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WARBURG Gegen Schmerz bei der Arbeit

Premiere für die Betriebs-Prävention im evangelischen Familienzentrum

VON SIMONE FLÖRKE
02.06.2012 | Stand 01.06.2012, 20:00 Uhr
Physiotherapeut Christian Hofstetter kümmert sich um die Rückenschmerzen von Erzieherin Kim Janzen. Im Hintergrund Michaele Schrader, die die Idee zu diesem Angebot im Familienzentrum Arche hatte. Das Therapiezentrum ist Kooperationspartner der Einrichtung. - © FOTO: SIMONE FLÖRKE
Physiotherapeut Christian Hofstetter kümmert sich um die Rückenschmerzen von Erzieherin Kim Janzen. Im Hintergrund Michaele Schrader, die die Idee zu diesem Angebot im Familienzentrum Arche hatte. Das Therapiezentrum ist Kooperationspartner der Einrichtung. | © FOTO: SIMONE FLÖRKE

Warburg. Kim Janzens Rücken schmerzt. Physiotherapeut Christoph Hofstetter bietet der Erzieherin (23) Hilfe an. Im Untergeschoss des evangelischen Familienzentrums Arche auf der Hüffert steht eine Behandlungsbank, auf der 14 Mitarbeiter der Arche seit September die Betriebs-Prävention mitmachen. "In unserem Beruf leiden die Kolleginnen durch das tiefe Bücken oder das Sitzen auf den kleinen Stühlen häufig an Nacken-, Schulter- oder Rückenschmerzen - und zwar durchweg in allen Altersgruppen", weiß Leiterin Michaele Schrader.

Sie hatte mit dem Therapiezentrum als Kooperationspartner des Arche-Familienzentrums die Idee auf den Weg gebracht, den Kolleginnen zu helfen. Eine Premiere. Und mit Erfolg: "Es hat sich etwas getan. Sie brauchen weniger Auszeiten oder Arztbesuche. Und es ist eine große Zufriedenheit da. Sie sind fröhlicher und entspannter, weil sie sich gut fühlen", sagt Schrader nun nach dem Abschluss des Programms.

Individuell auf die Bedürfnisse gerade dieser Einrichtung und der darin arbeitenden Menschen haben Hofstetter und seine Mitarbeiterin Dorothée Schlüter das Programm der Betriebs-Prävention zugeschnitten. Ob physiotherapeutische Maßnahmen oder Massagen zur Entspannung: Das Erzieherinnen-Team wurde gefragt und bekam Hilfe. "Primär sind es in dieser Einrichtung Rückenprobleme", weiß Hofstetter. Dabei könne nicht die klassische Rückenschule Abhilfe schaffen, sondern ein individuell auf die Mitarbeiter abgestimmtes Konzept.

Zudem gab’s Tipps, wie die Erzieherinnen nach Abschluss des Programms weiterhin etwas Gutes für ihren Körper tun können: "Ein bis zwei Dehnungsübungen, für die man sich nicht extra umziehen muss und die zwischendurch gemacht werden können - denn je mehr man vorgibt, desto weniger wird gemacht", sagt Hofstetter. Er weist darauf hin, dass die Betriebs-Prävention gefördert wird und vom Betrieb mit 500 Euro pro Person steuerlich geltend gemacht werden könne.

Auch in weiteren Betrieben und Unternehmen im Warburger Land war und ist das Therapiezentrum mit diesem individuellen Präventionskonzept gegangen - von der Bank über den Friseursalon bis zum Unternehmen für Fahrzeugtechnik. Beim Kollegium im Familienzentrum auf der Hüffert ist das Angebot gut angekommen: "Wir überlegen schon, das Ganze ab Herbst zu wiederholen", erklärt Michaele Schrader.

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