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"Don’t melt our future", haben Lena Jacobi (l.), Luisa Drude und Ria Sarabhai (v. r.) auf ihr Plakat gemalt: "Schmelzt nicht unsere Zukunft". Das forderten die Gründungsmitglieder der "Grünen Jugend Warburg" bei der Klima-Konferenz im dänischen Kopenhagen. - © FOTO: PRIVAT
"Don’t melt our future", haben Lena Jacobi (l.), Luisa Drude und Ria Sarabhai (v. r.) auf ihr Plakat gemalt: "Schmelzt nicht unsere Zukunft". Das forderten die Gründungsmitglieder der "Grünen Jugend Warburg" bei der Klima-Konferenz im dänischen Kopenhagen. | © FOTO: PRIVAT

Warburg "Wir fordern Veränderung - sofort"

Engagierte junge Warburger gründen eine Ortsgruppe der "Grünen Jugend"

VON SANDRA WAMERS
17.12.2009 | Stand 16.12.2009, 18:34 Uhr

Warburg. Unpolitisch, desinteressiert und egoistisch - die viel zitierte "Generation Spaß" hat ihren Ruf weg. Zu Recht? Die Abiturienten Valentin Hauck und Lena Jacobi kennen dieses Vorurteil. Aber sie beweisen das Gegenteil. Lena kommt gerade aus Kopenhagen - zurück von der Klima-Konferenz. In ihrer Tasche steckt eine grüne Karte. Grün ist ihre Farbe: Lena und Valentin sind Gründungsmitglieder der neuen Warburger Ortsgruppe der Grünen Jugend.

"Wir sind unzufrieden mit der schwarz-gelben Regierung", sagt Valentin Hauck. Der 19-Jährige verfolgt in den Medien das politische Treiben in Berlin. Er hat die Bilder von Demonstrationen in den Uni-Hörsälen vor Augen. Der Warburger kritisiert den Bildungsmissstand im Land, aber auch den Umgang der Regierung mit dem Datenschutz. Er schätzt seine Privatsphäre - auch beim Surfen im Internet und beim Telefonieren. "Und natürlich die Klimapolitik", ergänzt Lena Jacobi, "das ist vor allem für uns Jugendliche wichtig." Aber Lena und Valentine wollen murren. Sie wollen mobilisieren. "Ich finde es wichtig, dass wir uns engagieren und einsetzen", betont die 18-jährige Körbeckerin.

"Wir wollen grüne Waffeln backen", sagt Lena

Ihr Engagement begann mit Diskussionsrunden und mündete in gebündelten Informationen. "Ich habe mir Info-Material von der Grünen Jugend schicken lassen", erzählt Lena. Nach der Lektüre besuchte sie die Landesmitgliederversammlung der Grünen Jugend in Dortmund am ersten Novemberwochenende. "Dann ging es wie in einer Welle weiter", erinnert sich die Abiturientin. Acht Köpfe zählte die Basisgruppe, die am 21. November zur Gründung der Grünen Jugend in Warburg zusammenkam. Mittlerweile zählt der neue Ortsverband zwölf Mitglieder. Und es sollen mehr werden.

Neue Gesichter sind willkommen. "Gerade weil wir jetzt Abitur machen und im nächsten Jahr aus Warburg wegziehen, würden wir uns über Nachwuchs freuen", betont Lena. Beide Gymnasiasten wollen nach dem Abi erst einmal ein Freies Soziales Jahr machen und danach studieren. Bis dahin wollen sie sich aber in Warburg engagieren. "Wir wollen grüne Waffeln backen und in der Innenstadt verkaufen", kündigt Lena an. Grün beschreibe aber eher die Zutatenliste als die Farbgebung der Eiserkuchen. "Nämlich bio", grinst Valentin. Den Erlös wollen sie in Projekte für die heimische Flora und Fauna fließen lassen. Darüber hinaus wollen sie sich in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren. "Wir planen Workshops im Bereich der Naturerkundung oder auch Bastelangebote wie Filzen", sagt Lena.

Unpolitisch, desinteressiert und egoistisch - so klingen diese Pläne nicht. "Natürlich gibt es auch viele Jugendliche, die sich nicht für Politik interessieren", weiß Valentin. Aber gilt das nur für die Jugend? "Viele denken eben nicht nach, beziehungsweise denken nur an das eigene wirtschaftliche Vorankommen. Und genau das wollen wir nicht. Wir wollen das Gegenteil: Es soll allen Menschen auf der Welt gut gehen - und das auch in Zukunft", betont Valentin.
Auch für ein solch’ faireres Weltklima hat Lena am Wochenende in Kopenhagen demonstriert. "Wir fordern Veränderung und wünschen uns Klima-Gerechtigkeit - und zwar sofort", darauf pocht Lena.

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