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Kulturdenkmal inmitten idyllischer Natur: Die Externsteine in Horn-Bad Meinberg. | © picture alliance / imageBROKER

Tourismus Externsteinen droht der Müll-Infarkt

Der Landesverband Lippe sieht das Ökosystem des Geländes und den Uhu bedroht

Matthias Bungeroth
06.08.2019 | Stand 06.08.2019, 18:19 Uhr

Horn-Bad Meinberg. Die Externsteine in Horn-Bad Meinberg gehören zu den meist besuchten touristischen Attraktionen Ostwestfalen-Lippes. Das Naturdenkmal liegt inmitten eines Naturschutzgebietes. Doch dessen Unberührtheit droht eine aktuelle Gefahr: Müllreste und Rückstände von Grillfesten. Der Landesverband Lippe spricht von "Spuren von rücksichtslosem Verhalten an den Externsteinen, die immer häufiger zu sehen sind". Diese seien "sehr zum Schaden der Natur und der Besucherinnen und Besucher, die diese Natur einfach genießen wollen". In letzter Zeit wurden zum Beispiel zwischen Bäumen gespannte Plastikfolien, die mit Farbe besprüht wurden, sowie Glasscherben auf dem Waldboden und eine Grillausrüstung auf einem durch Ruß geschwärzten Felsen gefunden. "All diese Erscheinungen sind nicht nur unschön, sie stellen auch eine konkrete Gefahr für natürliche Bewohner der Wälder rund um die Externsteine dar", wie der Landesverband Lippe feststellt. "Eine neue Dimension der Verschmutzung" Befürchtet wird, dass aufgrund der Verschmutzungen die Uhus, die seit zehn Jahren an den Externsteinen zuhause sind, ihren Brutstandort aufgeben. "Der Landesverband Lippe  als Grundeigentümer sieht sich dadurch gezwungen,  entsprechende Maßnahmen zu ergreifen", sagen Ralf Noske und Peter Gröne, Geschäftsführer der Denkmal-Stiftung des Landesverbands Lippe. Beide sprechen übereinstimmend von einer "neuen Dimension der Verschmutzung eines der ältesten Naturschutzgebiete Lippes". In Zeiten, in denen über das Eindringen von Mikroplastik in den Naturkreislauf diskutiert werde, sei dies "ein besonders verantwortungsloses Verhalten". "Eine Gefahr für viele wildlebende Tiere" Die Schutzgemeinschaft Externsteine sieht das genauso. Sie setzt sich für den Erhalt des einmaligen Naturraums ein. "Plastikfolie und die abblätternde Farbe stellen eine Gefahr für viele wildlebende Tiere dar", sagt Robin Jähne von der Schutzgemeinschaft. Er kenne zahlreiche Beispiele, in denen sich Tiere in solchen Folien verfangen hätten und dann qualvoll verendet seien. Auch die Waldbrandgefahr durch das verantwortungslose Verhalten einiger Besucher sei nicht zu unterschätzen. "Im Wald herrscht Wasserdefizit", sagt Jähne. Dies gelte, auch wenn  zwischendurch mal ein Regenschauer falle. Dies sei besonders an den Fichten zu erkennen, die wegen Trockenheit oder Borkenkäferbefall eingingen. "Helft uns, die Natur zu bewahren" Noske: "Schon ein umkippendes Teelicht oder eine Glasscherbe in der Sonne können einen Waldbrand verursachen." Auch ein Schwelbrand könne entstehen, der sich im Untergrund ausbreite. Die Experten appellieren deshalb an alle Besucherinnen und Besucher: "Helft uns, die Natur so zu bewahren, wie sie ist." Wer bemerke, dass im Wald gegrillt, Feuer gemacht oder gezeltet werde oder dass Bäume mit Plastikfolien umwickelt würden, solle seine Beoabachtungen den Experten im Infozentrum Externsteine melden. Der Landesverband will künftig die Kontrollen in dem Gebiet verstärken. So würden Mitarbeiter auf Patrouille gehen. Ein Sicherheitsdienst werde nachts Streifenfahrten unternehmen. Gröne: "Das geschieht im Interesse der Menschen, denen die Felsen und die Natur wirklich wichtig sind, und im Interesse der Natur."

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