WARBURG "Vom Versorger zum Ermöglicher"

Dechant Gerhard Pieper wird als neuer Pfarrer in der Neustadt den Pastoralen Raum Warburg leiten

VON DIETER SCHOLZ

Dechant Gerhard Pieper wird die sieben gerahmten Gemeinde-Symbole aus der Hand des Warburger Künstlers Alfons Holtgreve mit nach Warburg nehmen. Acht weitere Gemeinden werden zum Zuständigkeitsbereich des neuen Leiters des Pastoralen Raumes Warburg hinzukommen. - © FOTO: D. SCHOLZ
Dechant Gerhard Pieper wird die sieben gerahmten Gemeinde-Symbole aus der Hand des Warburger Künstlers Alfons Holtgreve mit nach Warburg nehmen. Acht weitere Gemeinden werden zum Zuständigkeitsbereich des neuen Leiters des Pastoralen Raumes Warburg hinzukommen. | © FOTO: D. SCHOLZ

Warburg. Der Geistliche lächelt, hebt das Blatt Papier mit dem prächtigen Wappen des Erzbischofs etwas an. Das Ernennungsschreiben des Paderborner Oberhirten. Latein die Amtssprache. Dechant Gerhard Pieper wird der neue Pfarrer der Warburger Neustadt-Gemeinde St. Johannes Baptist. Damit zugleich Leiter des Pastoralen Raumes Warburg. "Eine Aufgabe, vor der ich Respekt habe", sagt der 46-Jährige.

Am Donnerstag hat er Geburtstag gefeiert. Da lag die Post aus Paderborn im Briefkasten des Ossendorfer Pfarrhauses. Piepers zukünftiger Wohnsitz wird in der Neustadt sein. An der Kalandstraße wird er sein Büro beziehen. Der Sitz des neuen sogenannten Pastoralen Raumes Warburg. Der soll, nach den Vorgaben des Erzbistums, ab dem 1. Juni aus den beiden Pastoralverbünden "Warburg - Stadt und Land" und "Egge-Börde-Diemeltal" entstehen. Dann übernimmt Gerhard Pieper die Verantwortung für etwas mehr als 15.300 Katholiken zwischen Hardehausen und Daseburg, Bonenburg und Welda. Die Gemeinden sind aufgefordert, in einem zweijährigen Prozess zusammenzuwachsen. "Netzwerke bilden", nennt Pieper eines der Stichworte.

Der Pastorale Raum Warburg wird identisch mit der Flächengemeinde Warburg sein. Seelsorgerisch betreut werden zudem die Katholiken in Wrexen, Orpetal und Billinghausen, auch gehört die Kapellengemeinde in Engar dazu.

"Wir müssen gemeinsam mit allen gutwilligen Menschen in den kommenden beiden Jahren schauen, wie die Weitergabe des Glaubens funktioniert, wie wir sie gestalten wollen", sagt der Seelsorger. Bisherige Modelle hätten gute Erfolge gezeigt, seien aber heute zunehmend differenziert zu betrachten. "Wir werden neue Formen finden, den christlichen Glauben im Warburger Land zu leben und zu feiern", ist sich Pieper sicher.

Für Hauptamtliche und Gemeindemitglieder steht ein Wechsel des Blickwinkels an. "Vom Gedanken des Versorgers hin zum Ermöglicher", bringt es Pieper für sich und seine Mitarbeiter auf den Punkt. Der Priestermangel zwingt zum Handeln. Es sei der konziliare Gedanke einer "Pastoral der Berufung", wie er im Konzept zum Strukturwandel "Perspektive 2014" von Erzbischof Hans-Josef Becker verankert worden sei. Eine leise Revolution, die unter den Katholiken auch für Verunsicherung sorgt. Denn im gesamten Bistum werden die Gemeinden in 88 Pastoralen Räumen zusammengefasst, jeweils geführt und verwaltet von nur noch einem Pfarrer. Die derzeit 15 territorial abgegrenzten Gemeinden in den beiden Pastoralverbünden der Stadt Warburg werden eins.

Copyright © Neue Westfälische 2019
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group