0

Niesen Tod und Trauer in der Schule

Wie Lehrer und Schüler dem Thema Sterben begegnen

08.04.2013

Niesen (nw/scho). "Der Bedarf, über Tabu-Themen wie Krankheit und Tod an der Schule ins Gespräch zu kommen, ist da", sagte Seminarleiterin Dagmar Feldmann in einem ersten Fazit. "Viele Angestellte an Schulen warten auf ein solches Angebot."

13 Lehrer unterschiedlicher Schulformen, aber auch Schulseelsorger und Schulsozialarbeiter nahmen jetzt am Seminar "Leben und Sterben, Krankheit und Tod in der Schule" teil, das erstmalig vom Christlichen Bildungswerk Die Hegge und der Deutschen Kinderhospizakademie in Kooperation angeboten wurde. Mit Kornelia Weber, Referentin bei der Kinderhospizakademie, Trauerbegleiterin, Gymnasiallehrerin und selbst Mutter eines gestorbenen Sohnes, war eine erfahrene Bildungsreferentin zu Gast auf der Hegge.

Information

Weiterer Termin

-  "Leben und Sterben, Krankheit und Tod in der Schule": Aufgrund zahlreicher Nachfragen soll im November ein Wiederholungstermin angeboten werden.

- Weitere Infos im Internet unter www.die-hegge.de

In ihrem bewegenden Bericht erläuterte sie, wie ein Kind, das lebensverkürzend erkrankt sei, angemessen in seiner Klasse aufgenommen und begleitet werden könne. "Wenn ein Schüler stirbt, sei es nach Krankheit oder auch unerwartet nach einem Unfall, kommt es sehr darauf an, wie das Lehrerkollegium sich in den ersten Stunden und Tagen verhält", so Kornelia Weber. Ein angemessenes Verhalten könne sogar eine Schulgemeinschaft stärken. Weber plädierte dafür, sich dem Tod und der Trauer zu stellen, "statt einfach schnell zum Alltag hinüber zu wechseln".

Eltern eines verstorbenen Kindes seien in der Regel dankbar für den Kontakt zur Schule und dafür, wenn ihr Kind in einer Abschiedsfeier in der Schule gewürdigt werde und im Gedenken lebendig bleibe.
Auch für die Schüler sei ein offener Umgang mit allen Fragen, die sich im Zusammenhang mit Tod und Trauer stellen, äußerst wichtig. Da Tod und Sterben immer mehr in eine Tabuzone gedrängt worden sei, würden junge Menschen um existenzielle Erfahrungen betrogen, hielt Weber fest.

Mit einem großen Methodenspektrum und einfühlsamer Kompetenz brachte die Referentin die Teilnehmer dazu, sich mit selbst erlebter Trauer und dem Thema Tod auseinander zu setzen. Sie gab praktische Anleitung, wie man beispielsweise über Bücher, Hörbücher oder Filme das Thema mit Kindern und Jugendlichen altersgerecht bearbeiten kann.

"Die Teilnehmer des Seminars gingen nachdenklich, aber dankbar nach Hause", berichtet Dagmar Feldmann. Auch wenn sich niemand die Begegnung mit dem Tod an seiner Schule wünsche, so habe er doch ein wenig von seinem Schrecken verloren und werde stärker als Teil des Lebens wahrgenommen.