NIESEN Lettern werden zu Stationen

Ein Einblick in die Bildhauerwerkstatt auf der Hegge

VON CHRISTIANE SASSE
Beate Steven aus Köln meißelt zusammen mit Klaus Zentek Buchstabe für Buchstabe ins Eichenholz. Agathe Kiele-Dunsche (r.) versorgte die fleißige Gruppe ehrenamtlich mit Schokotorte. - © FOTO: CHRISTIANE SASSE
Beate Steven aus Köln meißelt zusammen mit Klaus Zentek Buchstabe für Buchstabe ins Eichenholz. Agathe Kiele-Dunsche (r.) versorgte die fleißige Gruppe ehrenamtlich mit Schokotorte. | © FOTO: CHRISTIANE SASSE

Niesen. Dass ein Klostergarten nicht nur mit duftenden Kräutern und herrlichen Stauden beeindrucken kann, beweist die Parkanlage rund um das christliche Bildungswerk "Die Hegge". 13 Menschen aus ganz Deutschland machten sich voller Eifer daran, Kunstobjekte und kreative Installationen in Stein und Holz für die klosterähnlichen Anlage zu erarbeiten.

Grund dafür war die erste Bildhauerwerkstatt, die im Rahmen des Projektes Klosterregion Kulturland Kreis Höxter nahe Niesen stattfand.

Sofort ist zu spüren, dass die Teilnehmer gemeinsam viel Freude bei der Arbeit hatten. Selbst die gelegentlichen Regenschauern störten nicht. "Unser Nachbar und Freund Wilhelm Kiele-Dunsche aus Frohnhausen hat seine Zeltvorrichtung an der Garage aufgebaut, so dass die Kursteilnehmer im Trockenen arbeiten konnten", berichtet Dorothee Mann, Oberin der der Hegge-Kommunität.

Der gelernte Klempner und talentierte Hobbykünstler Kiele-Dunsche gab gerne Hilfestellungen bei der Metallbearbeitung, so dass Ursa Kupts aus Nieheim und Sigrid Krauke aus Berlin ein Zitat von Eckhart von Hochheim über "die Mitte bei Gott als Basis für ein beständiges Leben" mit großer Sorgfalt kreisförmig in ein Kupferblech schlagen konnten. Dieser Vers wird später an einer Sandsteinsteele installiert und dann nahe eines Birkenrondells seinen Platz finden, das von Clemens Baumeister und Walter Schafmeister aus Warburg vorbereitet wurde.

Anderen Teilnehmer setzten ihren Meißel an drei Eichenbalken an, die zusammengefügt einen Rahmen mit besonderer Sichtbeziehung in der Parklandschaft bilden.

Kursleiter Werner Nickel zeigte sich zufrieden mit seinen Schützlingen und dem Stand der Dinge. Der Bildhauer aus Nienburg an der Saale gab Tipps, half und ließ sich gerne über die Schulter schauen. Buchstabe für Buchstabe wuchsen so mit viel Liebe zum Detail zu einem Park der Zitate auf der Hegge zusammen.

Im kommenden Jahr wird die Bildhauerwerkstatt eine Fortsetzung finden. Der Kursus wurde durch das Projekt "Klosterregion Kulturland Kreis Höxter" bei der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW) finanziert, das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie vom Land und vom Kreis Höxter gefördert wird.

Information

Anregende Kunstwerke

Bereits im vergangenen Jahr waren die Planungen für die weitläufige Parklandschaft auf der Hegge gemeinsam mit dem Projektbüro Klosterregion vorgenommen worden. Für das Konzept hatten die von der Klosterregion beauftragen Studentinnen der Landschaftsarchitektur Ulrike Kräser und Jutta Wienen Standorte im Park ausgewählt, die entweder aufgrund des Pflanzenbestandes besonders sind oder lange Blickachsen oder Blickbeziehungen zu anderen Gegebenheiten besitzen. An den jeweiligen Standorten sind nun schon einige verschiedenartige Kunstobjekte und Installationen platziert worden, die durch ihre Gestalt selber oder durch literarische Verse ihre Bedeutung preisgeben. Sie sind nicht immer eindeutig und regen deswegen zum Nachdenken aber auch zum Schmunzeln an.

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