Mit einer Plakat- und Flyer-Aktion hatte die Warburger Denkmalstiftung auf das Haus Pennig aufmerksam gemacht. Der Bürgermeister trat daher vom Vorsitz der Stiftung zurück. - © Dieter Scholz
Mit einer Plakat- und Flyer-Aktion hatte die Warburger Denkmalstiftung auf das Haus Pennig aufmerksam gemacht. Der Bürgermeister trat daher vom Vorsitz der Stiftung zurück. | © Dieter Scholz

Warburg Stifterfamilie kritisiert Debatte ums Haus Pennig in Warburg

Jetzt nehmen die Stifter Stellung. Sie üben heftige Kritik.

Dieter Scholz
15.05.2019 | Stand 14.05.2019, 16:28 Uhr

Warburg. In einem offenen Brief an Bürgermeister, Ratsmitglieder und Bürger drückt die Stifterfamilie der Warburger Denkmalstiftung ihr Unverständnis gegenüber dem Rücktritt von Bürgermeister Michael Stickeln als Vorsitzender des Stiftungsvorstandes aus. Auch nehmen die Stifter Stellung zur Diskussion um den Denkmalwert des rund 160 Jahre alten Gebäudes an der Marktstraße. Man sei betrübt über die Art und Weise der Auseinandersetzung und bedauere die Entwicklung, die Fragen aufwerfe, heißt es in dem Schreiben. Stadt schenkt Fremdgutachten mehr Vertrauen Dem Urteil des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) werde misstraut, obwohl doch der staatliche Auftrag der Fachbehörde für Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur darin bestehe, Denkmalschutz und -pflege nach dem Gesetz sicherzustellen und "Kommunen und Denkmaleigentümer zu unterstützen und zu beraten". Dagegen schenkten Bürgermeister und Ratsmehrheit einem bezahltem Fremdgutachten mehr Vertrauen, als dem Gutachten der Fachbehörde. Ein weiterer Vorwurf: Die Warburger Denkmalstiftung spiele seit ihrer Errichtung im Bewusstsein der meisten Verantwortungsträger und in der öffentlichen Wahrnehmung "praktisch keine Rolle". Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD), zu der die Warburger Denkmalstiftung als Treuhandstiftung gehöre, genieße doch national und international einen exzellenten Ruf. Es sei der Stifterfamilie unverständlich, warum Erfahrung und Know-how des DSD nicht in Anspruch genommen worden seien. Frage nach dem Sinn der Warburger Denkmalstiftung Die Mitglieder im Vorstand der Warburger Denkmalstiftung seien in der Vergangenheit seitens der Stadt über denkmalpflegerische Angelegenheiten nicht oder nur unzureichend informiert worden, kritisieren die Stifter. Offen sei auch die Frage, warum Überlegungen der Denkmalstiftung, das Pennigsche Haus zu erwerben, vehement abgelehnt wurden. Bürgermeister und Ratsmehrheit hätten sich zu keinem Zeitpunkt bemüht, mit der Stiftung im Gespräch zu bleiben. Die Idee des Erwerbs sei als Goldene Brücke verstanden worden, "die zur Befriedung der aufgeheizten öffentlichen Gesprächsatmosphäre um das Haus hätte beitragen können". Rückblickend stelle sich die Frage, ob es sinnvoll gewesen sei, die Warburger Denkmalstiftung zu errichten, fasst das Schreiben die Kritik zusammen.

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