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Warburg Schnittige Blicke auf Warburg

Ausstellung von Eckart Hachmann im Museum im "Stern" eröffnet / "Reduziert und abstrakt"

VON CARMEN PFÖRTNER
18.02.2013
Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht, erklärt Eckart Hachmann Benedikt (4) und Antonia (7). Mit Spaß und sichtlich stolz empfing Hachmann seine Enkelkinder zur Ausstellungseröffnung im Museum im "Stern". - © FOTO: CARMEN PFÖRTNER
Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht, erklärt Eckart Hachmann Benedikt (4) und Antonia (7). Mit Spaß und sichtlich stolz empfing Hachmann seine Enkelkinder zur Ausstellungseröffnung im Museum im "Stern". | © FOTO: CARMEN PFÖRTNER

Warburg. 70 Jahre ist er am Samstag geworden und noch immer findet Eckart Hachmann neue Sicht- und Betrachtungsweisen von Warburg. Seine mittlerweile dritte Ausstellung mit dem Titel "Warburg – mit Schere und Papier" ist gestern Mittag im Museum im "Stern" eröffnet worden.

"Der Desenberg in 1.000 Variationen" oder "Warburg aus jedem Winkel" hätte die Ausstellung auch heißen können: Immer wieder sind es die eigentlich bekannten Ecken der Hansestadt, die der Hobby-Künstler mit Papier und Schere illustriert. Und doch wirken diese immer wieder neu und andersartig auf den Betrachter.

Information

Warburger Kind

Eckart Hachmann wuchs in Warburg auf. Nach dem Abitur am Marianum studierte er in Bochum und war anschließend am Gymnasium Theodorianum in Paderborn tätig. Über lange Jahre war er Heimatgebietsleiter für das Hochstift Paderborn.

Christian Holtgreve, der die Ausstellung eröffnete, betitelte die Scherenschnitte Hachmanns als "Variationen über die Schönheit der Stadt". Oder vielleicht auch "Warburg als Essenz der Schönheit der Welt", bemerkte er mit einem Lächeln auf den Lippen.

Denn schließlich würden die Werke Hachmanns über Warburg, wenn man sie denn einmal auflisten würden, sicherlich mehrere Seiten füllen. "Eckart Hachmann ist so eng mit Warburg verbunden wie kaum ein anderer", sagte Holtgreve. Und immer wieder würde sich der experimentierfreudige Künstler neu erfinden.

Das stimmt: Schließlich ist das nach Ausstellungen seiner Ölmalerei und Zeichnungen sowie diversen Vorführungen seiner Filme die dritte Ausstellung Hachmanns im "Stern". "Ich erlerne die Techniken, die noch übrig sind", sagt Hachmann und lacht freudig.

Der Scherenschnitt gefalle ihm besonders gut, weil es eine reduzierte und abstrahierte Form der Kunst sei. "Denn den Rest muss der Betrachter in seinem eigenen kreativen Prozess ergänzen", sagt Hachmann. Ganz konkret führt er das an einem seiner Werke vor: "Du und Deine Stadt" heißt es und besteht aus einer aus rotem Papier ausgeschnittenen Silhouette Warburgs, die auf einen Spiegel geklebt ist. "Der Betrachter ist selbst im Bild, selbst in der Stadt", erklärt Hachmann seine Intention.

Und wie tief verwurzelt seine Liebe zur Stadt Warburg wirklich ist, entdeckte seine Lebensgefährtin Dr. Jutta Backhaus, die in die Arbeiten Hachmanns einführte, wohl erst bei der Entstehung selbiger. "Da lebte ich nun schon drei Jahre mit in seinem Haus und hatte bis dato die ganze Intensität seiner Warburg-Begeisterung in Verbindung mit seiner vulkanartigen Kreativität kaum wahrgenommen", sagte Backhaus. "Dieser Eckart Hachmann ist nicht nur Homo sapiens, sondern auch leidenschaftlicher Homo ludens, Spezies Warburgensis."

Doch in seiner leidenschaftlichen Betrachtung Warburgs reibt sich der Hobby-Künstler auch an der Hansestadt, seinen Bürgern und seiner Vergangenheit. "Meine liebsten Werke hier sind die Passionsstücke", sagt Hachmann. Joseph Wirmer als Widerstandskämpfer spielt dabei eine Rolle, das Marianum, das Bittkreuz, der jüdische Friedhof – die Farben Schwarz, Weiß und "Fleischrot" verstärken den Kontrast und die Dynamik der Geschichte, welche die Papierschnitte erzählen. "In jedem Menschen liegt etwas Unbezwingbares", liest Hachmann Wirmers Zitat voller Ehrfurcht vor. "Wirkungsvolle Worte" für den Hobby-Künstler, für den die Gesellschaftkritik eine wichtige Form seiner Kunst ist.

Immer neu und immer anders präsentiert sich der Maler, Zeichner und Filmemacher Hachmann im Museum im "Stern" – und was kommt nach dem Scherenschnitt? Eckart Hachmann lacht: "Och, ich schreibe momentan auch gerne."