Ausstellung Stern:.Märkte und Fest in Warburg - © Burkhard Battran
Ausstellung Stern:.Märkte und Fest in Warburg | © Burkhard Battran

Warburg Oktoberwoche: Wirtschaftsförderung mit Spaßfaktor

70. Oktoberwoche: Neue Ausstellung im Museum im Stern erinnert an die erste Oktoberwoche 1949 und beleuchtet die Markt- und Festkultur in der Hansestadt

Burkhard Battran

Warburg. Das Schwarzweißfoto von 1962 ist auf den ersten Blick erklärungsbedürftig. Was aussieht wie ein chinesischer Drache, ist nämlich eine Zuckerrübe und ein Beitrag der Warburger Zuckerfabrik zum Oktoberwochen-Festumzug des betreffenden Jahres. Die Börde versteht, zu feiern. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. In der Hansestadt rückt die Eröffnung der 70. Oktoberwoche unaufhaltsam näher. Bis Samstag, 29. September, ist es nicht mehr lange hin. Dann beginnt die Jubiläums-"Owo". "Auch wir vom Museumsverein haben uns gedacht, mit einer zeitnahen Ausstellung uns diesem Thema zu widmen, und an die erste Oktoberwoche im Jahr 1949 zu erinnern und einzubetten in einen historischen Zusammenhang zur Geschichte der Feste und Märkte im Warburger Land", sagte Museumsvereinsvorstand Heinz-Josef Besse. Als die Oktoberwoche eröffnet wurde, war sie Experiment von unbestimmten Ausgang Unter großer öffentlicher Beteiligung hat der Museumsverein am Sonntag die Ausstellung "Märkte und Feste in Warburg" eröffnet. Vorstandsmitglied Besse dankte insbesondere Stadtarchivar Franz-Josef Dubbi für die Zusammenstellung und Präsentation der Ausstellung. Tausende Bilder aus dem Stadtarchiv, aus privaten Beständen und aus örtlichen Pressearchiven waren gesichtet und schließlich zu der Ausstellung zusammengetragen worden. Darunter auch Erinnerungen an frühere Eventhighlights, die heute längst vergessen sind. "So gab es seit den 60er Jahren regelmäßig am Teich in Hardehausen ein seinerzeit sehr beliebtes Seefest mit Ruderregatta und sonstigem Spektakel", weiß Stadtarchivar und Museumsleiter Dubbi. Gerade das 20. Jahrhundert hat der Warburger Festkultur viele neue Impulse verliehen. Die Oktoberwoche mit ihren etwa 500.000 Besuchern ist sicher das bedeutendste Event. Man mag es eigentlich kaum glauben, dass sie noch so jung ist, wirkt sie doch so, als hätte es sie schon immer gegeben. "Als am 2. Oktober 1949 die erste Warburger Oktoberwoche eröffnet wurde, war sie ein Experiment und niemand konnte voraussehen, welche Bedeutung dieses von da an alljährlich stattfindende Ereignis für die Stadt und ihr Umland einmal erreichen würde", sagte der Vorsitzende des Warburger Heimat- und Verkehrsvereins, Klaus Stalze, in seiner Ausstellungseinführung. Aber es gibt noch einen weiteren Impulsgeber der Warburger Festkultur im 20. Jahrhundert: Das Kälkenfest. Es wirkt wie aus einer mittelalterlichen Tradition begründet und ist doch erst 42 Jahre alt. "Als Heimatfest ist es aus dem Veranstaltungskalender der Stadt nicht mehr wegzudenken", sagte Stalze. Mit ihren vielen auswärtigen Besuchern tragen die Warburger Feste zur Kaufkraftstärkung bei und sind somit Wirtschaftsförderung mit Spaßfaktor. Aber Stadtfeste haben immer auch gesellschaftliche Funktion nach innen. Museumsvorstand Besse erklärt: "Stadtfeste, in die alle Bürger eingebunden sind, helfen die Konflikte des Alltags zu überwinden und historischer Kontinuität kulturelle Einheit zu schaffen." Nur noch etwas mehr als zwei Wochen, dann ist es wieder soweit.

realisiert durch evolver group