Begegnung beim Spielen: Bernd Zaiss und Mehmet Cavdar spielen mit Begeisterung Backgammon. Das Vorstandsteam mit Hilla Zavelberg-Simon (v. l.), Getrud Flore, Katharina Linpinsel und Heidi Marquardt freut sich über die vielfältigen Möglichkeiten des Austauschs in der Begegnungsstätte in der Hauptstraße 45, die an fünf Tagen für alteingesessene Warburger und Geflüchtete geöffnet ist. - © Hermann Ludwig
Begegnung beim Spielen: Bernd Zaiss und Mehmet Cavdar spielen mit Begeisterung Backgammon. Das Vorstandsteam mit Hilla Zavelberg-Simon (v. l.), Getrud Flore, Katharina Linpinsel und Heidi Marquardt freut sich über die vielfältigen Möglichkeiten des Austauschs in der Begegnungsstätte in der Hauptstraße 45, die an fünf Tagen für alteingesessene Warburger und Geflüchtete geöffnet ist. | © Hermann Ludwig

Warburg Warburgs Begegnungsstätte "Zweite Heimat" hat sich bewährt

Vereinsvorstand zieht nach einem Jahr Bilanz und plant neue Projekte. Das große Ziel des Vereins, einen Begegnungsort in zentraler Lage zu schaffen, sieht der Vorstand erreicht. Viele der 87 Mitglieder sind in Projekte eingebunden

Hermann Ludwig
12.06.2019 | Stand 11.06.2019, 19:53 Uhr

Warburg. Ein Jahr besteht der Verein „Zweite Heimat Warburg", der jetzt seit vier Monaten die „Interkulturelle Begegnungsstätte" im Haus Nummer 45 an der Hauptstraße in einem ehemaligen Ladenlokal als offenen Treffpunkt für Einheimische und Geflüchtete betreibt. Der Vorstand hat jetzt eine positive Bilanz gezogen. Seit 2015 hatten sich viele Ehrenamtliche mit großem Engagement in der Flüchtlingsarbeit in der Unterkunft in Dössel eingebracht. Im April 2018 wurde der Verein „Zweite Heimat" dann offiziell gegründet. Inzwischen zählt der Verein 87 Mitglieder, davon sind etwa ein Drittel in die unterschiedlichen Aktivitäten eingebunden. „Wir sind über jedes neue Mitglied und jeden Aktiven froh", sagt Gertrud Flore vom Vorstand, der auf das vielfältige Angebot verweist, das für alle offen ist. „Wir wollen Begegnungen schaffen und die Geflüchteten freuen sich über jede Chance, ihre Sprachfähigkeiten zu verbessern", sagt Heidi Marquardt, die für die Programmkoordination zuständig ist. Der Vorstand besteht aus Gertrud Flore, Katharina Linpinsel und Hilla Zavelberg-Simon. Um den Vorstand herum gibt es viele Helferinnen und Helfer, die Verantwortung übernehmen. Mit dem neuen Heim des Vereins „Zweite Heimat" im Zentrum der Stadt sei das Thema Begegnung weiter in den Vordergrund gerückt. Der Ort soll zu einem Ort des Austauschs für geflüchtete Neubürger und alteingesessene Warburger werden. „Es kommen viele Menschen vorbei, die sehen, das hier richtig was los ist", sagt Gertrud Flore. Dicht umringt ist beispielsweise der Tisch, an dem die polnische Künstlerin Anna Rona einen Malkursus anbietet, der großen Anklang bei allen Altersgruppen findet. Die Bilder aus dem Malkursus dienen gleich zur optischen Verschönerung und laden ein, diese bunten Räumlichkeiten zu betreten. Im Fenster sind auch zwei große Fotografien der Freilichtausstellung „Museum der Menschheit" von Rubben Timmans platziert. Begegnungsort in zentraler Lage Das große Ziel des Vereins, einen Begegnungsort in zentraler Lage zu schaffen, sieht der Vorstand erreicht. An fünf Tagen in der Woche hat das „Zweite Heimat"-Café geöffnet, wobei der Dienstag den Frauen vorbehalten bleibt. Das integrative Café hat mittwochs, donnerstags und freitags am Nachmittag und samstags am Vormittag geöffnet. In dieser festen Struktur gibt es viele Angebote, dazu bleibe viel Raum für Spontanität, so der Vorstand. Das Miteinander der Kulturen haben die Vereinsmitglieder im Blick. Neben dem Austausch werden auch Beratungen und Hilfen bei Alltagsproblemen angeboten, daraus haben sich auch einige Patenschaften und dauerhafte Freundschaften entwickelt. Die Beratung bleibe den professionellen Helfern vorbehalten. Mit Daniela Dahlmann von der Diakonie wird ein regelmäßiger Austausch mit den ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuern organisiert. Einige regelmäßige Angebote sind fest etabliert. „So geben 20 Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums Marianum bis zu 30 geflüchteten Kindern und Jugendlichen Nachhilfeunterricht", bilanziert Heidi Marquardt. Diese Aktion der Young Caritas, des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) und des Gymnasiums Marianum stärkt auch die Sprachkompetenz der Geflüchteten. „Viele haben die deutsche Sprache schon hervorragend gelernt", freut sich Katharina Linpinsel. Vierzehntägig im Wechsel wird dienstags für Frauen die Nähgruppe und das Frauencafé angeboten. Mittwochs gibt Gerhard Schäfer Schachtipps, Donnerstags gibt es eine Lesestunde für Kinder und Jugendliche. Einmal im Monat steht das internationale Frauenfrühstück auf dem Programm. Ebenfalls einmal im Monat wird mit den Kindern ein Ausflug unternommen oder ein Film angeschaut. In den Sommerferien sind Angebote für Kinder und Familien vorbereitet. »Jeder Beitrag ist willkommen« Eine Veranstaltung zum Thema Flucht- und Ankommensgeschichten steht auf dem Programm. Sportlich wird es am 26. Juni (19 Uhr), wenn mit Lauftrainer Bernhard Eder eine Laufgruppe gebildet wird. Am 8. Juli findet der Projekttag „Schule ohne Rassismus" des Gymnasium Marianum statt. Da all diese Angebote ehrenamtlich geleistet werden, sucht der Verein „Zweite Heimat" noch Menschen, die das Hilfeangebot erweitern und unterstützen können. „Jeder Beitrag ist willkommen", sagt Hilla Zavelberg-Simon. „Es gibt eine Frau, die bringt uns regelmäßig einen Kuchen für das Café", ergänzt Gertrud Flore.

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