Ein Arzt wird aufgrund einer Verwechslung mit seinem Kollegen Sexismus vorgeworfen. - © picture alliance / Moritz Vennemann
Ein Arzt wird aufgrund einer Verwechslung mit seinem Kollegen Sexismus vorgeworfen. | © picture alliance / Moritz Vennemann

Detmold Sexistische Homepage: Amtsarzt wehrt sich gegen Verwechslung mit Kollegen

Marc Winkel wird mit seinem Kollegen verwechselt, der die Website betrieben hat

Detmold. Online rät ein Mediziner der Kreisverwaltung Lippe Frauen dazu, lieber abzuspecken, anstatt sich zu schminken. Als eine Mitarbeiterin der Behörde öffentlich macht, dass diese sexistischen Zeilen von der Homepage eines Amtsarztes stammen, ändert sich auch der Arbeitsalltag von Mediziner Mark Winkel, dem einzigen weiteren männlichen Amtsarzt in der Kreisverwaltung Lippe. Denn der Mediziner wird mit seinem Kollegen, dem Betreiber der Homepage, verwechselt. Nun sucht der Arzt die Öffentlichkeit. „Die Verwechslungsgefahr belastet mich, denn ich betreibe keine sexistische Homepage und begegne meinen Patienten mit Wertschätzung und Loyalität", erklärt Winkel, der seit fünf Jahren als Mediziner für die Kreisverwaltung Lippe tätig ist. Winkel sucht nun die Öffentlichkeit, um klarzustellen, dass er sich nichts hat zuschulden kommen lassen. „Da nur zwei männliche Amtsärzte für die Kreisverwaltung Lippe arbeiten, glauben viele Patienten, dass ich die angeblich sexistische Website betrieben habe. Diese Verwechslung behindert mich in meiner Arbeit." Kollege führt keine Einstellungsuntersuchungen durch Sein Kollege, der nur noch stundenweise für die Kreisverwaltung Lippe tätig ist und keine Einstellungsuntersuchungen mehr durchführt, schaltete seine Website auf Veranlassung der Kreisverwaltung 2018 ab. Auf der Homepage veröffentlichte er unter anderem einen Artikel mit der Überschrift Frauentaille. Darin erklärte der Mediziner mit Verweis auf die perfekte Sanduhr-Figur, dass er Frauen stets zuerst auf die Taille schaut und nicht auf Busen, Beine, Po oder Haare. Gespickt war der Artikel mit dem Foto einer Frau im Bikini, allerdings ohne den Kopf der Frau zu zeigen. Disziplinarische Maßnahmen hat es nach Angaben des Personalservice-Leiters der Kreisverwaltung Lippe, Jörg Ortmeier, nicht gegeben. Diese wären nur dann angebracht gewesen, wenn der Amtsarzt die Website nicht abgeschaltet hätte, so Ortmeier.

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