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Die lippische Polizei fahndet wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs. - © picture alliance
Die lippische Polizei fahndet wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs. | © picture alliance

Raum Detmold Möglicher Missbrauch: Polizei fahndet mit Fotos nach Dating-App-Nutzer

Zeuge berichtet von verdächtigen Äußerungen eines Netzwerk-Nutzers. Polizei fahndet mit Bild

Janet König
09.10.2019 | Stand 09.10.2019, 18:44 Uhr
Erol Kamisli

Detmold. Wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern fahndet die Polizei mit Fotos nach einem möglichen Tatverdächtigen. Ein bislang Unbekannter soll am 12. August 2019 über eine Dating-App einem weiteren Nutzer geschrieben haben, dass er seinen jüngeren Bruder missbraucht habe. Der Zeuge aus Detmold brachte dies zur Anzeige, heißt es im Polizeibericht. Die Polizei nutzt die Fotos des Mannes, die im Profil der Dating-App hinterlegt sind, für die öffentliche Fahndung. „Wir haben konkrete Hinweise auf eine schwere Straftat, die solch einen Schritt an die Öffentlichkeit rechtfertigen. Zudem gibt’s auch einen richterlichen Beschluss", sagt Oberstaatsanwalt Ralf Vetter. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Tatverdächtige sich im Umkreis von etwa 30 Kilometern um Detmold herum aufgehalten hat, da die App die Nutzer in der Nähe nach Entfernung auflistet. Zuvor bereits Fahndung in anderem Fall Bereits am Dienstag hatte die lippische Polizei vorübergehend eine Öffentlichkeitsfahndung veranlasst, weil ein Mann verdächtig wird, in einem Lagenser Freibad Mädchen in der Umkleide fotografiert zu haben. Nachdem etliche Hinweise eingegangen waren, nahm die Polizei die Fahndung wieder zurück. Dass es in Lippe so kurz hintereinander zu zwei Öffentlichkeitsfahnungen im Bereich Kindesmissbrauch/Kinderpornografie gekommen ist, sei laut Polizeisprecherin Laura Merks allein dem Zufall geschuldet. Dennoch habe die Polizei in den vergangenen Monaten festgestellt, dass Anzeigen in Bezug auf Kindesmissbrauch seit dem Fall Lügde immer häufiger gestellt werden. "Es kann gut sein, dass Lügde die Menschen sensibilisiert hat", sagt Merks. Ob es auch zu mehr Straftaten gekommen ist, könne man jetzt noch abschätzen.

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