Auch in Meerhof sollen jetzt größere Windräder gebaut werden: Allerorten treffen die umfangreichen Repoweringpläne der Windparkbetreiber auf den Widerstand von Lokalpolitik und engagierten Anwohnern. - © Katharina Engelhardt (Archiv)
Auch in Meerhof sollen jetzt größere Windräder gebaut werden: Allerorten treffen die umfangreichen Repoweringpläne der Windparkbetreiber auf den Widerstand von Lokalpolitik und engagierten Anwohnern. | © Katharina Engelhardt (Archiv)

Meerhof Windpark bei Meerhof: Naturschützer kritisieren Pläne

Öko-Strom: Die Kritiker bringen Einwände gegen das Repowering-Projekt im Windpark bei Meerhof vor. Dort sollen die Alt-Anlagen ersetzt werden. Der Investor geht seinerseits in die Offensive

Dieter Scholz

Meerhof. Der Hochsauerlandkreis hatte für das Repowering am Grünen Weg auf dem Sintfeld östlich der Ortschaft Meerhof im März 2017 Anlagen vom Typ Enercon 126 genehmigt, jetzt möchte der Investor dort Windräder vom Typ E 138 errichten. Und die ragen um 36 Meter (Nabenhöhe 160 Meter, Rotor-Durchmesser 138 Meter) höher in den Himmel als die zunächst beantragten. Gesamtkosten des Projektes: rund 70 Millionen Euro. Doch Naturschützer melden erneut Bedenken an. Seit 2001 drehen sich auf der Fläche 35 Windkraftanlagen, die nach und nach durch 24 neue Maschinen ersetzt werden sollen. Das Genehmigungsverfahren läuft. Der Hochsauerlandkreis muss entscheiden, ob er für das Projekt grünes Licht gibt oder nicht. Zum Verfahren gehört ein Erörterungstermin. Der fand jetzt statt. Dabei ging es zunächst um zwölf Repowering-Anlagen, für die eine Prüfung der Umweltverträglichkeit beantragt worden war, drei kleinere unterliegen nicht der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung. Artenschutz-Bedenken Gegenstand der Erörterung, die am Dienstag in Marsberg stattfand, sei die Einwendung des Vereins für Umwelt- und Naturschutz Hochsauerland (VUNH) wegen Artenschutzes gewesen, sagt Martin Reuther, Pressesprecher des Hochsauerlandkreises. Ein Vertreter des Vereins sei zum anberaumten Termin, der ein wesentlicher Bestandteil des Genehmigungsverfahrens sei, allerdings nicht in der Aula der Marsberger Hauptschule erschienen. „Der Termin hat keine neuen Erkenntnisse gebracht", berichtet Reuther. Die Einwände des VUNH würden aber im weiteren Verfahren berücksichtigt. Dabei geht es unter anderem um Brutvorkommen geschützter Arten wie Rotmilan, Wiesenweihe und Wachtel sowie um Fledermausvorkommen und dem Schutz von Vogelrastgebieten. Mittlerweile hätten auch der Naturschutzbund (NABU) NRW und der Verein für Natur- und Vogelschutz (VNV) im Hochsauerlandkreis in Sachen Windpark Grüner Weg Meerhof eine Stellungnahme abgegeben „30 bis 40 Seiten stark. Die liegen dem Kreis vor", sagt Michael Flocke. Sowohl das Vorgehen des VUNH, als auch des NABU und des VNV bewertet der Geschäftsführer der Windpark-Gesellschaft als „ein Stück aus dem Tollhaus". Mit der erneuten Einwendung stünden „zusätzlicher Ökostrom und viel Gewerbesteuer auf dem Spiel", sagt er. Die Naturschützer versuchten mit denselben „fachlich unrichtigen Einwendungen" wie bereits vor zwei Jahren, das Windpark-Projekt auf dem Sintfeld zu verzögern. Windpark-Chef kritisiert Taktiererei bei Beschwerden In dem aktuellen Genehmigungsverfahren gehe es darum, die bereits genehmigten zwölf E 126-Maschinen durch effizientere E 138-Anlagen zu ersetzen, sagt Flocke. Insgesamt könnte der überarbeitete Windpark jährlich 175 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom produzieren. „Jährlich zusätzliche 30 Millionen Kilowattstunden", so Flocke. So viel würden die größeren, jetzt neu geplanten Windkraftanlagen mehr produzieren, als die bereits genehmigten. Private Einwendungen gegen das Projekt gebe es keine. „Nur die Naturschützer haben Bedenken", sagt Flocke. „Es ist peinlich, dass dabei zum Teil sogar einfach alte Einwände gegen ein ganz anderes Projekt in Brilon kopiert und eingereicht wurden", ärgert sich Flocke. Ihnen gehe es nicht um Artenschutz, „sondern einfach nur ums Verzögern und Verhindern", wirft der Windpark-Chef den Verbänden nun vor.

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