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Limitierte Auflage: Pastor Tobias Spittmann (l.) und Bischof Anba Damian bei der Übergabe der Bibel an Heinz-Jürgen Homberger. - © Katharina Thiel
Limitierte Auflage: Pastor Tobias Spittmann (l.) und Bischof Anba Damian bei der Übergabe der Bibel an Heinz-Jürgen Homberger. | © Katharina Thiel

Warburg Eine Bibel mit heiliger Unterschrift als Erfüllung des Lebenstraums

Der vierte Versuch hat geklappt. Heinz-Jürgen Homberger bekommt im Kloster Brenkhausen eine Bibel mit der Signatur von Papst Franziskus überreicht

Katharina Thiel
12.05.2019 | Stand 12.05.2019, 12:13 Uhr

Scherfede/Brenkhausen. Für Heinz-Jürgen Homberger aus Scherfede geht ein Lebenstraum in Erfüllung: eine von Papst Franziskus persönlich signierte Bibel. Bischof Anba Damian vom Koptisch-Orthodoxen Kloster in Brenkhausen hat seinem Freund die Heilige Schrift überreicht. Er hatte im August 2018 bei einer privaten Audienz im Vatikan die Gelegenheit, mit Papst Franziskus zu sprechen und ihn um die Unterschrift zu bitten. „Seine Heiligkeit setzt seine Unterschrift sehr bescheiden, sehr klein", sagt Bischof Anba Damian bei der Übergabe. Es sei bereits der vierte Versuch gewesen, die Bibel in die Nähe des Papstes – damals auch noch Benedikt XVI. – zu bringen. Doch es sei immer an Kontrollen der Polizei gescheitert, die ihn bei Veranstaltungen in Deutschland mit der Bibel nicht weitergehen lassen wollten. Deshalb freut sich Bischof Anba Damian um so mehr: „Ich mache einem Menschen eine Freude. Mit dieser Überreichung möchte ich meinen Dank an alle Eisenbahner aussprechen." "Lassen Sie uns mein Brot teilen" Denn Homberger hat mehr als 40 Jahre als Zugchef gearbeitet. Er trug die Verantwortung für das Personal im Zug, die Kontrollen der Fahrkarten und die Ansagen. „Papst Franziskus würdigt so den mühsamen und ehrenvollen Dienst des deutschen Eisenbahners, der wie seine Kollegen alles Mögliche tut, um im Dienst von Millionen von Passagieren jeden Tag eine sichere Fahrt zu gewährleisten", so der Bischof. Kennengelernt haben sich die beiden, die mittlerweile eine Freundschaft verbindet, ebenfalls während einer Bahnfahrt. Bereits als er einsteigen wollte, hatte Homberger den Bischof mit „Seine Exzellenz" angesprochen. Das hinterließ Eindruck. Während der Kontrolle kamen sie ins Gespräch. „Lassen Sie uns mein Brot teilen", soll der Zugchef damals zu ihm gesagt haben. Der Beruf hat dem 67-Jährigen viel bedeutet: „Eine wunderschöne Zeit. Es war wie eine Familie für mich." Bibel in limitierter Auflage Die vom Papst signierte Bibel sei eine besondere, sagt er: „Es gibt nur 3.000 Stück davon. Sie ist teilweise mit Gold unterlegt und sie gefällt mir einfach. Ich habe diese Bibel gekauft, als meine erste Frau noch lebte." Gemeinsam sei der Wunsch entstanden, die Unterschrift auf einer der ersten Seiten zu sehen. Deshalb habe Homberger auch nach ihrem Tod nie aufgehört, Versuche zu unternehmen, diesen Wunsch zu erfüllen. In seinem Haus in Scherfede bekommt die Bibel nun einen speziellen Platz. „Wir haben einen großen Wohnzimmerschrank mit einer Vitrine", sagt er. Darin wolle er die Heilige Schrift zwischen zwei Engeln platzieren. Jedoch nur geschlossen, um ein Verblassen der Unterschrift zu vermeiden.

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