Naturidyll: Im Tierpark Sababurg steht ein Bullentausch an. Demnächst wird Egomundus unter alten Eichen weiden. Der dreijährige Bulle Zac (vorn) wird  dann bei der Zucht der Bergwisente in Hardehausen eingesetzt. - © Ludwig
Naturidyll: Im Tierpark Sababurg steht ein Bullentausch an. Demnächst wird Egomundus unter alten Eichen weiden. Der dreijährige Bulle Zac (vorn) wird  dann bei der Zucht der Bergwisente in Hardehausen eingesetzt. | © Ludwig

Warburg Neuer Zuchtbulle soll in Hardehausen für Wisentnachwuchs sorgen

Bullentausch in den Wisentherden. Egomundus wechelt in den Tierpark Sababurg

Hermann Ludwig

Warburg. In wenigen Tagen fährt der Umzugswagen: Zwei Wisentbullen werden im direkten Austausch zwischen dem Wisentgehege Hardehausen und dem Tierpark Sababurg getauscht. Das war aber kein Handel zwischen guten Nachbarn, sondern das Ergebnis umfangreicher Recherchen im Zuchtbuch. „Wir haben lange gesucht, dann kam der Hinweis aus Polen, dass der beste Bulle für unsere Zuchtlinie der Bergwisente im Tierpark Sababurg lebt", berichtet Jan Preller, Leiter des Waldinformationszentrums. Jetzt bereitet Preller zusammen mit Rainer Glunz und Wisentwart Hans-Josef Böning alles für den Umzug vor. Zurzeit leben 31 Wisente in zwei Herden in Hardehausen, 16 Flachlandwisente und 15 Bergwisente. Aus der Herde der Bergwisente wird Egomundus umziehen, an seine Stelle tritt der jetzt dreijährige Bulle Zac, um der Wisentzucht neue Impulse zu geben. Noch längst nicht vor dem Aussterben gerettet Auch im Tierpark Sababurg freut man sich auf den neuen Chef der Herde, der an die Stelle von „Favorit" tritt. „Wir haben derzeit 18 Wisente im Gehege, wir freuen uns auf weiteren Nachwuchs", sagt die Zoologin Sandy Walgenbach. Man kann die mächtigen Tiere auf der 13 Hektar großen Weide beobachten, welche sie sich mit den Exmoorponys und den Dybowskihirschen teilen. Obwohl es mittlerweile um die 7.000 Wisente auf der Welt gibt, ist die Art noch lange nicht vor dem Aussterben gerettet. Daher wird akribisch geforscht, um im Austausch zwischen den einzelnen Wisentherden die optimalen Zuchterfolge zu erzielen. Der Sababurger Leitstier Favorit war nach Expertenmeinung zu alt für die weitere Zucht. Jetzt wird sich Egomundus um die Kühe „Zaberta", „Zakki II", „Zareta", „Zareti", „Zabra", „Zarana", „Zanne", „Zamira" und „Zandala"kümmern. Alle im Tierpark Sababurg geborenen Kälber bekommen einen Namen, der mit „Za" beginnt. Dies verweist auf den alten Namen der Sababurg, "Zapfenburg". So können alle Tiere, die im EEP (European Endangered species Programm) geführt werden, sofort an ihrem Namen ihrem Geburtsort zugewiesen werden. Der ehemalige Zuchtbulle „Favorit" stammte aus der Alten Fasanerie Klein-Auheim. Die Nachkommen der Bergwisent-Linie in Hardehausen bekommen Namen, die mit „Eg" beginnen. Wisente sind Teil der Erfolgsgeschichte Im Tierpark Sababurg sind die Wisente, die Teil eines Forschungsprojektes der Uni Göttingen sind, ein Teil der Erfolgsgeschichte des Tierparks. Vor zehn Jahren kamen gerade einmal 100.000 Besucher in den 130 Hektar großen Tierpark. 1973 lag die Besucherzahl im ältesten deutschen Tierpark noch im fünfstelligen Bereich, berichtet Karl Görnhardt von der Tierparkverwaltung, der auch ehrenamtlich als Geschäftsführer des Deutschen Wildgehegeverbandes fungiert. In diesem Jahr rechnet man mit 350.000 Gästen. Der Eingangsbereich wurde Anfang des Jahres umgestaltet, um den steigenden besucherzahlen gerecht zu werden. Mit gastronomischen Angeboten und Familienfreundlichkeit punktet der Tierpark bei den Gästen.

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