Einsatz: Feuerwehrleute löschen den Brand im Oberen Furlbachtal. - © Guntmar Wolff
Einsatz: Feuerwehrleute löschen den Brand im Oberen Furlbachtal. | © Guntmar Wolff

Augustdorf / Schloß Holte-Stukenbrock Kinder sind vermutlich Brandstifter im Furlbachtal

Brandserie im Oberen Furlbachtal: Zeugen bemerken drei Kinder auf dem Gebiet, das wenig später in Flammen aufgeht. Die Polizei bittet um Hinweise.

Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock. Für die Brandserie im Oberen Furlbachtal oder zumindest für einen Teil der Brände auf der Gemarkung Augustdorf könnten möglicherweise Kinder verantwortlich sein. Sie wurden in Brandnähe beobachtet. Die Polizei bittet um entsprechende Hinweise. Am Dienstag haben wir über die Brandserie im Furlbachtal berichtet. Seit Mitte Juni musste die Feuerwehr Augustdorf siebenmal ausrücken, um Waldbrände zu löschen. Fast ausschließlich war das Waldgebiet im Süden der Gemeinde zwischen Mühlenweg, Ludwig-Altenbernd-Weg und Schlehenweg betroffen. Es grenzt unmittelbar an den Furlbachtal-Rundwanderweg, und zwar an den Verbindungsweg von der ehemaligen Tütgemühle zu den Bentteichen. Wegen der Häufigkeit der Brände in einem bestimmten Gebiet schließt Feuerwehrsprecher Jörn Kurek eine Brandstiftung nicht aus. Feuerwehr muss Leitungen legen Meist lagen die Brandherde in unwegsamem Gelände, die Feuerwehr konnte mit den Tanklöschfahrzeugen nicht nah heranfahren, so dass Schlauchleitungen gelegt werden mussten. Gleich drei Einsätze hatte die Feuerwehr dort zu Wochenbeginn. Am Dienstagnachmittag schien sich der Verdacht der Feuerwehr zu bestätigen, weil zwei voneinander unabhängige Waldstellen in Verlängerung des Schlehenwegs in Brand gerieten. Wie die Polizei jetzt bekanntgibt, haben Zeugen am Dienstag gegen 14 Uhr drei Kinder beobachtet, die sich im engeren Umfeld der späteren Brandfläche aufgehalten haben und mit ihren Fahrrädern verschwanden. Ob sie tatsächlich etwas mit dem Feuer zu haben, steht zum jetzigen Zeitpunkt der Ermittlungen nicht fest. Pflanzen und Tiere kehren zurück Deshalb bittet die Polizei um weitere Hinweise im Zusammenhang mit dem Brand, insbesondere aber auch zu den Kindern. Brandstiftung ist eine strafbare Handlung. Das Strafgesetzbuch unterscheidet zwischen einfacher, schwerer, besonders schwerer und fahrlässiger Brandstiftung. Das Naturschutzgebiet Furlbachtal ist 205 Hektar groß, 121 Hektar gehören zu Schloß Holte-Stukenbrock, 84 zu Augustdorf. Es gehört komplett zum Arbeitsgebiet der Biologischen Station Kreis Paderborn-Senne. Mitarbeiter Frank Ahnfeldt hofft, dass das wertvolle Schutzgebiet keinen großen Schaden genommen hat. Es komme darauf an, ob der Brand eher oberflächig gewirkt hat, oder auch den Boden erhitzt. Letzteres sei für Fauna und Flora schlimmer. Feuerwehrsprecher Jörn Kurek sagt, dass die Brände ganz unterschiedlich verlaufen und beide Fälle eingetreten sind. Er beschreibt die Brände nicht als große Waldbrände, vielmehr ist das Unterholz abgebrannt. Frank Ahnfeldt geht daher davon aus, dass aufgrund des Arten- und Individuenreichtums die verbrannten Areale recht schnell wieder von Tieren und Pflanzen besiedelt werden können. Eine Art Neuanfang Ein Waldbrand sei nicht immer nur als Verlust einzuschätzen, auch wenn natürlich Pflanzen und Tiere dabei zugrunde gehen. Es könne auch eine Art Neuanfang sein. Die Asche trage viele Mineralsalze als Dünger in den Boden. Manche Pflanzen benötigen auch Feuer, um wieder keimen zu können. Er erinnert daran, dass unter Aufsicht gelegte Brände im Offenland – wie in der Heide – auch Pflegemaßnahmen sein können. Landwirte haben in früheren Zeiten ihre abgeernteten Stoppelfelder kontrolliert abgebrannt, mit einem Feuer, das schnell über den Boden streicht. Zeugen können sich bei der Polizei Detmold melden unter Tel. (0 52 31) 60 90.

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