Die Sichtung und Digitalisierung der historischen Bilder aus Willebadessen hat eine Gruppe Freiwilliger zu ihrem Projekt gemacht. - © Katharina Engelhardt
Die Sichtung und Digitalisierung der historischen Bilder aus Willebadessen hat eine Gruppe Freiwilliger zu ihrem Projekt gemacht. | © Katharina Engelhardt

Willebadessen Digital-Projekt ermöglicht eine Zeitreise durch Willebadessen

Jugendliche und Anwohner sammeln 2.000 historische Fotos

Katharina Engelhardt
09.11.2018 | Stand 10.11.2018, 10:48 Uhr |

Für das Projekt „Historisches Willebadessen" haben Jugendliche der Kirchengemeinde mit Heimatpflegern und vielen Engagierten 2.000 historische Bilder zusammengetragen, um zu zeigen, wie die Stadt früher ausgesehen hat. Auch Persönlichkeiten des Ortes haben ihre privaten Bilderarchive geöffnet und sich mit den Kindern auf eine spannende Zeitreise begeben. Willebadessen. Wenn einer Geschichten von Früher erzählen kann, dann ist es wohl Heinrich Müller. Der noch 83 Jahre alte Willebadessener („Wenn die erste Schneeflocke fällt, werd’ ich 84, also im Januar „) stand 25 Jahre lang in ehrenamtlichen Diensten der Stadt. Als ehemaliger Ortsheimatpfleger kennt er jede Ecke des Eggestädtchens, weiß, wo das längst verschwundene Kino (Kino Egli) mal gestanden hat, welche Fachwerkhäuser dem Abriss geopfert oder wo gar alte Spinnräder aus Zeiten von Kaiser Wilhelm weggeworfen worden sind. Früher, da hätten die Leute aus dem Dorf viel mehr miteinander geredet, gemeinsam vorm Küppersbusch-Ofen gesessen, sich die Hände gewärmt und Platt gekürt. „Wenn Enkel ihre Wurzeln entdecken" „Mir tut’s weh zu sehen, dass sich die Jugend heut nicht mehr so recht für die Ortsgeschichte interessiert", sagt er. Um so wichtiger findet er Projekte wie dieses, dessen Ziel es ist, historische Augenblicke mit Hilfe eines modernen Mediums wieder ins Bewusstsein zu rufen und damit die Erinnerung lebendig zu halten. Mit dem Untertitel „Wenn Enkel ihre Wurzeln entdecken" ist in den vergangenen Monaten ein großangelegtes Online-Archiv entstanden, das als digitales Web-Angebot einen leichten Zugang zur Geschichte von Willebadessen und der Region bietet. „Viele Jugendliche kennen die Vergangenheit gar nicht, und durch die Arbeit mit den neuen Medien bietet sich nun die Chance, junge Leute verstärkt für die Historie ihrer Heimat zu begeistern", ist sich Angela Scheller vom Projektträger, der Katholischen Studierenden Jugend Paderborn sicher. "Wir haben wirklich Ecken entdeckt, die wir vorher gar nicht kannten", sagen Ayleen (18) und Niklas (17) von der Gemeinde, die sich mit gut 15 weiteren Jugendlichen an dem Projekt beteiligt und sich ein ganzes Jahr auf die Suche nach alten Bildern aus und von der Stadt begeben haben. Mehr als 2.000 sind zusammengetragen worden. Die meisten der Bilder stammen aus den Archiven von Heinrich Müller, dem aktuellen Ortsheimatpfleger Willi Sasse, Ulrich Pieper, dem ehemaligen Chronisten des Löschzugs sowie dem Unternehmer Meinolf Gockel. Die Fotos sind alle mit Texten und Informationen versehen In aufwändiger Kleinarbeit wurde das Bildmaterial mit Informationen und kurzen Texten versehen, so dass eine historische Einordnung überall möglich ist. „Das ist besonders für Außenstehende oder Zugezogene wichtig", glaubt Heinrich Müller. Nicht nur Fotografien, sondern auch Heimatfilme von Früher zeigen jetzt auf der Internetseite Histoprisches Willebadessen auf, wie es dort einmal ausgesehen hat, welche Traditionen gepflegt wurden und wie sich das Stadtbild in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Fotograf Stefan Köneke vom beauftragen Medienbüro bereitete die Bilder für die Internetseite auf, gestaltete sie mit einer aufwändigen Vorher-Nachher-Rubrik und vielen Details mehr.

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