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Neben dem Pfarrer Andreas Petker (v. l.) haben Reiner Illner, David Zönnchen und viele andere Gemeindemitglieder fleißig beim Bau ihres Andachtraums mitgeholfen. - © FOTOS: PFÖRTNER
Neben dem Pfarrer Andreas Petker (v. l.) haben Reiner Illner, David Zönnchen und viele andere Gemeindemitglieder fleißig beim Bau ihres Andachtraums mitgeholfen. | © FOTOS: PFÖRTNER

WARBURG Mehr Platz für Gott

Neuer Gemeindesaal am Burggraben ist bereit für die Einweihung

VON CARMEN PFÖRTNER
04.09.2012 | Stand 03.09.2012, 18:51 Uhr

Warburg. Klaviertöne hallen durch den leeren Raum. Prallen an den hellen Wänden ab, kriechen über den bisher kaum beschrittenen blauen Teppichboden, klingen hinaus durch die großen Glastüren auf den Hof der Freien evangelischen Gemeinde Warburg. Noch ist der neue Gemeindesaal leer, 100 Stühle stehen ordentlich in Reih’ und Glied und warten auf den großen Einweihungs-Gottesdient am kommenden Sonntag. Denn dann kommt endlich Leben in den Andachtsraum.

Ein Jahr lang haben die Mitglieder der Freien evangelischen Gemeinde Warburg (FeG) auf diesen Tag hingearbeitet  – und das im wahrsten Sinne des Wortes. "Denn ein gutes Drittel des Baus haben die Gemeindemitglieder selbst gemacht", sagt Andreas Petker, Pfarrer der Gemeinde. Vom Schulrektor bis zum Rentner hätten alle mitgeholfen, hätten Wände verputzt, die Decke abgehängt, die Elektronik installiert. Und nun, nach einem Jahr Arbeit und gefeierten Gottesdiensten in der benachbarten Krankenhauskapelle, ist der neue Gemeindesaal für 150.000 Euro endlich fertig.

Besonders stolz ist Andreas Petker auf das von Christian Sauerland neu gestaltete Kruzifix. Jeweils drei grobe Edelstahlstäbe bilden das Kreuz, das die Dreieinigkeit, "die Offenheit Gottes und der Gemeinde" darstellen sollen, erklärt Petker. An jedem Ende sind große bunte Steine befestigt, die Vergebung, Liebe, den Heiligen Geist symbolisieren. "Das Kreuz kann den Menschen den Halt geben, den Gott ihnen anbietet", sagt der Geistliche. "Und das Kreuz hat unseren Mitgliedern schon immer Halt gegeben", ergänzt Gemeindemitglied Reiner Illner, lacht verschmitzt und erklärt: "Für die Edelstahl-Stäbe des Kreuzes wurde das alte Treppengeländer benutzt, das vier Jahre lang die Mitglieder der Gemeinde in den Gottesdienst führte". Denn seitdem die Gemeinde aus dem Gebäude der jetzigen Musikschule in der Altstadt ausgezogen war, hielt sie ihren Gottesdienst in einer nicht sehr geräumigen Garage ab.

Doch das Treppengeländer ist nicht das einzige Relikt aus alten Zeiten. Auch das Klavier, das schon seit Anbeginn der FeG zum sonntäglichen Gebet dazugehört, findet im neuen Gemeindesaal frischen Klang. Dafür sorgt Vladimir Telik, der das etwa 90 Jahre alte Schätzchen stimmt. "Seit 1996 gehört dieses Klavier zu meiner Arbeit", sagt Telik. Etwa fünfzehn Mal hat er das Instrument wieder in Klangform gebracht. Und für den kommenden, ganz besonderen Gottesdienst soll das Klavier wieder wie neu klingen.

Der ganz besondere Einweihnungs-Gottesdienst hat auch ein ganz besonderes Thema. "Die Predigt wird sich mit unserem Logo der Gemeinde beschäftigen: Im Herzen von Warburg mit einem Herz für Warburg", verrät Petker. Eine neue Transparenz und die Offenheit der Gemeine spiegeln auch die großen Glasfronten wider, die den Blick ins Innere freigeben. "Leute, die auf der Straße an unserem Haus vorbeigehen, können stehenbleiben und hineinschauen. Uns sehen, unseren Gottesdienst verfolgen", sagt Reiner Illner. Und das neue Kreuz steht im Rampenlicht der Gemeinde, "es wird Tag und Nacht beleuchtet", sagt Illner. Bei den ersten vier Gottesdiensten, die bereits im neuen Saal stattfanden, war dieser bereits bis auf den letzten Platz gefüllt. Und schon vor der Einweihung des neuen Raums ist für Petker eines schon jetzt klar: "Wir werden weiter anbauen".

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