Der Wolf wurde in Willebadessen von einer Wildkamera erfasst. - © Reinhard Hermelingmeier
Der Wolf wurde in Willebadessen von einer Wildkamera erfasst. | © Reinhard Hermelingmeier

Willebadessen Jungwolf streift durch Willebadessen

Landesamt bestätigt Wolfssichtung

Willebadessen. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat eine Wolfssichtung bei Willebadessen bestätigt. Der Wolf wurde kurz nach Mitternacht am 23. April von einer Wildkamera auf einer Waldlichtung fotografiert. Die Aufnahmen und Fotos wurden vom LANUV begutachtet. "Über die Identität des beobachteten Wolfs ist bisher nichts bekannt. Es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen durchziehenden Jungwolf", so das LANUV in einer Pressemitteilung. Einen Tag später wurde ein Wolf in Rietberg (Kreis Güterloh) gefilmt. Suche nach Spuren Das bestätigt auch die Wolfsberaterin im Kreis Höxter, Friederike Wolff, die in den Fall involviert ist. "Wir haben vor Ort nach einer Fährte gesucht", erklärt die Försterin im Gespräch mit nw.de. Da zwischen dem Foto und der Auswertung ein verregnetes Wochenende lag, konnten allerdings keine verwertbaren Spuren gefunden werden. Diese wären für die Wolfsexperten allerdings wichtig, um Einzelheiten zu dem Tier zu erfahren. Dazu wäre ein DNA-Abgleich notwendig. "Wir haben gehofft, vielleicht einer Fährte ins Dickicht folgen zu können", erzählt Wolff. Wäre das Tier dann an einem Strauch hängengeblieben, hätte man mit einigen Haaren aus dem Fell eben jene DNA bekommen. Auch nach totem Wild, das vom Wolff gerissen wurde, haben die Experten vergeblich gesucht. Deshalb hofft Friederike Wolff jetzt auf Hinweise aus der Bevölkerung. Autofahrer, die eine Beobachtung gemacht haben, oder Waldspaziergänger, die einen Kadaver finden, werden gebeten, sich bei ihr zu melden. Bevölkerung braucht sich nicht fürchten Angst vor dem Wolf brauche die Bevölkerung nicht zu haben, betont Friederike Wolff. "Keiner hat das Tier bisher zu Gesicht bekommen, es wurde nur fotografiert. Der Wolf hat sich bisher also ganz normal verhalten", so die Expertin. Normal sozialisierte Wölfe hielten sich von Menschen und Siedlungen fern, gingen Begnungen aus dem Weg, sagt sie. Auch ist unklar, ob sich das Tier überhaupt noch in der Region aufhält. Wölfe legen in der Nacht bis zu 50 Kilometer zurück. Wann sie sich wo niederlassen, lässt sich nicht vorhersagen. Erst bei zwei bestätigten Sichtungen ein und des selben Wolfes innerhalb weniger Monate lasse sich mit einiger Sicherheit vermuten, dass eine Region zum Wolfsrevier geworden ist. Dazu bräuchte es aber jeweils die DNA des Tieres. Es sei sicher damit zu rechnen, dass ein Wolf irgendwann die Region zu seinem Territorium macht. Nur wann, ist unklar. Keine Ergebnisse aus Sandebeck Keine neuen Erkenntnisse gibt es zur möglichen Wolfssichtung nahe des Steinheimer Ortsteils Sandebeck. Dort wollen mehrere Bürger einen Wolf gesehen haben. Obwohl es neben dem Bild einer Trittspur auch ein Foto von dem möglichen Wolf gibt – aufgenommen bereits vor einigen Wochen von einer Bad Driburgerin aus dem Auto auf der Straße von Sandebeck in Richtung Horn-Bad Meinberg -  ist bisher keine Analyse möglich. Hintergrund: Der für eine Verifizierung nötige Ortstermin mit der Fotografin sei immer noch nicht zustande gekommen. Herdenschutz dringend empfohlen Zurzeit werden aufgrund der besser werdenden Witterung und der bevorstehenden wärmeren Jahreszeit zunehmend mehr Weidetiere aus den Ställen auf die Weiden gebracht. Im Wolfsgebiet Senne und der dazugehörenden Pufferzone, zu der auch der Kreis Höxter gehört, rät daher das LANUV dringend zu Herdenschutzmaßnahmen für Schafe, Ziegen und Gehegewild. Seit dem 23. März können Herdenschutzmaßnahmen in den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen zu 100 Prozent aus Landesmitteln gefördert werden. Informationen zu den Fördermöglichkeiten, die Antragsunterlagen für Tierhalter sowie weitere Informationen zum Wolfsgebiet Senne und den Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter www.wolf.nrw Hinweise Hinweise auf Beobachtungen können der Wolfsberaterin Friederike Wolff, Tel. (01 71) 5 87 33 61, Tel. (0 52 73) 3 51 92 oder E-Mail: friederike.wolff@wald-und-holz.nrw.de gemeldet werden. Beim Landesumweltamt (LANUV) können Hinweise auf Wölfe unter der Tel. (0 23 61) 30 50 gemeldet werden, außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende in der Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV, Tel. (02 01) 71 44 88.

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