Astrid Götze und Kellner Salvatore Fabrizio sitzen vor dem Eiscafé Europa am Detmolder Marktplatz. Hier ist am Mittwoch Götzes Eisbecher geplatzt. - © Seda Hagemann
Astrid Götze und Kellner Salvatore Fabrizio sitzen vor dem Eiscafé Europa am Detmolder Marktplatz. Hier ist am Mittwoch Götzes Eisbecher geplatzt. | © Seda Hagemann

Detmold Eisbecher explodiert: Detmolderin wird durch Glas-Splitter verletzt

Mitarbeiter des Cafés kann sich "Explosion" nicht erklären

Janet König

Detmold. Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad hilft nur noch ein Eis, das dachte sich auch Astrid Götze. Die 58-jährige Detmolderin wollte daher am Mittwoch mit einer Freundin ganz gemütlich einen Eiskaffee am Detmolder Marktplatz genießen. Doch der Besuch in der Eisdiele endete wenig entspannt mit einem Gang zum Arzt. Plötzlich gab es einen lauten Knall Anfangs lief noch alles normal: Das Eiscafé Europa direkt am Marktplatz war brechend voll, dennoch gelangten die Bestellungen der Freundinnen an ihren Tisch. Bei der Hitze habe Götze das eiskalte Getränk besonders schnell ausgetrunken, das leere Glas blieb dann noch eine Weile auf dem Tisch stehen. Dann plötzlich ein lauter Knall. "Als hätte jemand auf das Glas geschossen", sagt Götze. Der Becher zerplatzte in messerscharfe Einzelteile. Die Glas-Splitter schossen wie kleine Geschosse durch die Gegend, berichten auch Besucher. "In meinen Haaren, in der Handtasche, auf dem ganzen Tisch - alles war voll", sagt Götze. Kellner: "Explosion" unerklärlich Ein Glassplitter bohrte sich in den linken Unterarm der 58-Jährigen. "Ich stand total unter Schock, damit rechnet doch keiner", sagt sie. Die erste Blutung stillte sie direkt mit einem Einkaufsbeutel, den sie zur Hand hatte. Dann eilte Kellner Salvatore Fabrizio mit einem Pflaster zu Hilfe. Für den 37-Jährigen sei die "Explosion" unerklärlich. "Über sechs Jahre benutzen wir diese Gläser - sowas ist noch nie passiert", sagt Fabrizio. Ihm habe der Vorfall sehr leid getan. Die Eiscafés gingen daher aufs Haus, außerdem gab es für beide Damen ein Wasser zur Beruhigung sowie einen 10-Euro-Gutschein für die Verletzte. "Der Schnitt ist nicht so dramatisch, der Vorfall an sich schon", sagt Götze. Ihr sei daher besonders wichtig, damit in die Öffentlichkeit zu gehen und auf die Gefahr hinzuweisen. Auch große überregionale Medien und das Fernsehen hätten sich ihrer Geschichte direkt angenommen. Etwas enttäuscht sei die 58-Jährige von der Reaktion ihrer Mitmenschen gewesen. So richtig geholfen hätte niemand – obwohl der laute Knall viele Gäste aufgeschreckt hätte. Neue Gläser will sich das Eiscafé Europas übrigens erst mal nicht anschaffen. Schließlich sei die Explosion bisher ein Einzelfall. „Sonst gehen sie nur beim Runterfallen kaputt", sagt Fabrizio. Inzwischen kann auch Astrid Götze wieder lächeln – zwei Tage später sitzt sie schon wieder im Europa.

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