Brand im Naturschutzgebiet: Im Furlbachtal in der Gemarkung Augustdorf müssen Feuerwehrleute seit Wochen Brände löschen. Wegen der Häufigkeit wird Brandstiftung nicht ausgeschlossen. Der Wald brennt nur unweit der Stadtgrenze. - © Guntmar Wolff
Brand im Naturschutzgebiet: Im Furlbachtal in der Gemarkung Augustdorf müssen Feuerwehrleute seit Wochen Brände löschen. Wegen der Häufigkeit wird Brandstiftung nicht ausgeschlossen. Der Wald brennt nur unweit der Stadtgrenze. | © Guntmar Wolff

Augustdorf / Schloß Holte-Stukenbrock Sieben Brände im Oberen Furlbachtal

Feuer:Förster warnen vor Waldbrandgefahr. Der Truppenübungsplatz Senne steht häufig in Brand, hiesige Wälder bleiben eher verschont. Zurzeit ist die Augustdorfer Feuerwehr im Dauereinsatz.

Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock. Erst Regen, jetzt Trockenheit. Waren es Anfang Juni noch die Starkregen, die Hochwasser bewirkten und sogar die Stadtverwaltung dazu veranlassten, die Bürger auf die Gefahren hinzuweisen, warnen nun Wetterdienste wegen der anhaltenden Trockenheit vor erhöhter Waldbrandgefahr. Förster Christoph Wiegand bittet die Bürger darum, sich an Vorsichtsmaßnahmen zu halten. „Der Wald ist knochentrocken", sagt er. Der Deutsche Wetterdienst aktualisiert täglich seinen Waldbrandgefahrenindex. Der gibt in fünf Stufen an, wie hoch die Waldbrandgefahr in Deutschland ist. Heute gilt vor allem für Brandenburg die höchste Gefahrenstufe, für Schloß Holte-Stukenbrock und Umgebung ist die Warnstufe rot (hoch) ausgegeben. Dieselbe Warnstufe zeigt der Graslandfeuerindex, der zum Beispiel für die Senne relevant ist. Militärübungen verursachen Brände Die Freiwillige Feuerwehr in Schloß Holte-Stukenbrock musste jedoch schon lange keinen Waldbrand löschen. Feuerwehrchef Claus Oberteicher glaubt sich zu erinnern, dass vor etwa 20 Jahren einmal Teile des Holter Waldes gebrannt haben. Andere Einsätze sind ihm nicht bekannt. Derzeit sind allerdings die Feuerwehrleute der Nachbargemeinde Augustdorf im Einsatz. Seit Mitte Juni hat es im Naturschutzgebiet Furlbachtal unweit der Grenze zu Schloß Holte-Stukenbrock sieben Wald- und Wiesenbrände gegeben. Wegen der ungewöhnlichen Häufung schließt die Augustdorfer Feuerwehr Brandstiftung nicht aus. Die hiesigen Löschzüge wurden bislang nicht um Hilfe gebeten. In höherer Alarmbereitschaft seien sie auch nicht. Claus Oberteicher: „Wir sind immer bereit." Eine Ausnahme ist auch der Truppenübungsplatz Senne. Dort werden häufiger Flächenbrände gemeldet. Fachleute sind sich sicher, dass Schießübungen des Militärs die Brände auslösen. Die Feuerwehren der Umgebung werden erst um Hilfe gebeten, wenn der Brand zu groß für die armeeeigene Feuerwehr wird. Das war zuletzt im April im Süden des Truppenübungsplatzes der Fall. In der Nähe einer Schießbahn stand eine etwa 100.000 Quadratmeter große Fläche in Brand. Warum es in den hiesigen Wäldern offenbar selten brennt, kann verschiedene Gründe haben. Vielleicht sind die Menschen wirklich aufmerksam und halten sich an die Empfehlungen der Förster, meint Christoph Wiegand, vielleicht liegt es aber auch an dem guten Wegenetz; viele Menschen halten sich in den Wäldern auf und erkennen und melden mögliche Brände. Die Gefahr sei jetzt nicht nur wegen der Trockenheit hoch, viele Baumkronen liegen noch als Folge des Orkans Friederike auf dem Waldboden. Wiegand warnt davor, Autos unachtsam am Waldrand zu parken, und er weist auf die Verbote hin, im Wald zu rauchen oder Feuer zu machen (siehe Info). Daran halten sich Menschen insbesondere im Jägergrund in Stukenbrock-Senne oft aber nicht. Die Fläche hinter der BMX-Bahn hat sich als Treffpunkt und Grillplatz für Religionsgemeinschaften etabliert, sagt Ordnungsamtsleiter Egon Henkenjohann. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes ist 30 Stunden pro Woche damit beschäftigt, Plätze in der Stadt auch in den Abendstunden oder am Wochenende abzufahren. Häufig geht es um Müll, bei Trockenheit achtet er aber auch auf Grillfeuer. Der Jägergrund gehört zur festen Route. Die Situation dort schätzt das Ordnungsamt als „nicht so schlimm" ein. Das Grillen wird daher geduldet. Vielmehr gebe es Beschwerden wegen Grillfeuer innerhalb der Stadt. Auch Polizist Claus Mikus gibt Entwarnung. Bis jetzt habe es noch kein Hilfeersuchen der Stadt gegeben.

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