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Blick auf die bestehenden Windkraftanlagen auf dem Greinberg. - © Katharina Engelhardt
Blick auf die bestehenden Windkraftanlagen auf dem Greinberg. | © Katharina Engelhardt

Willebadessen Werden in Willebadessen jetzt die Windparkbetreiber aktiv?

Ins Verfahren um die geplanten neuen Windräder am Greinberg kommt Bewegung

Hermann Ludwig
12.09.2019 | Stand 12.09.2019, 16:45 Uhr

Willebadessen. In das geplante Projekt „Repowering" der Windkraftanlagen am Greinberg scheint wieder Bewegung zu kommen. Projektierer haben sich dem Vernehmen nach bemüht, Landeigentümer für die Entwicklung von Baustraßen für den Neubau von sechs Windkraftanlagen zu gewinnen. Von dem Unternehmen GLS Bank Energie AG, das die derzeit 14 Anlagen am Greinberg betreibt, lag bis Redaktionsschluss keine Antwort zu der Thematik vor. Die 14 Windräder, die seit mehr als zwölf Jahren auf dem angrenzenden Greinberg stehen, sollen durch sechs leistungsfähigere Windkraftanlagen ersetzt werden. Dagegen setzt sich die Bürgerinitiative Gegenwind am Greinberg zur Wehr. Die alten Anlagen vom Typ Pfleiderer PWE 650/75 haben eine Gesamthöhe von 100 Metern und eine Leistung von jeweils 600 KW. Die Gesamtleistung des Parks beträgt 8,4 MW. Etwa doppelt so groß wie bestehende Windräder In der von GLS vorgestellten Planung hat jede der sechs neuen Nordex-Anlagen eine Leistung von 3,3 Megawatt und ist mit einer Gesamthöhe von 200 Metern etwa doppelt so groß wie die bestehenden Windräder. Dieser Windpark würde nach Ansicht der Gegner die touristische Entwicklung des Ortes massiv beeinträchtigen. Neben der Lärmbelästigung und dem Schattenwurf der Rotoren führen die Gegner auch Naturschutzbelange an. Konstantin von Wrede hat mehrfach auf große Vorkommen des äußerst seltenen Schwarzstorches und des besonders gefährdeten Rotmilans hingewiesen. Dass sich die Projektentwickler bislang nicht um geschützte Arten wie Uhu, Grau-, Grün- und Schwarzspecht gekümmert hätten, merkt die Initiative ebenfalls an. Das geplante Windindustriegebiet liege zwischen den Schutzgebieten südlich von Kleinenberg und jenen am Gradberg zwischen Dringenberg und Siebenstern. Schwarzstörche mehrfach gesichtet Erst im Sommer hat der private Waldbesitzer Konstantin von Wrede Trittsiegel des Schwarzstorches bei Willebadessen entdeckt. Darauf hat er auch den Kreis Höxter aufmerksam gemacht, der bei dem Planungsverfahren einbezogen ist. Insbesondere den Schwarzstorch hat Konstantin von Wrede im Fokus. „Alt eingesessene Willebadessener wissen seit langem, dass es hier Schwarzstörche gibt", so von Wrede. Auch in den Jahren 2018 und 2019 liegen nach seinen Erkenntnissen Schwarzstorchbeobachtungen unmittelbar in und um Willebadessen vor. 2019 wurden von Wrede fünf Beobachtungen innerhalb von acht Wochen unmittelbar aus dem Ort bekannt. Eine Beobachtung gab es über dem Wohngebiet der Helle angrenzend an den bestehenden Windpark. In den Auen der Nethe unmittelbar im Stadtgebiet sowie im Hellebachtal. An den Fischteichen von Schloss Willebadessen unweit der Umgehungsstraße und auch in den Nethe-Auen westlich der Landstraße Richtung Neuenheerse wurden Sichtungen gemeldet. Ein Schwarzstorch wurde westlich der Kalkdriften wenige Kilometer hinter der Ortsgrenze nach Nordwesten vor Gut Wertheim gesichtet. Standorte der Horste „Die Beobachtungen aus 2019 bestätigen meines Erachtens, dass es sich zwischen Dringenberg in nordöstlicher und der Egge Richtung Kleinenberg in südwestlicher Richtung um einen Lebensraum der Schwarzstörche handelt, wobei die Gewässer in und um die Ortslage von Willebadessen, also die Fließgewässer Nethe, Hahnenbach und Ricke sowie die drei Teiche von Schloss Willebadessen zum Einzugsgebiet der Schwarzstörche gehören", erklärt von Wrede. Der Kreis Höxter habe sich jetzt bei ihm gemeldet, damit er die Standorte der Schwarzstorchhorste mitteile. Darauf werde er sich nicht einlassen, schließlich sei es Aufgabe des Projektierers, gutachterlich nachzuweisen, dass das Windkraftvorhaben unter naturschutzrechtlichen Gesichtspunkten genehmigungsfähig sei. Wie das Verfahren nun weiter geht, ist noch offen. „Die entsprechenden Antragsunterlagen wurden bereits zur öffentlichen Einsicht ausgelegt und ein Erörterungstermin hat stattgefunden. Aus diesem Erörterungstermin sowie der behördlichen Prüfung ergaben sich notwendige Ergänzungen der Antragsunterlagen durch den Betreiber. Diese Ergänzungen stehen derzeit noch aus, sodass auch die Entscheidung über den Antrag noch nicht absehbar ist", heißt es von der Pressestelle.

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