Warburg Klimaschutz kostet Leben von Menschen und Tieren

Der gebürtige Attelner Ulrich Eichelmann zeigt den Film "Climate Crimes" heute und morgen in Henglarn

VON KARL FINKE UND CARMEN PFÖRTNER
Ulrich Eichelmann zeigt in seinem Film die Gradwanderung zwischen Klimaschutz und Bedrohung. - © FOTO: DIETERCH
Ulrich Eichelmann zeigt in seinem Film die Gradwanderung zwischen Klimaschutz und Bedrohung. | © FOTO: DIETERCH

Warburger Land/Lichtenau. Erneuerbare Energien sollen helfen, den Klimawandel zu bremsen. Der rasante Ausbau von Wasserkraft, Biogas und -diesel zerstört jedoch Naturlandschaften, vernichtet Arten und vertreibt Menschen. Der Umweltschützer Ulrich Eichelmann (51), geboren in Atteln bei Lichtenau und seit gut 20 Jahren in Wien zuhause, hat dagegen den Film "Climate Crimes" gemacht. Am Donnerstag und Freitag, 3. und 4. Januar, zeigt er ihn jeweils um 20 Uhr Gasthof zur Post in Henglarn.

"Wir sollten endlich Schluss machen mit dem Etikettenschwindel, der mit dem Klimaschutz betrieben wird", sagt Ulrich Eichelmann. Wirklicher Klimaschutz sei richtig und wichtig, aber viele Beispiele, die im Film aufgezeigt werden, seien eben kein wirklicher Klimaschutz. Biogasanlagen zum Beispiel.

"Biogasanlagen sind Landfresser. Keine andere Energieform braucht soviel Fläche für so wenig Energie." Und Eichelmann rechnet vor: "Die größte Biogasanlage Deutschlands verbraucht 1.000 Tonnen Mais. Täglich. Dafür müssen pro Jahr mindestens 10.000 Hektar Mais angebaut werden", so Eichelmann. Damit erzeuge die Anlage soviel Strom, wie etwa Windräder auf 400 Hektar erzeugen könnten.

Unterm Strich habe man damit kaum Energie erzeugt. "Zieht man nämlich die Energie ab, die für die Produktion von Dünge- und Spritzmittel sowie für den Anbau und die Ernte aufgebracht werden muss, so bleibt unterm Strich nicht mehr viel Energie übrig." Rechnet man dann in die Klimabilanz auch noch die Emissionen ein, die beim Umbruch von Grünland oder Brachen entstehen, würde die Bilanz sogar negativ, das heißt klimaschädlich, versichert Eichelmann.

Doch das Problem liege nicht nur in Deutschland. "Im Amazonas-Gebiet plant Brasilien den Bau von 60 Megadämmen und hunderter mittelgroßer Wasserkraftwerke. Experten gehen davon aus, dass dann etwa 1.000 Fischarten aussterben würden, das sind 10 Prozent aller Süsswasserfischarten der Welt. Für eine angeblich grüne Energieform."

Vor einem Jahr hat Ulrich Eichelmann den Verein RiverWatsch gegründet, der sich für den Schutz von Flüssen stark macht. "Flüsse sind die artenreichsten Lebensräume, die wir haben. Staudämme zerstören das Ökosysteme und häufig auch wertvolle Kulturgüter, weil Menschen seit Jahrtausenden entlang der Flüsse gesiedelt haben." Zudem seien die negativen Folgen oft noch hunderte oder gar tausende von Kilometern flussabwärts zu spüren. "Davon handelt der Film", so Eichelmann.

Und auch davon, dass nicht das Produzieren das einzige Problem sei. "Das Überthema des Films ist unser ständig steigender Verbrauch. Wir produzieren nicht zu wenig,, wir verbrauchen zu viel"

www.riverwatch.de

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