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Großeinsatz: In Dössel (Foto), Großeneder und Eissen hat der Verfassungsschutz drei Gebäude durchsucht. Der Einsatz galt der Gruppe Freistaat Preußen", die den Staat nicht anerkennt. - © Foto: Hermann Ludwig
Großeinsatz: In Dössel (Foto), Großeneder und Eissen hat der Verfassungsschutz drei Gebäude durchsucht. Der Einsatz galt der Gruppe Freistaat Preußen", die den Staat nicht anerkennt. | © Foto: Hermann Ludwig

Willebadessen Razzia: LKA und SEK durchsuchen Gebäude der Gruppe "Freistaat Preußen"

Mitglieder sollen gegen Waffengesetz verstoßen haben

20.03.2015 | Stand 23.03.2015, 11:41 Uhr |

Willebadessen. Razzia in Willebadessen-Eissen im Kreis Höxter am Freitagmorgen: Gebäude von zwei Angehörigen der Gruppe "Freistaat Preußen - Provinz Westfalen" wurden von Polizeibeamten des Landeskriminalamtes (LKA) und von SEK-Kräften durchsucht. Aufgrund der mehrere Hektar umfassenden Durchsuchungsobjekte war zudem eine Einsatzhundertschaft der Bielefelder Polizei im Einsatz.

Laut Auskunft des LKA sollen ein 30-Jähriger und eine 65-Jährige Ende 2014 offenbar versucht haben, im Ausland ein Maschinengewehr des Typs "AK 47" zu kaufen und nach Deutschland einzuführen. Auch andere Waffen standen demnach auf der Wunschliste der Verdächtigen. Damit wollten die Beiden nach eigenen Angaben eine "Polizeitruppe
des Freistaates Preußen aufbauen". Die 65-Jährige bezeichnet sich selbst als "Vertreterin für innere
Angelegenheiten der Provinz Westfalen des Freistaates Preußen". Die Staatsanwaltschaft Paderborn und das Landeskriminalamt NRW ermitteln wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Bei den Durchsuchungen stellten die Einsatzkräfte umfangreiche Unterlagen sicher. Diese sollen nun mit Blick auf die Frage, ob und welche Versuche es seitens der Beschuldigten gegeben hat, Waffen zu beschaffen, ausgewertet werden.

Außerdem wurden bei beiden Beschuldigten, die nicht festgenommen wurden, jeweils ein Luftgewehr sichergestellt.

Deutscher Staat wird nicht anerkannt

Die Landstraße von Peckelsheim nach Borgentreich war am Ortseingang Eissen wegen des Einsatzes zeitweise gesperrt.

"Freistaat Preußen" ist eine Gruppe, die die Existenz des deutschen Staates sowie seine Organisationen nicht anerkennt. Dies zeigt sich etwa dadurch, dass Gruppenmitglieder an sie gerichtete
amtliche Schreiben mit entsprechender Begründung zurückweisen. In der Vergangenheit fiel sie durch unkooperatives und verbal aggressives Verhalten auf. Eine rechte Gesinnung ist bei den Mitgliedern laut Staatsschutz zu erkennen, als rechtsradikal wird die Gruppe aber nicht eingestuft.

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Bereits im August 2014 fielen Mitglieder der Gruppe auf, weil sie Pkw fuhren, deren Kennzeichen selbst gefertigt waren - inklusive eigenem Siegel mit Adler. Die Polizei hatte damals die Kennzeichen wegen fehlender TÜV-Stempel sichergestellt und Strafanzeige gestellt.

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