Borlinghausen 10.000 Euro für Bierbaums Nagel

Ortskurator Paderborn überbringt Fördervertrag / Sanierungsarbeiten dringend notwendig

VON LEONIE MOLLS
Bürgermeister Hans Hermann Bluhm (l.) und Hans Behringer vor Bierbaums Nagel. - © FOTO: LEONIE MOLLS
Bürgermeister Hans Hermann Bluhm (l.) und Hans Behringer vor Bierbaums Nagel. | © FOTO: LEONIE MOLLS

Borlinghausen. Als "wunderschöne Geschichte" bezeichnete Hans Behringer die Entstehung von Bierbaums Nagel. "Das ist sehr romantisch, dass Julius Bierbaum um 1849 den Turm für seine heimwehgeplagte Ehefrau bauen ließ, damit sie bis zu ihrer Geburtstadt Kassel schauen konnte", so der Ortskurator Paderborn der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Diese beteiligt sich mit 10.000 Euro an der Mauerwerkssanierung des Turms.

"Ohne Herkunft keine Zukunft", sagte Behringer bei der Übergabe des Fördervertrags. Darum sei es wichtig, Denkmalschutz zu betreiben. "Bei der Stiftung gehen viele Anträge ein", sagte er weiter. So sei es in gewisser Weise eine Auszeichnung für Bierbaums Nagel, dass die wissenschaftliche Kommission den Aussichtsturm für eine Förderung ausgesucht habe. Neben der schönen Geschichte, die den Turm zu einem Denkmal von gewissem historischen Wert mache, seien noch zwei andere Punkte bei der Auswahl ausschlaggebend gewesen: "Es muss eine Nutzung gewährleistet sein – diese ist hier ja vollkommen eindeutig –, und es muss eine akute Gefährdung vorliegen."

Auch die ist bei Bierbaums Nagel gegeben. "Allein aus Sicherheitsgründen muss etwas getan werden", sagte Willebadessens Bürgermeister Hans Hermann Bluhm. "Bierbaums Nagel ist für unsere Stadt ein wichtiger Ausflugspunkt." Über den Europawanderweg kämen viele Touristen dort vorbei und lernten Borlinghausen und die Stadt Willebadessen kennen. Die Krone des Turms sei inzwischen nicht mehr stabil genug, um Menschen guten Gewissens hochsteigen zu lassen. "Wir waren kurz davor, den Turm sperren zu lassen – aber jetzt ist das Geld da, ihn zu reparieren." Dabei werden etwa die Fugen erneuert, die Decke im Turm gemacht und eine Ableitung für den Regen geschaffen. "Wasser dringt bereits in den Turm ein und gefährdet das Bauwerk", sagte Bluhm.

Insgesamt wird für die Sanierung mit 85.000 Euro gerechnet. Neben dem Beitrag der DSD kommen 65.000 Euro aus dem Denkmalförderprogramm des Landes. "Zehn Prozent müssen wir als Stadt selber aufbringen", sagte Helene Heiermeier, Leiterin des Bauverwaltungsamtes der Stadt. Derzeit laufe die Ausschreibung. "Es gab leichte Schwierigkeiten, da der Turm mit Fahrzeugen schwer zu erreichen ist, aber jetzt ist alles geklärt", so Heiermeier. Bis zum Herbst 2013 soll alles fertig sein.

Der Aussichtsturm gehört zu den über 320 Projekten in NRW, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördern konnte. Sie finanziert sich zur Hälfte aus Spendengeldern und zur Hälfte aus Mitteln der "Glücksspirale".

Copyright © Neue Westfälische 2018
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group