0
Im Blues-Brother-Look: Gitarrist Gerd Schlüter zieht die Mundwinkel simultan zu den Saiten seines Instruments. - © Burkhard Battran
Im Blues-Brother-Look: Gitarrist Gerd Schlüter zieht die Mundwinkel simultan zu den Saiten seines Instruments. | © Burkhard Battran

Warburg Musikfans feiern beim 11. Brauerei-Rockfestival in Warburg

Mit Santana-Sound genießen sie die idyllische Atmosphäre der Kuhlemühle

Burkhard Battran
26.08.2019 | Stand 26.08.2019, 09:53 Uhr

Warburg. Geht man nach dem Votum des Publikums, war es wohl der beste Topact in der elfjährigen Geschichte des Warburger Brauerei-Rockfestivals. „Super", „einfach Irre", „ich bin total begeistert", überschlugen sich die rund 1.000 Besucher vor Begeisterung. Mit „The Magic of Santana" aus Hamburg hatten die Brauereigeschäftsführer in diesem Jahr Europas beste Santana-Tribute-Band nach Warburg geholt und offensichtlich den richtigen Riecher gehabt. Musikalisch hochkarätig und auf magische Weise mitreißend, zog die neunköpfige Formation das Publikum in den Bann. Möglicherweise passte auch nur einfach alles perfekt zusammen. Der warme, laue Spätsommerabend, die besondere Kulisse des Brauereibetriebes inmitten der idyllischen Kuhlemühle an der Diemel und dann der rhythmusgetriebene Latin-Rock von Santana – das funktionierte einfach. Humorvolle Band Seit 2010 gibt es dieses höchst ambitionierte Santana-Projekt, das von Gitarrist Gerd Schlüter und den Percussionisten Andreas Rohde und Jürgen Pfitzinger gegründet wurde. Zusammen mit Organist Jens Skwirblies, Bassist Martin Hohmeier, Drummer Oliver Steinwede, Percussionist Pablo Escayola, Gitarrist Oliver Schröder und Sänger Alex Ligertwood (72), langjähriges Mitglied der Santana-Originalband von Supergitarrist Carlos Santana (72), gelang es der Band, das weltberühmte Santana-Feeling absolut authentisch auf die Bühne bringen. Klar, dass Gitarrist Schlüter und Sänger Ligertwood im Mittelpunkt des Konzerts standen. Mit ihren schwarzen Anzügen und schwarzen Hüten auf dem Kopf sahen der kräftige Schlüter und der zierliche Ligertwood ein bisschen aus, wie eine schräge Blues-Brothers-Parodie, zeigte aber auch, dass die Band nicht nur über Musikalität, sondern auch über Humor verfügte. Zünftige Blasmusik vom Orchester des Musikvereins Willebadessen Gitarrist Schlüter gelang es, seine Gitarre ebenso wunderbar singen zu lassen, wie der Sound von Carlos Santana in die Musikgeschichte eingegangen ist. Übrigens spielte Schlüter mit dem gleichen Equipement wie Carlos Santana, das im Kern aus E-Gitarren der amerikanischen Gitarrenschmiede PRS und zwei in Reihe geschalteten Mesa-Boogie-Verstärkern, mit denen Carlos Santana seinen typischen, lang anhaltenden Gitarrenton kreiert hat. Eröffnet worden war das Brauerei-Rockfestival mit zünftiger Blasmusik vom Orchester des Musikvereins Willebadessen. Dann wurde es alpenländisch exotisch mit dem Diemelhörner-Alphornquartett. In den elf Jahren ihres Bestehens hat sich die Formation zu einem der besten Alphornquartetten in Deutschland entwickelt. Geleitet wird das Quartett von Tobias Fuest aus Germete, der die erste Stimme spielt. Ein beeindruckender Auftritt gelang auch Singer-Songwriter Norman Keil (39) aus Marburg, der sich mit einer starken Bühnenpräsenz und schönen, emotionalen Liedern in die Herzen der Festival-Besucher sang. Zu seinen bekanntesten Nummern gehört der Song „Alles OK" über ein ungleiches Liebespaar: „Ich trink lieber Kaltbier und die Caipi und alle deine Freunde find ich doof." In jedem Fall hatte das Line-Up des Brauerei-Festivals auch in diesem wieder ein breites musikalisches Spektrum zu bieten.

realisiert durch evolver group