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Fleißige Handwerker: Axel Eggers (v. l.) und Karl-Lüder Schulken aus Körbecke sowie Lucas Thielke vom Erzbischöflichen Jugendhaus in Hardehausen schrauben Lärchenbretter zu einem Pfahl zusammen. - © Dieter Scholz
Fleißige Handwerker: Axel Eggers (v. l.) und Karl-Lüder Schulken aus Körbecke sowie Lucas Thielke vom Erzbischöflichen Jugendhaus in Hardehausen schrauben Lärchenbretter zu einem Pfahl zusammen. | © Dieter Scholz

Warburg So wird die Radroute durch den Kreis Höxter zum Pilgerweg

Fleißige Hände bauen am Projekt „Ökumenische Bibel-Pfähle entlang der Kloster-Garten-Route“

Dieter Scholz
21.10.2019 | Stand 21.10.2019, 17:06 Uhr

Germete. Ganz so einfach ist es dann doch nicht: Vier Lärchenbretter werden zu einem Pfahl zusammengeschraubt, der vier Meter hoch und jeweils 28 Zentimeter Seitenlänge misst. Um sie aufzustellen, bedarf es einer tragenden Stahlkonsole und einem schweren Beton-Fundament von gut einer Tonne. "Die Pfähle werden auf der Kloster-Garten-Route einen spirituellen Weg markieren", sagt Karl-Heinz Bartsch, ehemaliger Pfarrer der Warburger evangelischen Kirchengemeinde. Dafür reichte es aber bei Weitem nicht, nur einige Spenglerschrauben ins naturbelassene Holz zu drehen. "Lesefreundlich auf Augenhöhe" Auf dem Hof der Serviam-Schwestern in Germete wurde kräftig gewerkelt, um die ersten acht der insgesamt 27 Bibel-Pfähle und 14 Bibelbretter als schlichtere Form des Pfahls fertigzustellen. Sie werden bis zum Frühjahr an ausgewählten Stellen entlang der rund 300 Kilometer langen Radroute im Kreis Höxter und der nordhessischen Landesgrenze aufgestellt. Zugeschnitten in der Löwendorfer Tischlerei Josef Fuhrmann liegen die Bretter nun auf Böcken, bekommen nach und nach unter dem blauen Himmel ihre quadratisch lange Form. Auf weißen Kunststoffplatten, die an zwei Seiten aufgeschraubt werden, stehen kurze Bibelverse, die aufmerksam machen sollen. Ein erläuternder, weiterführender Text auf einer kleineren Platte gibt, "lesefreundlich auf Augenhöhe angebracht, spirituelle Wegimpulse", sagt Bartsch. So werde die Radroute zu einer Pilgerroute. Begleitende Broschüre Nicht zuletzt, weil auch alle Texte in einer handlichen Broschüre präsentiert werden. Ein Stempel, den Radtouristen an jedem Bibel-Pfahl finden, führt zu einem Lösungswort. Die Begleittexte haben die am Projekt beteiligten Ehrenamtlichen verfasst. Sie stammen aus mehr als 40 Pfarrgemeinderäten, Kirchengemeinden und klösterlichen Einrichtungen aus dem Kreis Höxter und der nordhessischen Nachbarschaft. "Das gemeinsame Arbeiten und Kennenlernen über die Konfessionsgrenzen hinweg steht dabei im Vordergrund", bemerkt Christiane Sasse vom Leader-Regionalmanagement. "Vor gut zwei Jahren wurde die Idee geboren", sagt Sasse und als Projekt in den Leader-Themen-Tisch eingebracht. Die Projektsumme: "Gut 80.000 Euro", nennt Sasse den Betrag. Finanziert werden die Materialien für die Pfähle, deren Aufbau und eine spätere Begleitbroschüre für die Pilgerroute zu 65 Prozent aus dem Leader-Programm und zu 35 Prozent vom Innovationsfonds des Erzbistums Paderborn. Die evangelische Kirchengemeinde Paderborn übernimmt weitere Kosten außerhalb des Projektbudgets. 224 Seiten dicker Antrag Ein langer Weg für die Projektgruppe: Für jeden der Standorte mussten unter anderem Katasterkarten eingesehen, von Energieversorgern Infos zum Flurstück sowie von den jeweiligen Grundstückseigentümern Haftungs- und Verkehrssicherungserklärungen eingeholt und in den 224 Seiten dicken Leader-Antrag eingearbeitet werden. Dazu kamen auch die Berechnungen eines Statikers. Die ersten acht Bibel-Pfähle wurden von Mitgliedern der katholischen Gemeinden aus Bonenburg, Körbecke und Manrode, der Ökumene in Beverungen, des Jugendhauses Hardehausen und des Serviam-Klosters in Germete sowie von Vertretern aus der evangelischen Kirchengemeinde Altkreis Warburg gebaut.

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