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Sorgen für Stimmung: Musikalisch wurden die Gäste vom Spielmannszug Willebadessen unterhalten. - © Marika Piechulek
Sorgen für Stimmung: Musikalisch wurden die Gäste vom Spielmannszug Willebadessen unterhalten. | © Marika Piechulek

Willebadessen Fest für erstes ländliches Grundschul-Familienzentrum in Willebadessen

NRW-Pilotprojekt beginnt

Marika Pischulek
22.09.2019 | Stand 22.09.2019, 17:05 Uhr

Willebadessen. Mit einem großen Kinder- und Familienfest startete nun offiziell ein landesweites Pilotprojekt: Das erste Grundschul-Familienzentrum im ländlichen Raum wird an der „7 Quellen Schule" in Willebadessen geschaffen. Eine Einrichtung, die Eltern, Kinder und Lehrer näher zusammenbringen soll. Dafür investieren Land, Kreis und Kommune mehr als 3,3 Millionen Euro. Das Familienzentrum möchte es Eltern und Schülern erleichtern, Schule mit zu gestalten. In den Räumen der Schule sollen Familien zusammenkommen, um sich auszutauschen, kreativ zu sein und Spaß und Freude zu haben. Auch Informationen und Beratungen soll es geben. Vorbild dafür ist eine Gelsenkirchener Schule, die vorab besichtigt wurde. In Willebadessen werden nun Angebote, welche bilden, beraten und unterstützen in der vergleichbar kleinen Stadt geschaffen und umgesetzt. Damit nimmt der Kreis Höxter eine Vorreiterrolle in NRW ein, denn bislang gibt es Familienzentren an Grundschulen nur in wenigen großen Städten und Ballungsgebieten – nun das erste Mal im ländlichen Raum. Gewonnene Erkenntnisse aus einer wissenschaftlichen Evaluation sollen für weitere Grundschulen in der Bildungsregion genutzt werden. Koordiniert wird das Projekt vom Kreis Höxter. Weitere Kooperationspartner sind das Schulamt für den Kreis Höxter, die Stadt Willebadessen, die Reinhard-Mohn-Stiftung und die Kindertagesstätten. Förderbescheid von über zwei Millionen Euro Zum Kinder- und Familienfest übergab Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl an Bürgermeister Hans Hermann Bluhm einen Förderbescheid des Landes NRW von über zwei Millionen Euro. Diese Gelder sollen sowohl den Bau bezuschussen als auch für die Ausweitung der Konzeption verwendet werden. Das Vorhaben würde sehr viel Geld kosten, erklärte Regierungspräsidentin den Kindern im Publikum. Die Kinder könnten sich bei ihren Eltern bedanken, die es durch das Zahlen von Steuergeldern ermöglichten, dass heute der Förderbescheid in solch einer hohen Summe übergeben wird. Rund 3,3 Millionen Euro sollen bis 2020 am Standort investiert werden. Im Zuge des Ausbaus soll auch der offene Ganztag, der aktuell noch in einem externen Gebäude stattfindet, in den Schulgebäudekomplex integriert werden. 1,8 Millionen Euro entfallen auf den multifunktionalen Bereich des Familienzentrums, der mit 90 Prozent vom Land gefördert wird. Aber auch Schulrat Klaus Gockeln erreichte mit seinen Worten die Zuhörer. „Wir möchten das alle Eltern, Kinder, Lehrer, die Stadt und der Kindergarten zusammenarbeiten und damit für euch Kinder richtig was Gutes zusammen hinkriegen". Aber auch die Reinhard-Mohn-Stiftung war durch Christoph Mohn vertreten. Unter dem Aspekt, die Chancengerechtigkeit von Kindern im Bildungssystem zu verbessern, fördert die Stiftung die ersten vier Jahre das Vorhaben mit einem Gesamtbetrag von 200.000 Euro. Das Fest wurde gut besucht. Eltern, Kinder, Erzieher, Politiker und Lehrer kamen zusammen um gemeinsam bei allerbestem Altweiber-Herbstwetter zu feiern. Für die Kinder gab es auf dem Schulgelände und im Schulgebäude verschieden Stationen an den sie basteln konnten oder sich sportlich aktivieren durften. Für Speis und Trank war gesorgt.

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