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Viele Hände, schnelles Ende: Gut 70 Kräfte des THW aus Höxter und Warburg packten am Samstag mit an. Auch THW-Abordnungen aus Paderborn und Meschede waren dabei. Außerdem halfen die Feuerwehren aus Warburg und Germete. - © Björn Krahn
Viele Hände, schnelles Ende: Gut 70 Kräfte des THW aus Höxter und Warburg packten am Samstag mit an. Auch THW-Abordnungen aus Paderborn und Meschede waren dabei. Außerdem halfen die Feuerwehren aus Warburg und Germete. | © Björn Krahn

Warburg Starke Helfer wuchten 1.800 Sandsäcke für den Hochwasserschutz in Warburg

Das Technische Hilfswerk aus Warburg und Höxter übt für ein Hochwasserszenario

Björn Krahn
13.05.2019 | Stand 12.05.2019, 17:18 Uhr

Der Name der Einsatzübung verrät schon Schlimmstes: „Diemelwelle". Würde der Diemeldeich tatsächlich brechen, dann wäre Land unter in Germete. Im schlimmsten Fall mit sehr ernsten Konsequenzen für den Ort, seine Bewohner und Tiere: Zwar ist dieses Schreckensszenario relativ unwahrscheinlich, da die Diemel im Falle eines Hochwassers genug Platz hätte, um sich auszubreiten. Trotzdem müssen THW und Feuerwehr für solche Großlagen gewappnet sein, auch, um anderswo eingesetzt werden und helfen zu können. Dafür trainieren sie regelmäßig. Am Samstag sind das Technische Hilfswerk Warburg und Höxter für eine solche Großübung – die „Diemelewelle" – zusammengekommen. Der Warburger THW Ortsbeauftragte Sascha Grzeschik hat die Einsatzübung geplant und organisiert. Unter der Einsatzleitung von Tobias Wiegartz, THW-Warburg, wirkten insgesamt 70 Einsatzkräfte zusammen, um den Ernstfall einer Hochwasserbedrohung zu proben. Das fiktive Szenario: Der Deich droht zu brechen, in allerkürzester Zeit muss der Deich auf einer Länge von 30 Metern mit Hilfe von Sandsäcken um etwa 50 Zentimeter erhöht werden. Und wer jemals einen Sandsack des Formats 40 mal 60 Zentimeter in den Händen gehalten hat, der weiß, wie schwer die sind: etwa elf bis 13 Kilogramm. Eigentlich bringen die mit Sand gefüllten „Wasserblocker" sogar das Doppelte an Gewicht auf die Waage, aber: „Nach neuesten Erkenntnissen werden die Sandsäcke nur halb gefüllt, versiegelt und Palettenweise an den Einsatzort herangefahren, wenn die Lage das zulässt", erklärt Thorsten Götz aus Höxter, der eigens für diese Katastrophenfälle ausgebildete THW-Fachberater für Hochwasserschutz und Deichverteidigung. Erfahrungen vom Elbehochwasser Bei 90 Sandsäcken pro Ladung, also Palette, werden knapp 1,2 Tonnen Sand zum Deich transportiert. Doch nicht immer ist ein gefahrloser Transport der Ladung mittels Radlader möglich. In ungünstigen Fällen muss der Transport über längere Distanzen mit Muskelkraft erledigt werden. Insgesamt 1.800 Sandsäcke haben die Kräfte am Samstag verbaut. Davon waren bereits 800 vorgefertigt, die restlichen 1.000 mussten vor Ort präpariert und gefüllt werden. Sascha Grzeschik erinnert sich an seinen Einsatz beim Elbehochwasser im Jahr 2002: „Unsere heutige Übung mit 1.800 Sandsäcken ist von vergleichbar geringem Aufwand, während wir damals einen Einsatzauftrag mit 60.000 Sandsäcken zu bewältigen hatten." Dabei werden die Sandsäcke nicht wahllos abgeladen, sondern nach bestimmten Mustern optimal verlegt und aufgeschichtet. Zehn Helfer können etwa 800 Sandsäcke pro Stunde bewegen, so die Erfahrung. Wenn es kritisch wird Sofern ein Deich den Wasserdruck nicht mehr vollständig hält, werden Rinnsale erkennbar, welche mit sogenannten Quellkaden abgedichtet werden. „Wenn die Rinnsale noch klares Wasser erkennen lassen, ist es unkritisch", so Fachmann Thorsten Götz. „Wird jedoch Sediment herausgeschwemmt, dann wird es gefährlich, denn es signalisiert, dass Deichsubstanz verlorengeht." Das Fazit des THW-Bezirksstellengeschäftsführers, Sascha Meyer fällt positiv aus: Die Zusammenarbeit hat gut funktioniert und soll auch den jüngeren Einsatzkräften als Übung für den Ernstfall dienen. „Es ist vermehrt mit Hochwasserbedrohungen an Elbe, Oder und Rhein zu rechnen und daher wichtig, sich auf derartige Einsätze vorzubereiten", so die Fachleute des THW. Mehr zum THW: www.thw-warburg.de

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