Rettungsdienstes ließ sich der Mann nicht einfach aus der metertiefen „Falle" heraustragen. „Um ihn aus der misslichen Situation zu holen, mussten wir mit der Drehleiter anrücken", erinnert sich Frank Hoppe. Mithilfe der Korbtrage und eines Seilgeschirrs hoben die Einsatzkräfte den Mann heraus, ohne dass er größeren Erschütterungen ausgesetzt worden sei. „Weil wir erst Wochen zuvor an dieser Baugrube geübt haben, wussten wir genau, wo der Drehleiter-Wagen stehen muss. Wir mussten nicht einmal die Entfernung abschreiten", sagt Hoppe, Ausbilder für neue Lemgoer Drehleitermaschinisten. Auch habe der Feuerwehr in die Karten gespielt, dass ein Großteil der Mannschaft schon bei besagter Übung im März beteiligt gewesen war. „Jeder hatte sofort seine richtige Position. Es hat außerordentlich gut funktioniert", sagt Frank Hoppe. Gerade mit dem Team der städtischen Kläranlage pflege man eine gute Zusammenarbeit, was Übungen auf echten Baustellen angehe. Bei privaten Projekten sei das in den meisten Fällen nicht möglich. Angesichts des eingespielten Teams war der Einsatz für die Feuerwehr nach einer guten Stunde beendet. Der Rettungsdienst nahm den verletzten Bauarbeiter mit ins Klinikum.

realisiert durch evolver group