Energieversorgung auf dem Prüfstand: Die zum Hotelbetrieb umgenutzte und vermietete historische Ackerscheune auf dem Willebadessener Klosterareal benötigt größere Kapazitäten bei der Versorgung mit Wärmeenergie und Warmwasser. - © Burkhard Battran
Energieversorgung auf dem Prüfstand: Die zum Hotelbetrieb umgenutzte und vermietete historische Ackerscheune auf dem Willebadessener Klosterareal benötigt größere Kapazitäten bei der Versorgung mit Wärmeenergie und Warmwasser. | © Burkhard Battran

Willebadessen Neues Energiekonzept für Willebadessener Kloster-Areal

Absichtserklärung für eine bessere Klimabilanz

Willebadessen. Die Ortschaft Peckelsheim darf sich seit fünf Jahren mit dem Titel Bioenergiedorf schmücken. Der von der bäuerlichen Landwirtschaft geprägte Ort profitiert von einer starken Biogasproduktion. Mehrere Anlagen und ein Nahwärmenetz versorgen die öffentlichen Einrichtungen und die Mehrheit der privaten Haushalte mit regenerativer, vor Ort erzeugter Energie. Was der Ackerbau in Peckelsheim, ist die Forstwirtschaft in der Eggegemeinde Willebadessen. Um die örtliche Klimabilanz zu verbessern, will die Stadt die Seminar- und Versammlungsstätte Ackerscheune und das Haus des Gastes mit einer gemeinsamen zentralen Holzhackschnitzelheizung mit Wärme versorgen. Eine entsprechende Absichtserklärung ist einstimmig vom Rat der Stadt beschlossen worden. „Die Erklärung steht aber unter dem Vorbehalt der wirtschaftlichen Darstellbarkeit", betonte CDU-Fraktionsführer Hubert Gockeln. Soll heißen, die Anlage wird nur gebaut, wenn sicher ist, dass sie sich auch amortisiert. Allerdings muss es gar nicht bei den beiden städtischen Gebäuden bleiben. Auch Schlosseigentümer Konstantin Freiherr von Wrede ist von dem Konzept überzeugt und kann sich vorstellen, dass man das gesamte Schlossareal an das Blockheizkraftwerk anschließt. Die Heizungsanlage ist nicht auf einen Hotelbetrieb ausgelegt Bei der Stadt ist Handlungsbedarf gegeben. Seit April ist die Ackerscheune als Gästehaus-Erweiterung des Hotels Jägerhof an Hotelbetreiber Joachim Avenarius vermietet. Die bestehende Heizungsanlage ist nicht auf einen Hotelbetrieb ausgelegt und muss darum dringend erweitert werden. Das Haus des Gastes und die Ackerscheune werden bereits gemeinsam mit Wärme und Heißwasser versorgt. Für den Hotelbetrieb in der Ackerscheune ist die derzeitige Versorgung über die Anlage im Haus des Gastes aber nicht mehr ausreichend und auch technisch nur noch schwierig aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grund sind aktuell Arbeiten zur Modernisierung der Heizungsanlage angelaufen. Es soll ein Heizsystem auf Erdgasbasis einschließlich neuem Gasanschluss mit ausreichender Kapazität gebaut werden. Diese Anlage wird auch in einem späteren Wärmenetz insbesondere für den Ausgleich der Spitzenlasten geeignet sein. Außerdem sei eine Versorgung spätestens ab dem 1. Juni für den sicheren Hotelbetrieb unbedingt erforderlich. Eine Wärmeversorgung allein über eine Holzhackschnitzelanlage könne höchstwahrscheinlich nicht bis zur Aufnahme des Hotelbetriebs sichergestellt werden. Der spätere Anschluss von Ackerscheune und Haus des Gastes an diese „Fernwärmeversorgung" sei mit überschaubaren Umbaukosten verbunden, erklärt die Verwaltung. Beim Bau der neuen Gasanlage könne der spätere Anschluss an das Wärmenetz bereits berücksichtigt werden.

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