Borlinghausen Der Mittelpunkt im Dorf

Marienkirche in Borlinghausen 1872 eingeweiht: Das soll am Sonntag gefeiert werden

VON DIRK LINNENBERG
Günther Wulf, Monika Mertens, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats und Ulrich Stamm (v.l.). - © FOTO: DIRK LINNENBERG
Günther Wulf, Monika Mertens, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats und Ulrich Stamm (v.l.). | © FOTO: DIRK LINNENBERG

Borlinghausen. Sie steht im Zentrum des Eggedorfes Borlinghausen und des kirchlichen Lebens im Ort: Im Jahr 1872 weihte Bischof Konrad Martin die Kirche "Maria, Hilfe der Christen" ein. Das 140-jährige Bestehen ihrer Kirche ist für die Borlinghausener Katholiken jetzt ein besonderer Anlass zur Dankbarkeit, zur Freude und zum Feiern.

"Wir beginnen am Sonntag, 16. Dezember, um 11 Uhr mit einem Gottesdienst. Ein Sohn unserer Gemeinde, Michael Stamm, wird die Messe an der Orgel begleiten", kündigt Günther Wulf vom Kirchenvorstand an. Im Anschluss an den Gottesdienst werde Stamm die Kirchenbesucher auch noch mit einige Stücken erfreuen. Danach gehe es zum Mittagessen und gemütlichen Beisammensein in die Teutonia-Klippenhalle.

Ursprünglich gehörte Borlinghausen zur Löwener Kirchengemeinde. Im Ort stand nur eine Kapelle. Die Pfarrkirche befand sich in Löwen. 1860 wurde Freiherr von Wendt Besitzer des Gutes Borlinghausen. Er ließ eine Kirche errichten und trug sämtliche Baukosten. Über dem Eingangsportal der Kirche befindet sich noch das Wappen des Freiherrn. "1871 wurde der Kirchenbau vollendet, am 15. Oktober 1872 eingeweiht", informiert Wulf. Daher feiere die Gemeinde immer am dritten Sonntag im Oktober das Kirchweihfest.

1877 starb von Wendt, der Kirchenbau fiel an seine in Holland lebende Schwester und 1880 an deren Tochter Marie. Ihr Mann, Graf Franz zu Stollberg, sorgte für eine bessere Ausstattung der Kirche und trug Sorge, dass ein Geistlicher im Dorf wirkte. 1905 schließlich wurde, nach einer langen Auseinandersetzung mit dem Grafen, die Kirche der Gemeinde Borlinghausen als Eigentum zugesprochen.

Kirchenvorstand Wulf erzählt eine Anekdote: "Borlinghausen wollte sich damals von Löwen lösen, Filialkirchengemeinde mit eigener Vermögensverwaltung werden. Aber die Löwener wollten dafür eine Steuer haben." Borlinghausener und Ikenhausener taten sich zusammen: "Sie alle fuhren zur Kirchenvorstandswahl nach Löwen. Mit dem Ergebnis, dass im Löwener Kirchenvorstand nur noch Borlinghausener und Ikenhausener waren, aber niemand mehr aus Löwen", schmunzelt Wulf. Da aber der Paderborner Bischof auf der Seite der Borlinghausener stand, einigte man sich: "Wir gingen aus dem Kirchenvorstand heraus, brauchten aber auch keine Steuern an Löwen zu zahlen. Das war so um das Jahr 1924." Die Gemeinde Borlinghausen wurde Pfarrvikarie mit allen Rechten und Pflichten eines selbständigen Seelsorgebezirkes.

Information
30 Meter hoher Turm

Die Borlinghausener Kirche wurde 1871 im neugotischen Stil erbaut und 1872 eingeweiht.

An der Nordseite steht der 30 Meter hohe Turm, dort war früher die Sakristei untergebracht.

Das Eingangsportal zeigt das Wappen des Erbauers, des Freiherrn von Wendt.

An der Südseiten befindet sich eine Loge für den Gutsherrn.

Die Steine für den Bau stammen aus einem alten Steinbruch am Nordende des Alsterberges. (lin)

Nach den Wirren des zweiten Weltkrieges wurden die Schäden, die beim Einzug der Amerikaner an der Kirche entstanden waren, beseitigt. Ein elektrisches Geläut wurde eingebaut und in der Folgezeit die Kirche renoviert. 1962 wurde sie erweitert und vergrößert, am dritten Adventssonntag durch Dechant Dr. Fuhlrott geweiht. Die jüngste Veränderung erfolgte im Jahr 1997: "Da bekam unsere Kirche zum zweiten Mal nach 1953 eine neue Orgel", weiß Günther Wulf.

Für die Feier am Sonntag hoffen die Borlinghausener auf viele Gäste: "Jedermann ist eingeladen, mit uns zu feiern und den 140. Geburtstag unserer Kirche zu begehen. Wir haben genug Platz in der Halle", so Ulrich Stamm, Zweiter Vorsitzender des Kirchenvorstandes.

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