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Felix Nolte (v. l.), Jan Dierkes, Lars Engemann, Tobias Nolte, Max Nolte und Timo Nolte hatten in Großeneder viel Spaß beim Sammeln und Binden der Heilkräuter - und so ganz nebenbei lernten sie dabei auch die Wirkung dieser Naturgewächse kennen. - © FOTO: PRIVAT
Felix Nolte (v. l.), Jan Dierkes, Lars Engemann, Tobias Nolte, Max Nolte und Timo Nolte hatten in Großeneder viel Spaß beim Sammeln und Binden der Heilkräuter - und so ganz nebenbei lernten sie dabei auch die Wirkung dieser Naturgewächse kennen. | © FOTO: PRIVAT

GROßENEDER Die Magie der Heilkräuter

Krautbund-Sammler waren rund um Großeneder unterwegs

16.08.2010 | Stand 15.08.2010, 19:30 Uhr

Großeneder (NW/pur). Ein alter Brauch nimmt in der Börde wieder einen festen Platz ein - das Krautbundsammeln zur Kräuterweihe auf Mariä Himmelfahrt am 15. August. Nicht nur in Großeneder, sondern in allen Gemeinden des Warburger Landes machten sich kleine und große Sammler auf, um bei Mutter Natur auf Suche zu gehen.

Die Initiatoren Wilfried Thiele (Heimatverein Großeneder) und Bernhard Michels (NVG) freuten sich über eine große Schar fleißiger Kräutersammler, die schon ganz gespannt auf die Entdeckungen in der Gemarkung waren.

"Nach langen Jahren der ,Abstinenz’ findet das traditionelle Krautbundsammeln mit anschließendem Krautbundbinden bereits wieder seit 2001 statt. Wir freuen uns sehr darüber, dass sich seither die Anzahl der Orte, in denen dieser Brauch wieder gepflegt wird, mehr als Verdreifacht hat", so Thiele und Michels, die den Teilnehmern auch den Hintergrund des Kräutersammelns nannten: "Zwischen sieben und 77 Kräuter gehören in den traditionellen Strauß, wovon die Großenederer Gemarkung fast 40 unterschiedliche Krautbundpflanzen zu bieten hat. Eine magische Zahl muss es sein - und Heilkräuter wie Königskerze, Schafgarbe, Beifuß, Kamille, Rainfarn, Johanniskraut oder Pfefferminze, sind natürlich Pflicht.

Als Zentralkraut dient die Königskerze oder der Beifuß, um die alle anderen Kräuter gebunden werden. Natürlich dürfen die Nährpflanzen wie Gerste, Hafer, Weizen und Roggen nicht fehlen." Über 40 Krautbunde wurden am gestrigen Sonntag, zum Fest "Mariä Himmelfahrt" von Pastor Raphael Schliebs gesegnet. Sie werden zu Hause zum Trocknen aufgehängt und zieren dann ein Jahr lang die Wohnung, wo sie ihre Heil- und Segenskräfte abgeben können. Die heilende Kraft des Spitzwegerichs wurde von Thiele und Michels demonstriert, indem ein Blatt zwischen den Fingern zerrieben und dann auf juckende Mückenstiche oder brennende Brennnesselstellen der Haut verrieben wurde. "Die Wirkung der Heilpflanze war so nachhaltig, dass sich Kinder und Erwachsene die Pflanze fest einprägten und nun in der Lage sind, sie bei Bedarf sofort überall am Straßenrand wiederzufinden. Gerade in der Warburger Börde diente das gesegnete Krautbund zum Heil und Schutz in Wohnung und Stall. Früher wurden Pflanzen der Sträuße oft kalbenden oder kranken Kühen zum Fressen gegeben oder im Stall gegen Blitzeinschlag aufgehängt. Heute sollen sie uns an die Heilkraft erinnern, die Gott ihnen verliehen hat", so Thiele und Michels.

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