Eine Wölfin hat sich in der Senne niedergelassen. - © Pixabay
Eine Wölfin hat sich in der Senne niedergelassen. | © Pixabay

Schloß Holte-Stukenbrock Wölfin ist in der Senne: Wie sollten sich Hundebesitzer verhalten?

Im Augustdorfer Dünenfeld gibt es jetzt eine „Wolfswanderung“ - eine Biologin gibt Tipps für den richtigen Umgang mit der Wölfin

Schloß Holte-Stukenbrock/Augustdorf. Seit ein paar Tagen ist es offiziell: Im Gebiet des Naturschutzgroßprojektes Senne und Teutoburger Wald hat sich eine Wölfin niedergelassen. Grund genug für Edda Affeldt, Biologin beim Naturschutzbund Lippe und Naturparkführerin, eine „Wolfswanderung" im Augustdorfer Dünenfeld anzubieten, das sich bis auf Stukenbrocker Gebiet erstreckt. Edda Affeldt hatte die Wanderung bewusst für Hundebesitzer ausgeschrieben. „Mir ist es unter anderem wichtig zu erklären, wie sich die Tatsache, dass sich hier eine Wölfin aufhält, auf das tägliche Gassigehen auswirkt", erklärte die Biologin im Vorfeld. Und so hatten sich zehn Teilnehmer mit ihren Hunden am Heidehaus versammelt, um die mehrstündige Wanderung zu unternehmen. "Ein Wolf könnten einen Hund als Konkurrenz ansehen" Dabei erfuhren die Hundebesitzer, dass das Revier eines Wolfes sehr groß ist. „Das bedeutet auch, dass die Wahrscheinlichkeit, sich zur gleichen Zeit an der gleichen Stelle wie der Wolf zu befinden, sehr gering ist", erläuterte Affeldt. Wichtig sei jedoch, den Hund in einem Wolfsgebiet an der Leine zu führen. „Ein Wolf könnte einen Hund als Konkurrenz ansehen", warnte die Expertin die Teilnehmer. Falls es zu einem Kampf zwischen Hund und Wolf kommen sollte, sei es durchaus möglich, dass Letzterer den Hund verletze oder gar töte. Affeldt wies eindringlich darauf hin: „Die Leine stellt den besten Schutz für einen Hund dar." Für den Fall, dass Hundebesitzer ihren vierbeinigen Freund weiterhin frei umherlaufen lassen wollten, müsse der Hund unbedingt und jederzeit abrufbar sein. „Doch das sollte in Freilaufgebieten eh der Fall sein", stellte Affeldt klar. Und sie mahnt: „Wenn der Hund nicht sofort auf einen Rückruf oder einen Pfiff gehorcht, dann mit dem Hund wieder zur Hundeschule gehen oder ihn an die Leine nehmen." Koppeln müssen wolfssicher gemacht werden Und auch mit einem alten Märchen räumte die Biologin bei den interessiert lauschenden Wanderern auf: „Kleine Zicklein, wehrlose Großmütter, hilflose Kinder – die frisst der Wolf am liebsten." Edda Affeldt gab die Märchen schmunzelnd wieder. Forscher hätten nun aber deutlich gemacht: Die Leibspeise vom Canis lupus, wie der Wolf mit wissenschaftlichem Namen heißt, sind Wildtiere, die sich mit ihm den Lebensraum teilen. „Selten steht auch mal ein Nutztier auf der Speisekarte – wenn diese nicht ausreichend geschützt sind", klärte Edda Affeldt auf. „Mit der Ausweisung des Wolfsgebietes haben die Weidetierhalter nun ein Jahr Zeit, um ihre Koppeln wolfssicher zu machen", sagte die Biologie. Denn sollte der Wolf in einem Jahr ein Tier reißen, sei es an den Weidetierhaltern zu beweisen, dass der geforderte Mindestschutz für die Tiere eingehalten wurde. "Eine Patentlösung gibt es nicht" Für die Teilnehmer eine echte „Wolfswanderung", wie sie im Anschluss verrieten. „Ich fand es toll, dass so vielschichtig und differenziert über die Auswirkungen des Wolfes berichtet wurde", war von einer Teilnehmerin zu hören. Eine andere wiederum merkte an, dass Schutzmaßnahmen gegen den Wolf und zum Schutz von Weidetieren sehr vielschichtig seien und differenziert betrachtet werden müssten. „Eine einzige Patentlösung gibt es nicht", das stellte auch Edda Affeldt heraus.

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