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Windwurf: An der Vituskapelle in Willebadessen steht nach den massiven Sturmschäden eine Neubegründung an. - © Hermann Ludwig
Windwurf: An der Vituskapelle in Willebadessen steht nach den massiven Sturmschäden eine Neubegründung an. | © Hermann Ludwig

Willebadessen Exkursionen zum Thema Waldbau

Konstantin von Wrede stellt an der Vituskapelle zukunftsorientierte Forstkonzepte vor. Rehdichte ist in der Diskussion

Hermann Ludwig
18.05.2019 | Stand 18.05.2019, 14:52 Uhr

Willebadessen. Mit zwei Exkursionen möchte der Willebadessener Waldbesitzer Konstantin Freiherr von Wrede den Zusammenhang zwischen Forstwirtschaft und Jagd aufzeigen. Die Exkursionen am Freitag, 17. Mai, und Dienstag, 22. Mai, beginnen jeweils um 18 Uhr an der Vituskapelle in Willebadessen. Von Wrede wird die Exkursionen gemeinsam mit Forstexperten leiten. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Nach den immensen Forstschäden der letzten beiden Jahre durch die Stürme Friederike und Eberhard, die Dürre und Borkenkäfer möchte von Wrede für die Zusammenhänge sensibilisieren und erläutern, wie der Wald der Zukunft aussehen könnte. Dabei geht es auch um die Anpflanzung von Baumarten, die mit dem Klimawandel besser zurechtkommen. In Folge der Kalamitäten mussten etwa 10.000 Kubikmeter Schadholz aus dem Wald entfernt werden, das ist die doppelte Menge des jährlichen Einschlags. Dabei machten Trockenheit und Borkenkäferplage eigentlich alle Fichten-Standorte – etwa fünf Millionen Quadratmeter in dem Privatwald von Wredes – zu forstlichen Problemflächen, auf denen fortwährend mit Schäden zu rechnen ist. Konstantin von Wrede weist auch darauf hin, dass durch das Eschentriebsterben im Laubholz die Esche vollständig ausfällt. Intensive Bejagung Den anstehenden Waldumbau und Neubegründung hat Konstantin von Wrede mit seinem Forstteam in Angriff genommen. Die Voraussetzungen seien gut, auch weil die Wilddichte der Wildarten, die sich von jungen Bäumen, deren Trieben und Knospen vorwiegend ernähren, „dank intensiver Bejagung ohne Rücksicht auf Trophäen auf ein passendes Niveau gesunken ist", so der Waldbesitzer. Damit meint Konstantin von Wrede vor allem die Rehdichte. Der Wald könne sich durch Sämlinge und daraus hervorgehende Naturverjüngung erneuern. Vielfach hätten aber die Wildbestände ein Ausmaß angenommen, welches das Waldwachstum erheblich einschränke. Im Forstbetrieb Schloss Willebadessen wurde die Naturverjüngung durch Anpflanzung der von Baumarten ergänzt, die mit Pfahlwurzeln tiefer liegende Grundwasserschichten erreichen und stabiler im Wind stehen, im Gegensatz zur Fichte, die ein Flachwurzler sei. Douglasie, Küstentanne, Weißtanne, Mammutbaum, Stileiche und Kirsche hat der Forstfachmann Konstantin von Wrede ausgesucht. „Es gilt, in schnellstmöglicher Zeit zu naturnahen Mischwäldern zu kommen", sagt von Wrede, der diese Zusammenhänge bei der Exkursion erläutern will. „Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist, die Wilddichte im Wald zu reduzieren und gesetzliche Jagdhemmnisse, die zur Regulierung der Hobby-Jagd entwickelt wurden, drastisch abzubauen", fordert der Waldbesitzer.

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