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In Kalletal wird wegen des Verdachst auf Kindesmissbrauch ermittelt. - © Andreas Frücht (Symbolbild)
In Kalletal wird wegen des Verdachst auf Kindesmissbrauch ermittelt. | © Andreas Frücht (Symbolbild)

Ermittlungen im Kreis Lippe Verdacht auf Kindesmissbrauch: Mutter (32) in Kalletal festgenommen

Die Frau sitzt in U-Haft. Die Kinder (5, 8 und 11 Jahre) wurden in Obhut genommen. Am Dienstag sollte die Wohnung der Verdächtigen erneut durchsucht werden.

10.08.2021 | Stand 11.08.2021, 05:27 Uhr

Kalletal (anwi/dpa). Nach Hinweisen auf sexuellen Missbrauch an ihren Kindern hat die Polizei in Kalletal im Kreis Lippe eine 32-jährige Mutter vorläufig festgenommen. Bislang hat sich die Frau nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Ralf Vetter zu den Vorwürfen gegenüber den Ermittlern und dem Untersuchungsrichter nicht geäußert.

Wie Staatsanwaltschaft Detmold und Polizei Bielefeld am Dienstag mitteilten, hatten die Ermittler nach IT-Auswertungen in einem Verfahren einer anderen Polizeibehörde Hinweise auf sexualisierte Gewalt gegen Kinder in Kalletal erhalten.

Erneute Durchsuchung der Wohnung

Zur Festnahme in der Wohnung der alleinerziehenden Mutter kam es bereits am Mittwoch, 4. August, heißt es in der Mitteilung. Es wurde Untersuchungshaft angeordnet. Das Polizeipräsidium Bielefeld übernahm die Ermittlungen.

Die Polizisten durchsuchten die Wohnung, die 5-, 8- und 11-jährigen Kinder wurden in Obhut genommen. In den Wohnräumen wurden auch Datenträgerspürhunde eingesetzt, so Polizei und Staatsanwaltschaft weiter.

Am Dienstag sei zudem eine Einsatzhundertschaft für weitere Durchsuchungen vor Ort. Mit einem Ergebnis sei laut Staatsanwaltschaft vorerst nicht zu rechnen. Die Ermittlungen dauern an.

Nordrhein-Westfalen wurde in den vergangenen Monaten und Jahren von mehreren schweren Fällen sexualisierter Gewalt gegen Kinder erschüttert. So unter anderem im Fall des schweren Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz im Lippischen Lügde.

In einem der größten Prozesse um Kindesmissbrauch der vergangenen Jahre wurden im Juli Urteile gegen den Hauptangeklagten und weitere Täter im Missbrauchsfall Münster gesprochen. Zudem läuft in diesem Fall ein Prozess gegen die Mutter eines der Opfer.

Staatsanwalt: Bislang keine Verbindungen zu großen Fällen

Seit Oktober 2019 gibt es Ermittlungen im sogenannten Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach, der im Oktober 2019 seinen Anfang in der NRW-Stadt nahm. Seither sammelten die Ermittler Tausende Daten zu möglichen Taten deutschlandweit.

Erst vor wenigen Monaten wurde zudem die Plattform "Boystown" von Ermittlern zerschlagen, auf der Bilder und Videos von sexualisierter Gewalt gezeigt wurden. Einer der Hauptbeschuldigten in diesem Fall kommt aus Ostwestfalen-Lippe.

Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Detmold gibt es bei den laufenden Ermittlungen in Kalletal derzeit aber keine Hinweise auf Verbindungen zu den großen Missbrauchsfällen der vergangenen Jahre.

+++Weitere Informationen folgen+++

Information

Betroffene oder Menschen, die einen Missbrauch vermuten, können sich kostenfrei und anonym an das "Hilfetelefon Sexueller Missbrauch" wenden: 0800-22 55 530. Weitere Infos zu Beratungs-und Hilfeangeboten vor Ort gibt es unter: www.hilfeportal-missbrauch.de

Kinder und Jugendliche, die Missbrauch erlebt haben, können sich montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr an die "Nummer gegen Kummer" (116 111) wenden. Auf www.nummergegenkummer.de gibt es auch die Möglichkeit, mit den Beratern zu chatten.

Wer sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlt oder pädophile Neigungen bei sich vermutet, findet Ansprechpartner beim Projekt "Kein Täter werden" der Berliner Charité. Auf www.kein-taeter-werden.de und unter 030-450 529 450 gibt es kostenlose Informationen. Es gilt die ärztliche Schweigepflicht.

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