„Warburg vor fünfzig Jahren": Fotograf Erich Kesting hielt diesen Unfall an der Petri-Stiege 1969 fest. - © Erich Kesting
„Warburg vor fünfzig Jahren": Fotograf Erich Kesting hielt diesen Unfall an der Petri-Stiege 1969 fest. | © Erich Kesting

Warburg Warburgs Stadtmuseum kratzt an der 200.000-Besucher-Marke

Museum im „Stern“: Museumsleitung und Museumsverein laden in diesem Jahr zu neuen Sonderschauen ein. Es sind viele Köpfe, die Themen und Ausstellungen vorbereiten

Dieter Scholz
11.01.2019 | Stand 11.01.2019, 08:25 Uhr

Warburg. Mit den Zahlen ist Franz-Josef Dubbi durchaus zufrieden: „Rund 4.300 Besucher schauten sich im vergangenen Jahr im Museum um und besuchten unsere Sonderausstellung", sagt der Leiter des Warburger Stadtmuseums. Neben der Dauerausstellung hatte das Museum zu zehn Sonderschauen eingeladen. „In neuen Jahr werden es neun sein", kündigt Dubbi an. Dahinter steckt eine Menge an Arbeit und Engagement. Wie sie beispielsweise Heinz-Josef Besse leistet. Der pensionierte Lehrer sitzt in diesen Tagen bei der Neuen Westfälischen und kämmt das Archiv durch. Für die Kesting-Ausstellung im Sommer nimmt er die vier dicken Quartalsbände des Jahres 1969 aus dem Regal. „Warburg und das Warburger Land vor 50 Jahren in Fotografien von Erich Kesting" heißt die Bilderschau, für die Besse im Vorfeld recherchiert. „Exakt 8.576Negative waren es für das Jahr 1969" Besse ist Mitglied im Vorstand des Museumsvereins und wird in die Ausstellung einführen. Für die Ausstellungstafeln, auf denen im Beyer-Saal des Museums die Fotos des Warburger Fotografen zu sehen sein werden, hat Museumsleiter Dubbi bereits die Bildunterschriften geschrieben. Kesting hatte sein Atelier an der Josef-Kohlschein-Straße 1948 eröffnet. Er wurde als Fotograf für lokale Zeitungen tätig und war mit der Kamera unermüdlich in der Region unterwegs. 1974 starb der Fotograf. Seine Familie bewahrte seinen fotografischen Nachlass und machte ihn dem Museum zugänglich. Nach und nach werden die Negative des Kesting-Archivs digitalisiert. Mit dieser Arbeit hatten Hanna und Josef Wertz aus Daseburg vor gut 15 Jahren begonnen. Sie wird nun vom Daseburger Gerhard Timmermann fortgeführt. Ehrenamtlich. Kontinuierlich sollen die Negative Jahrgang für Jahrgang eingescannt werden. „Exakt 8.576 Negative waren es für das Jahr 1969", sagt Dubbi. Aus der Masse musste eine Auswahl getroffen werden. Im September 1988 waren in einem der ältesten Steinhäuser der Stadt die Museumssäle eröffnet worden. Seitdem besuchten mehr als 196.000 Besucher die Dauerausstellung und die Sonderschauen. Da können die Verantwortlichen darauf hoffen, die 200.000-Marke zu knacken. Der Ausblick auf das neue Ausstellungsjahr Museumsleiter Dubbi und Rainer Mues, Vorsitzender des Museumsvereins, geben einen Ausblick: Das Ausstellungsjahr 2019 wird mit der Präsentation von Gemälden von Walerij Bastron unter dem Titel „Sagenumwoben" begonnen. Sie wird am 20. Januar eröffnet. Heimische Fotografenkunst steht dann auf dem Programm. Miriam Emme, Ruben-B. Emme und Karl-Heinz Wiemers präsentieren ab dem 24. Februar eine fotografische Reise durch die Stadt mit ihren Stadtteilen. „Dem letzten Abendmahl, einem zentralen Kapitel der Glaubens- und Kunstgeschichte, ist die Ausstellung gewidmet, die am 7. April beginnen soll", kündigt Dubbi an. Künstlerisch habe sich zum Beispiel Hans Kohlschein mit diesem Thema auseinandergesetzt. Tradition geworden ist die jährliche Ausstellung „Vor fünfzig Jahren" mit Fotografien aus dem Nachlass von Kesting. Daraus werden für die Ausstellung über das Jahr 1969 ab dem 5. Mai typische Aufnahmen präsentiert. Heiner Stiene, dem Warburger Künstler und ehemaligen Kunsterzieher, ist die am 23. Juni beginnende Ausstellung gewidmet. In einer Retrospektive wird er Arbeiten aus 20 Jahren zeigen. 30 Jahre alt wird die Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal. Für die Museumsverantwortlichen Grund genug, ihre Geschichte ab dem 4. August in einer Ausstellung Revue passieren zu lassen. Der Fotograf Hartmut Kleimann aus Warburg zeigt ab dem 1. September in der Galerie des Museums außergewöhnliche Ausschnitte und Formate Warburger Lebenswirklichkeiten. Die Warburger Welt der Eisenbahn präsentiert die Ausstellung vom 22. September bis 20. Oktober. „Aus Anlass seines 80. Geburtstags zeigt dann der Maler Rolf Gentz, Enkel von Hans Kohlschein, ab dem 27. Oktober Bilder von Reisen, Farbarchitekturen und Bilder über die Zeit", sagt Dubbi. Beschlossen werde das Ausstellungsjahr mit der Schau „Einblicke – aus dem Kunstunterricht Warburger Schulen". Sie beginnt am 1. Dezember.

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