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Nach längerer Pause erstmals wieder dabei: Spenderin Elisabeth Berens freut sich, dass es trotz schwieriger Venen gut gelaufen ist. - © Burkhard Battran
Nach längerer Pause erstmals wieder dabei: Spenderin Elisabeth Berens freut sich, dass es trotz schwieriger Venen gut gelaufen ist. | © Burkhard Battran

Warburg Große Spendenbereischaft beim letzten Blutspendetermin des Jahres

Ein Besuch der letzten Blutspende des Jahres im Kreis Höxter

Burkhard Battran
29.12.2018 | Stand 29.12.2018, 18:12 Uhr

Kreis Höxter/Welda. Hinterher gibt es Schnittchen und eine warme Suppe und Kaffee. Oder Tee, oder etwas Kaltes und auch frisches Obst mit Quark. Alles liebevoll bereitgestellt von den fleißigen Helferinnen des DRK-Ortsvereins. In Welda fand jetzt der letzte Blutspendetermin im Kreis Höxter für dieses Jahr statt. „Dieser Jahresabschlusstermin ist immer gut besucht, denn zwischen den Jahren haben die Leute Zeit und auch den Wunsch, zum Jahresende noch mal etwas wirklich Gutes zu tun", sagt Blutspendebeauftragter Rüdiger Wiemers. Er rechnet mit rund 100 Teilnehmern, ein Drittel mehr als sonst. Zum Jahresende noch etwas Gutes tun, das trifft auch auf Spenderin Elisabeth Berens (54) zu. „Ich bin heute nach vier Jahren Pause zum ersten Mal wieder dabei", sagt die Spenderin, die unter schwer zugänglichen Venen leidet. „Ich bin zuletzt zweimal mit blauen Armen wieder raus gekommen, ohne dass ich Blut gespendet hätte, das hat mir die Sache etwas verleidet, aber heute hat es gut geklappt", erzählt die Spenderin. Blutspenden "gehört einfach dazu" Richtig gute Venen hat der ehemalige Bankkaufmann und Nebenerwerbslandwirt Werner Scheuermann (71) aus Wettesingen. Er hat bereits 150 Mal Blut gespendet und ist dafür vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuz offiziell und feierlich geehrt und ausgezeichnet worden. „Ich mache die Blutspendebetreuung ja schon viele Jahre, aber eine 150er-Ehrung habe ich heute zum ersten Mal aussprechen dürfen", sagt Wiemers. Für 100 Spenden wurden Hermann-Josef Ehlen (64) aus Wormeln und Michael Hellwig (54) aus Welda geehrt. „Auf 150 Mal hoffe ich auch noch zu kommen", sagt Hellwig. Wie die meisten Spender im ländlichen Raum, geht Michael Hellwig zur Blutspende, weil man das auf dem Dorf einfach macht. „Ich kenne das gar nicht anders, seit ich 18 bin, gehört es einfach dazu", sagt Hellwig. Für 75 Blutspenden wurde Klaus Petry ausgezeichnet und Mario Heintze und Norber Trilling für 50-maliges Blutspenden geehrt. Peter Even und Florian Schmand haben 25 Mal Blut gespendet. Zahl der Blutspender ist rückläufig Jeden Tag werden in Deutschland etwa 15.000 Blutspenden benötigt. Doch die Zahl der Spender ist seit einigen Jahren rückläufig. Langjährige Spender kommen oftmals aufgrund ihres Alters nicht mehr infrage. Und jüngere Freiwillige wachsen nicht in gleichem Maße nach. Darauf hat die Stiftung Gesundheitswissen anlässlich des Weltblutspendetags am 14. Juni hingewiesen. Daten des Paul-Ehrlich-Instituts belegen: 2011 wurden pro 1.000 Einwohner noch 95 Spenden registriert, 2017 waren es lediglich noch 83 Spenden. Das ist ein Rückgang um 12,7 Prozent. In diesem Zeitraum sank die Gesamtzahl der Vollblutspenden von knapp fünf Millionen auf weniger als vier Millionen um ein Viertel des Volumens. Bei der sogenannten Vollblutspende wird ein halber Liter Blut über die Armvene in ein Beutelsystem entnommen und bei der anschließenden Verarbeitung in die verschiedenen Blutkomponenten aufgeteilt. Es ist die häufigste Art der Blutspende. Daneben gibt es noch die Plasmaspende, bei der nur die Blutflüssigkeit gesammelt wird. Ein gesunder Spender kann theoretisch bis zu 45 Mal im Jahr zur Plasmaspende gehen. Bei der Thrombozyten-Spende werden nur die Blutplättchen gewonnen, alle anderen Bestandteile erhält der Spender wie bei Plasmaspende sofort wieder zurück. Diese Form der Blutspende ist wegen des besonderen Aufwands nur in stationären Blutspendezentren möglich.

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