Blick aus der Kanzel der Drehleiter: Den Einsatzkräften bot sich nach dem Einsturz des Daches dieses Schadensbild. - © FW Warburg
Blick aus der Kanzel der Drehleiter: Den Einsatzkräften bot sich nach dem Einsturz des Daches dieses Schadensbild. | © FW Warburg

Peckelsheim Nach Dach-Einsturz: Gutachter soll Statik des Hauses untersuchen

Feuerwehreinsatz: In Peckelsheim ist das Dach eines leerstehenden Hauses eingestürzt. Menschen kamen nicht zu Schaden

Dieter Scholz

Peckelsheim. Aus bislang ungeklärter Ursache ist am späten Mittwochabend das Dach eines Hauses an der Rosenstraße in Peckelsheim eingestürzt. Menschen wurden dabei nicht verletzt. Gegen 22 hatten Nachbarn zunächst ein Knarzen gehört, dann sei mit einem lauten Knall, der sich wie ein Gewitterdonner angehört habe, der Giebel über dem Fachwerkanbau des ehemaligen Gasthofes Kloidt in sich zusammengesackt, berichtete ein Anwohner. Auf einer Länge von rund zehn Metern und einer Breite von 15 Meter landeten Gebälk und Ziegel auf dem Dachboden. Damit war ein beträchtliches Stück des Dachgiebels eingestürzt, Trümmerteile lagen auf dem Gehweg. Dachgiebel war bereits seit einiger Zeit marode Die alarmierte Feuerwehr sperrte den betroffenen Bereich der Straße, das Betreten des Gebäudes schien zu gefährlich. Die 20 Einsatzkräfte der Feuerwehr aus Peckelsheim unter der Leitung von Wehrführer Benjamin Ortmann forderten daraufhin die Drehleiter der Feuerwehr aus Warburg an, um die Einsturzstelle von außen näher zu untersuchen. Zunächst war für die Einsatzkräfte auch unklar gewesen, ob sich möglicherweise noch Personen im Gebäude befanden. "Die Befürchtung bestätigte sich glücklicherweise aber nicht", meldete Ortmann. Im unbewohnten Teil der ehemaligen Gaststätte, dessen Obergeschoss früher als Tanz- und Kinosaal genutzt worden war, wird das Erdgeschoss als Werkstattlager genutzt, annähernd leerstehend. Im Erdgeschoss war in den 1950er und 1960er Jahren eine Hengststation untergebracht. Dem Vernehmen nach sei der Dachgiebel des zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts errichteten Gebäudekomplexes bereits seit einiger Zeit marode gewesen. "Bisher war das Gebäude aber bauaufsichtstechnisch nicht auffällig", bewertete Anita Poschmann, allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters, noch in der Nacht an der Einsatzstelle. Zur Sicherung musste ein Bauzaun her. "Eine Absperrung mit Flatterband reicht nicht aus", so Poschmann. Die nötigen Zaunelemente mussten vom Bauhof und örtlichen Bauunternehmen besorgt werden. Bis der Bauzaun stand, sicherte die Feuerwehr den Bereich ab. Mitarbeiter der Unternehmen EAM und Westnetz klemmten unterstützt von der Feuerwehr Strom- und Gasversorgung ab. Am Donnerstagvormittag sollte dann über das weitere Vorgehen entschieden werden. Gegen 1 Uhr in der Nacht war der Einsatz für die Feuerwehr beendet. Weiträumige Sperrung kann noch nicht aufgehoben werden Mittlerweile seien die Eigentümerverhältnisse geklärt, der Eigentümer ermittelt, sagt Anita Poschmann. Das Haupthaus ist vermietet. Nachbarn berichten, die Mieter lebten sehr zurückgezogen und befänden sich derzeit im Urlaub. Der Eigentümer der Liegenschaft werde ein Gutachten in Auftrag geben, das über die Standfestigkeit des Gebäudes Auskunft gebe. Dabei werde der Gesamtkomplex (Haupthaus und Fachwerkanbau) betrachtet, so Vize-Verwaltungschefin Poschmann. Die weiträumige Sperrung im Bereich der Rosenstraße (Einmündung Lützer Straße) könne aufgrund der öffentlichen Sicherheit bis zum Ergebnis des Gutachtens nicht aufgehoben werden. Die Höhe des Schadens an dem Haus steht, ebenso wie die Ursache des Einsturzes, noch nicht fest.

realisiert durch evolver group