Protest: Die Gegner des Gewerbe- und Industriegebietes in Stukenbrock-Senne protestieren mit Plakaten. - © Birgit Guhlke
Protest: Die Gegner des Gewerbe- und Industriegebietes in Stukenbrock-Senne protestieren mit Plakaten. | © Birgit Guhlke

Schloß Holte-Stukenbrock Erschließung könnte für Anwohner teuer werden

Gewerbepark Senne: Stadt verhandelt derzeit über Grundstückskäufe in Stukenbrock-Senne

Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock. Das umstrittene Gewerbe- und Industriegebiet in Stukenbrock-Senne wird verwirklicht. Da ist sich Olaf Junker schon ziemlich sicher. Der Kämmerer der Stadt ist auch Geschäftsführer der im vergangenen Jahr gegründeten Gewerbepark Senne GmbH, die die Grundstücke kauft und vermarktet. „Das Ganze wird ’was", sagt er auf Anfrage der NW. Die Anwohner, die ihre Grundstücke nicht verkaufen wollen, müssen sich auf Erschließungsgebühren gefasst machen. Die Höhe ist zum jetzigen Planungszeitpunkt noch ungewiss, es könnten aber je nach Grundstück einige Zehntausend Euro anfallen, sagt Olaf Junker. Schließlich entstünde wegen der Erschließung die „Möglichkeit der Bebaubarkeit" und damit ein wirtschaftlicher Vorteil für die Eigentümer. Die Erschließungskosten waren bislang noch kein Thema, weil die frühestens abzusehen sind, wenn die Ausmaße des Gewerbeparks feststehen, erklärt Olaf Junker. Im Moment verhandelt die Stadt noch mit einigen Eigentümern über Grundstücksverkäufe, deshalb seien noch mehrere Planungsvarianten im Umlauf. Mit den Anwohnern, die sich im Vorfeld strikt gegen einen Verkauf ausgesprochen haben, hat es noch keine Gespräche gegeben. "Wenn wir 35 Hektar haben, können wir planen" 53 Hektar soll das Gewerbe- und Industriegebiet umfassen, „wenn wir 35 Hektar haben, können wir planen", sagt Olaf Junker. Die Stadt habe seit Jahren schon Grundstücke erworben, 10 Hektar sind so bereits zusammengekommen. Wie viele Anwohner zusätzlich verkauft haben – oder die Absicht haben –, will Junker nicht verraten. „Betriebsgeheimnis." Zudem wollen die Anwohner anscheinend selbst nicht, dass ihr Verkauf öffentlich wird. Es seien zusammenhängende Grundstücke dabei und ein Streifen gegenüber der Polizeischule am Lippstädter Weg, so viel verrät Olaf Junker. „Wir sind gut dabei, im Herbst wissen wir mehr." Mark Grünke gehört zu den Anwohnern, die nicht verkaufen wollen. Ihm ist bislang nicht bekannt, dass ein Verweigerer umgeschwenkt ist. Dass auf die verbleibenden Anwohner Erschließungskosten zukommen, sei allen bewusst. Er will mit seinen Nachbarn weiter gegen das Gebiet und kämpfen. „Es wird verharmlosend von einem Gewerbepark gesprochen", sagt er, „dass dort Industrie direkt neben einem Wohngebiet entstehen soll, geht dabei unter."

realisiert durch evolver group