Mauersanierung: Erzbischofs Philoxenus Mattias Nayis informiert sich bei Rainer Mathies und Friedhelm Klaholt (r.) über den Verlauf der Sanierungsmaßnahme an der Klostermauer. - © Hermann Ludwig
Mauersanierung: Erzbischofs Philoxenus Mattias Nayis informiert sich bei Rainer Mathies und Friedhelm Klaholt (r.) über den Verlauf der Sanierungsmaßnahme an der Klostermauer. | © Hermann Ludwig

Warburg Kloster Sarug öffnet am Sonntag seine Türen

Drei Führungen sind geplant. Erzbischof bittet um Unterstützung bei der aufwendigen Sanierung

Hermann Ludwig

Warburg. Passend zum Tag des Denkmals wird deutlich, welcher Aufwand bisweilen betrieben werden muss, um ein Denkmal zu erhalten. Das ehemalige Dominikanerkloster in Warburg, das jetzt als Kloster St. Jakob von Sarug Zentrum der syrisch-orthodoxen Gemeinden in Deutschland ist, wird gerade eingerüstet. Der Zahn der Zeit nagt an dem altehrwürdigen Bau, Steinausbrüche und Risse sind an den Fassaden entstanden und die Maßwerkfenster sind extrem gefährdet. Den Sandsteinkomplex prägen neugotische Formen mit Jugendstilelementen. Das gewölbte Langhaus der Klosterkirche ist als zweischiffige Halle gestaltet. Besonders qualitätsvoll sind die Maßwerkfenster, deren Bleiverglasung die Ordensheiligen zeigen. Im Westfenster ist eine Deesis dargestellt: Die Gottesmutter Maria und Johannes der Täufer wenden sich in einer Bittgebärde an Christus. Architekt der Kirche war Caspar Clemens Pickel aus Düsseldorf, der vermutlich auch den Konventbau plante. 1908 wurde das noch chorlose Langhaus geweiht. 1925-29 wurde dem Komplex ein Exerzitienhausflügel angefügt, 1933 der Mönchschor. 1966 stockte man den Konventbau um ein Stockwerk auf. "Das ist eine riesige Maßnahme, um die Substanz des wunderschönen Klosters zu erhalten, das schaffen wir nicht alleine", sagte Elisabeth Aydin, die für die Denkmalplage im Kloster zuständig ist. Gemeinsam mit Bischof Mor Philoxenos Matthias Nayis bittet sie um Unterstützung bei dem Projekt. "Wir haben hier in Warburg eine neue Heimat gefunden und fühlen uns der Stadt sehr verbunden", betont auch der Erzbischof. Derzeit wird auf etwa 100 Metern die Klostermauer am Prozessionsweg von der Fachfirma Mathies aus Bad Driburg saniert. "Die Mauer war einsturzgefährdet, da mussten wir schnell handeln", erklärt Elisabeth Aydin, die auch Vorstandsmitglied der SOKAD-Jugend ist. Aufwendige Sanierungsarbeiten Noch aufwendiger ist indes die Turm- und Dachsanierung. In diesem Jahr sollen die Westfassade der Kirche mit ihren Maßwerkfenstern sowie die Bruchsteinmauer des Kreuzwegs instandgesetzt werden. "Eine Fachfirma hat die Buntglasfenster ausgebaut, die jetzt aufwendig saniert werden. Dabei müssen auch die steinernen Rippen der Fenster saniert werden, ansonsten droht bei Wind die Gefahr, dass die Fenster herausbrechen", erklärt Aydin. Die Maßwerkfenster und die Rippen werden ebenfalls von der Firma Mathies saniert. Derzeit ist auch der Turm des Klosters eingerüstet, dessen Schieferplatten marode sind. "Das Gerüst hat jetzt einen doppelten Nutzen", erläutert Elisabeth Aydin, die sich bei den vielen Spendern und Sponsoren der eigenen Kirche, beim Erzbistums, der Bezirksregierung und der Stiftung Denkmalpflege für die Unterstützung bedankte. Insgesamt 700.000 Euro werden für die Großmaßnahmen investiert. "Das können wir nicht aus eigenen Spendenmitteln aufbringen", hofft Aydin auch beim Tag des Denkmals, weitere Unterstützer zu finden. Ein Spendenkonto ist eingerichtet, um das stadtbildprägende Gebäude zu erhalten. Informationen dazu gibt es per E-Mail an kloster@syrisch-orthodox.org. Viele Arbeiten im Kloster werden von Ehrenamtlichen geleistet, für die Facharbeiten sind wegen der Auflagen des Denkmalschutzes Fachfirmen zu beauftragen. So wird die Firma Prange am Montag mit dem Abriss der Schieferplatten beginnen. In 40 Meter Höhe soll dann später ein Kreuz den Turm zieren, wo sich derzeit ein Wetterhahn im Wind dreht. Im nächsten Jahr soll in einem zweiten Abschnitt die Dachsanierung auf der Ostseite fortgesetzt werden. Zum Tag des Denkmals ist das Kloster am Sonntag von 11 bis 18.30 Uhr geöffnet. Führungen werden um 12, 14 und 18 Uhr angeboten. Es werden aramäische Snacks angeboten. "Ein Klosterschüler zeigt auch, wie Hostien gebacken werden", sagt Elisabeth Aydin.

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