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Der gebürtige Warburger Reinhard Humburg lebt seit 24 Jahren in New York, vertritt als Anwalt aber auch Mandanten in seiner Heimat. - © FOTO: A. FALK
Der gebürtige Warburger Reinhard Humburg lebt seit 24 Jahren in New York, vertritt als Anwalt aber auch Mandanten in seiner Heimat. | © FOTO: A. FALK

WARBURG "Warburg ist eine prägende Stadt"

Reinhard Humburg lebt seit 24 Jahren in New York, hat den Kontakt zur Heimat aber nie verloren

VON ANNIKA FALK
02.04.2011 | Stand 01.04.2011, 19:35 Uhr

Warburg. Der Liebe wegen ging der Warburger Reinhard Humburg vor 24 Jahren nach New York. Nach dem Studium und der Referendarzeit folgte er seiner Frau Maxine in die Staaten. Doch seit zwei Jahren hat der Anwalt auch in seiner Heimat wieder eine Wohnung.

Reinhard Humburg kann als Einziger behaupten, beim Amtsgericht Warburg und beim Supreme Court in New York als Anwalt zugelassen zu sein. Der gebürtige Warburger war Anfang der 80er Jahre mit Christian Holtgreve erster grüner Ratsherr. Damals diskutierte man über die Diemelaue und die Errichtung von Fahrradwegen, erinnert sich der 54-Jährige heute. Aber auch Atomkraft war ein Thema. Reinhard Warburg ist im Herzen ein Grüner geblieben, nahm am Montag an der Mahnwache auf dem Neustädter Marktplatz teil. Denn seit zwei Jahren hat der Rechtsanwalt einen Wohnsitz in Warburg - auch um deutsche Mandaten zu vertreten.

Über Umwege lernte der Sohn des Malers Lorenz Humburg während des Studiums seine Frau kennen. Durch Zufall kam der passionierte Bratschenspieler auf dem Bonner Friedhof am Grab von Beethovens Mutter mit einer amerikanischen Bratschistin ins Gespräch, die er anschließend einige Tage bei sich beherbergte. Diese spielte in einem Quartett mit Maxine Neuman, einer international bekannten Cellistin, und machte diese mit Reinhard Humburg bekannt. Neuman hat deutsche Wurzeln - ihre Großeltern waren aus Berlin ausgewandert - sie wuchs jedoch in Amerika auf. Aus Liebe entschloss sich Humburg, seiner Maxine zu folgen. Mit Sack und Pack zog er 1987 nach New York. Einige Kisten ließ er in seinem Elternhaus zurück. Sie stehen noch heute in der Stadt. Jetzt allerdings in seiner Altstadt-Wohnung.

Als Reinhard Humburg nach Amerika gegangen war, hat er erst für eine Kanzlei in New Jersey gearbeitet. Nachdem ihm sein Examen aus Deutschland anerkannt wurde, hätte er als zugelassener Anwalt in den USA arbeiten können - die Prüfung legte er mit John F. Kennedy jr. ab, dem Sohn des ehemaligen US-Präsidenten. Doch Humburg entschied sich trotzdem, noch ein Studium des amerikanischen Rechts zu absolvieren: "Ich wollte meine Kenntnisse vertiefen."

Danach arbeitete er für eine der größten Kanzleien der USA, die allein in New York mehr als 300 Anwälte beschäftigt, und machte sich schließlich selbstständig. Reinhard Humburg ist spezialisiert auf Rückerstattungsrecht, hat unter anderem die "Jewish Claims Conference", ein Zusammenschluss jüdischer Organisationen, vertreten. Zur Hälfte beschäftigt er sich nach wie vor mit deutschem Recht, arbeitet mit dem Generalkonsulat zusammen, dessen Vertrauensanwalt er ist. Drei Referendare aus Warburg haben ihm bereits über die Schulter geschaut. Vor einigen Jahren hat er die Warburger Kleingärtner an der Stadtmauer nahe der Bornebrede vertreten, die gegen die Ansiedlung eines Herkules-Marktes gekämpft hatten.

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