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Franz-Axel Kohlschein und die Schnecke. - © FOTO: PAUL GERLACH
Franz-Axel Kohlschein und die Schnecke. | © FOTO: PAUL GERLACH

WARBURG Wasserkraft-Schnecke besteht Testlauf

Anlage bei Brauerei Kohlschein wird in zwei Wochen ans Stromnetz angeschlossen / Kleinere Nachbesserungen nötig

23.07.2012 | Stand 22.07.2012, 19:40 Uhr

Warburg (psg). Die Warburger Brauerei Kohlschein hat am vergangenen Freitag die neue Wasserkraftschnecke (die NW berichtete) probeweise in Betrieb genommen. Der Test verlief erfolgreich. Da noch kleinere Nachjustierungen notwendig sind, wird die Schnecke vorerst ausgeschaltet, um dann in zwei Wochen ans Netz zu gehen und Strom zu produzieren.

"Es ist ein schönes Gefühl, das, was man bisher als Zeichnung kannte, drehend vor sich zu sehen", sagte Franz-Axel Kohlschein. "Hier sind viel Arbeit und finanzielle Mittel hineingeflossen."

Nun gelte es, die einzelnen Komponenten der Schnecke, insbesondere die Steuerungstechnik, aufeinander abzustimmen. Die Anlage ist auf einen vollautomatischen Betrieb ausgelegt.

Beim Test am Freitag war noch ein leichtes Schrappen zu hören. "Das wird ausgemerzt", so Kohlschein. Laut Projektleiter Bernd Flach von der Firma Aqua Helica kommen zu den Nachbesserungsarbeiten auch am 2. und 3. August Fachkräfte der niederländischen Firma Landustrie, dem Lieferanten der Schnecke. "Das sind klassische Nacharbeiten", sagt Flach. Hydraulisch laufe die Anlage hervorragend, die Leistungsdaten würden stimmen.

23,1 Umdrehungen pro Minute schaffe die Schnecke. Fünf Tonnen Wasser pro Sekunde transportiert die Schnecke, wenn sie mit 100 Kilowatt Leistung unter Volllast läuft. "Hier wirken gewaltige Kräfte", so Kohlschein.

Um die Schnecke vor Algenbewuchs zu schützen und den Schallschutz zu gewährleisten, bekommt sie ein "Schneckenhaus" aus Stein, Glas und Stahl verpasst.

"Die Maschinentechnik bleibt aber für Besucher erlebbar", verspricht der planende Ingenieur Diethelm Breker.Generator und Getriebe blieben zu sehen. Laut Kohlschein waren schon viele Besucher vor Ort. "Wir hatten auch schon Radfahrer-Kolonnen hier, die uns angesprochen", so Kohlschein.

Der Testlauf sei für ihn ein spannender Moment gewesen. "Ich war den ganzen Tag vorher nervös", gesteht Kohlschein. Entsprechend groß sei nun die Erleichterung. Die Schnecke war am 27. Juni an der Kuhlemühle installiert worden.

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